Baukunst im Alten Land: Architektur fürs Auge
Ausstellungseröffnung im Museum Altes Land in Jork

Zur Begrüßung stellte sich Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann auf eine "Palaverkiste"
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ab. Jork. Wie sehr Dieter-Theodor Bohlmann für die Architektur im Alten Land brennt, war am Sonntagmorgen wieder deutlich zu spüren: Für seine Eröffnungsrede zur Ausstellung "Baukunst im Alten Land" stellte sich der Leiter des Museums Altes Land auf eine sogenannte Palaverkiste und gab einen kurzen Einblick in die Entstehung der Altländer Architektur. An junge Architekten appellierte er, sich wieder mehr für diese Baukunst zu begeistern.

Vor vielen tausend Jahren, so Bohlmann, sei aus Lehm, Pfählen, Flechtwerk und einem Reetdach der Urtyp des Fachwerkhauses entstanden. In der Zeit der Romanik (ab 750 n. Chr. bis 1220) wurden die ersten Deiche gebaut. Mit dem Christentum entstanden die ersten Kirchen, "zehn Stück in der Region, eine schöner als die andere", sagte der Museumsleiter. Es folgte die Gotik (bis 1530) und Handel und Wandel entwickelten sich. Danach begann die Zeit der Hanse, in der der Hausbau neue Qualität gewann und der Wohlstand wuchs.

Die Renaissance schloss sich an und fand im 30-jährigen Krieg ein jähes Ende. Zwei Brandkatastrophen zerstörten viele Häuser, nur wenige blieben erhalten. "Das Alte Land erholte sich schnell und gut", erzählte Bohlmann weiter. Der Barock folgte und mit ihm die "schiefrunde Perle", Schwünge und Zierrat und Sprüche an den Häusern. Dazu entstanden die ersten Prunkpforten wie die Quast'sche Pforte in Nincop (1683). Klassizismus und Historismus schlossen sich an, es kamen der Erste und der Zweite Weltkrieg.

"Innerhalb weniger Wochen mussten in der Notzeit 50.000 Flüchtlinge in der Region aufgenommen werden. Jetzt wird schon gejammert, wenn ein paar Tausend ins Land kommen", sagte er und schlug einen Bogen in die heutige Zeit.
Viele der neu entstandenen Häuser passten nicht zur traditionellen Architektur im Alten Land: Bunker aus schwarzem Stein mit schmalen Fenstern erinnerten ihn an die Bunker der Reichswehr. "Liebe Leute, wir haben hier architektonische Großartigkeiten", rief Bohlmann. Die gelte es heute wiederzubeleben. Er forderte die Besucher auf, die in der Ausstellung gewonnenen Erkenntnisse auch an junge Architekten weiterzugeben.

Auf das Motto "Sharing heritage" kam der Erste Gemeinderat Matthias Riel zu sprechen. Jork und die Samtgemeinde Lühe hatten gemeinsam einen Antrag für das Projekt "Der Hollerweg im Alten Land: Den Anfang verstehen, das Erbe erleben" zum Europäischen Kulturerbejahr auf den Weg gebracht und dafür eine Bundesförderung erhalten. Ziel ist es, junge Menschen an das kulturelle Erbe im alten Land heranzuführen und begreifbar werden zu lassen. "Mit dieser Ausstellung haben wir das erste Thema herausgebracht und greifbar gemacht. Darauf sind wir sehr stolz."
Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Mai zu sehen.

Zur Begrüßung stellte sich Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann auf eine "Palaverkiste"
Rund 40 Gäste kamen zur Ausstellungseröffnung

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