Obstbauern im Kimawandel
Wie das Wetter den Obstanbau beeinflusst

Bedingt durch den Klimawandel treiben nicht nur die Bäume von Cord Lefers immer früher aus. Der Bio-Obstbauer hat inzwischen auch mit ganz anderen Schädlingen zu kämpfen als zum Beispiel sein Vater vor 30 Jahren
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lt. Altes Land. Der Januar in der Region war in diesem Jahr rund fünf Grad wärmer als durchschnittlich und auch der Februar hat sich an manchen Tagen schon wie ein viel zu früher Frühling angefühlt. Doch was bedeutet das für den Obstanbau an der Niederelbe? Immerhin werden in der Region rund um das Alte Land auf insgesamt 18.000 Hektar Äpfel und andere Obstsorten angebaut.
Dr. Matthias Görgens vom Obstbauzentrum Esteburg in Jork-Moorende bestätigt, dass der Klimawandel spür- und messbare Auswirkungen auf den Obstanbau hat. Zum Einen habe sich die Blütezeit der Bäume innerhalb der vergangenen 45 Jahre um rund drei Wochen nach vorne verschoben.
Da es aber trotzdem auch im Frühling noch frostig werden könne, sei die Gefahr für die empfindlichen Blüten größer geworden und die Obstbauern müssten sich darauf einstellen, öfter zur Frostschutzberegnung auszurücken.
Weil auch extreme Wetterereignisse wie Hagel immer häufiger vorkommen, entscheiden sich immer mehr Obstbauern für den Einsatz von Hagelschutznetzen. Rund 80 Hektar Anbaufläche seien inzwischen damit ausgestattet. Und das ist nicht ganz billig. Wer seine Bäume damit abdecken will, muss bis zu 35.000 Euro pro Hektar investieren.
Etwa 40 Prozent der rund 565 Betriebe an der Niederelbe seien zudem gegen Hagelschäden versichert. Dafür müssen Obstbauern bis zu 1.500 Euro pro Hektar hinblättern.
Neben den Kosten steige auch der Zeitaufwand. So müssten die typischen Arbeiten, die die Obstbauern während der Wintermonate und vor Beginn der Blüte durchführen - zum Beispiel Baumschnitt oder Neupflanzungen - früher im Jahr abgeschlossen sein.
Und weil Äpfel einen Sonnenbrand bekommen können, müssen die Obstbauern in heißen Sommern auch vermehrt bewässern und dafür genügend Wasserreservoirs anlegen. Ein Vorteil dabei sei, dass das Alte Land an der Elbe liege und damit Zugang zu ausreichend Wasser habe, sagt Görgens. Andererseits sei teilweise der hohe Salzgehalt des Elbwassers, der sich durch die Elbvertiefung ergebe, problematisch.
Von den steigenden Temperaturen profitiere übrigens auch der Apfelwickler, ein gefürchteter Schädling im Obstbau, dessen Larven sich vorzugsweise von Äpfeln ernähren.
Während der Apfelwickler vor rund 30 Jahren kaum eine Rolle im Alten Land spielte, bilde er hier inzwischen bis zu zwei Generationen aus und müsse bekämpft werden, so Görgens. Das gleiche gelte auch für andere Schädlinge, die sich - begünstigt durch den Klimawandel - von Süden in den Norden ausbreiten.
Davon kann auch Obstbauer Cord Lefers aus Jork ein Lied singen. Im Gegensatz zu seinem Vater, der vor 30 Jahren keine Sorgen mit Kirschessigfliegen & Co. hatte, muss er sich heute neuen Schädlingen und den damit verbundenen Herausforderungen stellen.
Cord Lefers setzt im Bioanbau dabei vor allem auch auf Biodiversität und ist überzeugt, dass die Natur letztendlich zeigen wird, wo es lang geht. "Man muss eben manchmal auch die alten Pfade verlassen und nicht nur dem Markt, sondern der Natur folgen", sagt Lefers.
Zum Schluss nennt Matthias Görgens noch Vorteile des Klimawandels. Wärmere Temperaturen wirkten sich beim Apfel zum Beispiel positiv auf Wachstum und Zellteilung und letztendlich auch auf den Geschmack aus.
Zudem forsche die Esteburg vermehrt an neuen Sorten, die besser mit extremem Wetter klar kommen. Ein Klassiker sei dabei zum Beispiel der Topaz. Diese robuste Sorte empfiehlt Görgens auch allen Hobbygärtnern, die auf der Suche nach einem passenden Apfelbaum sind.

Bedingt durch den Klimawandel treiben nicht nur die Bäume von Cord Lefers immer früher aus. Der Bio-Obstbauer hat inzwischen auch mit ganz anderen Schädlingen zu kämpfen als zum Beispiel sein Vater vor 30 Jahren
Im Winter sind Obstbauern wie Cord Lefers u.a. mit dem Baumschnitt beschäftigt. Da die Winter immer wärmer werden, müssen sie sich sputen
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