Unklarheiten beim Bewerbungsverfahren
Welterbeverein und Kommunen beweisen langen Atem

Fachwerkhäuser mit Reetdächern und Obstbau als klassisches Bild für das Alte Land
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wei. Altes Land. Das Bewerbungsverfahren läuft. Das Alte Land will UNESCO-Welterbe werden und möchte dafür im März den Antrag einreichen. Stichtag dafür ist der 31. März 2021.
In dieser Sache soll es laut Medienberichten bereits zu einer Entscheidung gekommen sein. So wurde der Anschein erweckt, dass das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) in Hannover bereits die Favoriten festgelegt habe.

Ministeriums-Sprecherin Heinke Traeger dementiert das allerdings auf WOCHENBLATT-Nachfrage. "Es ist definitiv noch keine Entscheidung gefallen", betont Traeger. Bis jetzt seien nicht einmal alle Bewerbungen eingegangen. Das Ganze laufe folgendermaßen ab: Es werden regelmäßig sämtliche Denkmalschutzbehörden "angefunkt", bei denen dann nachgefragt wird, ob es Potenzial für das Welterbe gibt. Einige Landkreise hätten auf diese Anfragen deutlicher geantwortet als andere.
Zudem bestätigt Traeger einen regelmäßigen Austausch, sowohl mit der Vorsitzenden des Welterbevereins, Kerstin Hintz, als auch mit dem Jorker Bürgermeister Matthias Riel und der unteren Denkmalschutzbehörde in Stade.

Kerstin Hintz erklärt die Situation aus ihrer Sicht. Sie habe nicht den engsten Kontakt mit dem Ministerium. Bei den Beteiligten im Alten Land wurde der Eindruck erweckt, dass das MWK nicht mit offenen Karten spielt. Ein Schrei-ben, sich erneut zu bewerben, sei bei den Verantwortlichen vor Ort nie angekommen, sagt Hintz. Um Unklarheiten und mögliche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, ist im Januar ein Gespräch geplant. In Zukunft müsse das Verfahren transparent und offen auf Landesebene geführt werden, so Hintz.

"Wir wollen keinen großen Konkurrenzkampf zwischen den anderen Bewerbern und uns, denn wir sind alle tolle Kandidaten", betont die Vorsitzende des Welterbevereins. Der Weg zum Welterbe ist lang und brauche einen langen Atem. "Wir dürfen uns nicht zurückwerfen lassen." Hintz betont noch einmal, wie wichtig ihr die Angelegenheit ist. Deswegen arbeiten die Samtgemeinde Lühe, die Gemeinde Jork und der Welterbeverein intensiv an einem Bewerbungskonzept. Mit diesem Schritt wurde kürzlich ein Fachbüro beauftragt.
Riel erklärt, dass bis zur Bewerbungsabgabe im Alten Land noch viele Gespräche anstehen, bevor entschieden wird, ob tatsächlich eine Bewerbung für die Aufnahme in die nächste deutsche UNESCO-Vorschlagsliste abgegeben wird. Wenn es zu einer Bewerbung des Alten Landes kommen sollte, wird von vier Kandidaten in Niedersachsen ausgegangen. Für diesen Fall hat das MWK bereits angekündigt, eine unabhängige Expertenkommission einzusetzen. Das begrüße er, so Riel.

Der Hollerweg als Grundstein für die Bewerbung

Ein guter Grundstein für die Bewerbung wurde bereits gelegt. Ein wichtiger Aspekt, der bei der Bewerbung in den Fokus genommen werden soll, ist die Hollerkolonie. Dazu gehört auch das Medienpaket für Schüler. Hier wurden nun erste Ergebnisse erzielt, berichtet Riel. Im Rahmen des Kulturerbejahres 2018 wurde das gemeinschaftliche Projekt der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork "Der Hollerweg: Den Anfang verstehen, das Erbe erleben" und das dazugehörige Medienpaket „Kulturlandschaft Altes Land" erstellt.
Innerhalb des Bildungspaketes wurde für den Erdkundeunterricht der Oberschulen und Gymnasien der Region Lehrmaterial erstellt. Im derzeitigen Unterricht werden die Kernthemen anhand der Flussmarschenlandschaft, welche im 12. und 13. Jahrhundert durch niederländische Wasserbauexperten kultiviert wurde, behandelt. Wären diese Wasserbauexperten nicht gewesen, würde das Alte Land zweimal am Tag unter Wasser stehen. Der Hollerweg führt die Menschen in 20 Stationen, den sogenannten "Zeitfenstern", durch die Geschichte und beschreibt, wie das Alte Land so wurde, wie es heute ist.
• Mehr Informationen auf: www.welterbe-altes-land.de/hollerweg/ oder www.hollerweg.info. Der Hollerweg als Grundstein für die Bewerbung

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