Welterbe: Altländer hoffen auf die "magische Liste"

Die Altländer Kulturlandschaft mit ihren historischen Hof-Ensembles gilt als besonders schützenswert
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bc. Jork. Was die Hamburger Speicherstadt jetzt geschafft hat, will auch das Alte Land erreichen. In der vergangenen Woche brachte die Kultusministerkonferenz (KMK) die Nominierung des historischen Lager-Ensembles zum Weltkulturerbe auf den Weg. Im Sommer 2015 entscheidet das UNESCO-Komitee über die Aufnahme in den exklusiven Welterbe-Club.

Davon träumen auch die Kommunen Jork und Lühe sowie der Altländer Welterbeverein. Die Hoffnungen der AG Welterbe ruhen auf dem Urteilsvermögen eines elfköpfigen Fachbeirats der KMK, der aktuell alle 31 Bewerber evaluiert, die den Sprung auf die nationale Vorschlagsliste schaffen wollen. "Wir harren jetzt der Dinge, sind aber nicht untätig", sagt Kerstin Hintz vom Welterbe-Verein. Jüngstes Beispiel ist die Veröffentlichung des Tagungsbandes zum dritten Europäischen Hollerkolonie-Symposium.

Nach WOCHENBLATT-Informationen wird das Prüfgremium im April seine Arbeit abschließen. Ende des Jahres entscheidet schließlich die KMK auf Grundlage der Empfehlungen des Fachbeirats darüber, welche Stätten in die offizielle deutsche Anmeldeliste für das Welterbe aufgenommen werden. Wie viele Bewerber es letztlich auf die "magische Liste" schaffen, liegt im Ermessen der KMK. Aus diesem Fundus an Bewerbern reicht das Auswärtige Amt pro Jahr immer zum Stichtag 1. Februar zwei Anträge bei der UNESCO in Paris ein.

Die Altländer konkurrieren mit so namhaften Stätten wie den Märchenschlössern Neuschwanstein und Herrenchiemsee oder dem Weltbad Baden-Baden. Spekuliert wird viel. Kerstin Hintz habe gehört, dass die UNESCO künftig eher Kulturräume als Schlösser, Burgen und Altstädte berücksichtigen möchte. Wenn es so wäre, wäre es gut für das Alte Land. Der mögliche Titel der Bewerbung heißt: "Die Kulturlandschaft Altes Land - Eine lineare Landschaft als Ergebnis eines mittelalterlichen, europäischen Diffusionsprozesses". Derzeit werben 38 verschiedene Stätten in Deutschland mit dem Welterbe-Status.

Im Alten Land sind sie optimistisch. Die Arbeit geht zügig voran. Ganz wichtig für die Welterbe-Befürworter sind die Interessen der Obstbauern, deren langfristige berufliche Perspektive gesichert werden müsste. Ein Gebietsmanagementplan, der derzeit unter der Federführung des ehemaligen Jorker Bürgermeister Rolf Lühmann entwickelt wird, soll Umweltschutz und die Bewirtschaftung der Obstplantagen mit Pflanzenschutzmitteln unter einen Hut bekommen. Hintz: "Die Interessen des Obstbaus sind in den Fragestellungen sicher auf einem guten Weg und nutzbar für den weiteren Welterbe-Weg."

Fest steht: Der Weg zu einem möglichen Welterbe-Status des Alten Landes dauert wohl noch mehrere Jahre. Wenn es soweit ist, brauchen die Altländer ein funktionierendes Welterbe-Regionalmanagement. Ein wirkungsvolles Gebietsmanagement wäre schon mal ein Anfang.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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