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Estebrügge: Ein Konzept für die Gemeinschaft geht auf

Vereinsmitglied Heidi Hoppe (li.) und Vorstandsmitglied Dörte Harms-Krüger auf der Terrasse der Brückenbäckerei und vor der "Namengeberin" Estebrücke
 
Dörte Harms-Krüger zeigt Fotos von den Anfängen. Diese sind gerade als kleine Ausstellung in der Brückenbäckerei zu sehen

Verein Brückenbäckerei aus Estebrügge mit Bürgerpreis ausgezeichnet / Ehrenamtliche bieten Café und mehr an

ab. Estebrügge.
"Wir leben vom Mitmachen" lautet das Motto, das seit 2016 von den Mitgliedern des Vereins Brückenbäckerei in Estebrügge und von vielen Anwohnern perfekt in die Tat umgesetzt wird. Dafür wurde dem Verein jetzt im Rahmen der Lessing-Gespräche in Jork der Bürgerpreis verliehen.

"Ich bin zwar in Estebrügge geboren, aber erst seit dem Verein Brückenbäckerei richtig im Ort angekommen", sagt die zweite Vorstandsvorsitzende Dörte Harms-Krüger. Was die sympathische Altländerin meint: Erst seitdem sie in der Brückenbäckerei mitwirkt, kommt sie mit anderen Anwohnern richtig ins Gespräch und lernt sie besser kennen. Und so dürfte es wohl vielen Estebrüggern gehen, denn die Vereinsmitglieder haben mit der Übernahme der alten Bäckerei einen Dorfmittelpunkt geschaffen, der rege besucht und geschätzt wird.

Ihren Anfang nahm die Vereinsgeschichte Ende 2015: Nach der Aufgabe des ehemaligen Betreibers der Brückenbäckerei mietete der ortsansässige Arzt Dr. Jan Sulzer das Gebäude. Seine Motivation: das zentral gelegene Gebäude zu einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft umzufunktionieren. "Im Mai 2016 ging es los", erinnert sich Dörte Harms-Krüger. Ehrenamtliche schritten zur Tat, renovierten das Innere des ehemaligen Verkaufsraumes und bauten es zu einem Café mit gestifteten Tischen und Stühlen um. Ein gemeinnütziger Verein wurde im August 2016 gegründet.

Seit einigen Monaten ist auch die frühere Backstube, "Projekt Dorfküche" genannt, fertig: Sie musste entkernt und komplett saniert werden und glänzt jetzt mit einem großen Holzkohleofen. Ein weiterer Höhepunkt: die Terrasse direkt an der Este, die jeden Besucher begeistert, so die Vereinsvorsitzende.

Sehr viel Zeit und Geld sei in den Umbau der ehemaligen Bäckerei geflossen, zwischen 30.000 bis 40.000 Euro, schätzt Harms-Krüger, davon 10.000 Euro Fördergeld vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung.

Jeden Sonntagnachmittag wird ab 14 Uhr selbstgebackener Kuchen, Kaffee und Tee angeboten: "Viele Besucher sind von unseren Spendendosen irritiert", sagt Dörte Harms-Krüger. "Denn feste Preise gibt es nicht, nur freiwillige Spenden." Auch der Kuchen werde von einem Backteam, das aus rund 40 Anwohnern bestehe, gespendet. "Wir bieten immer wieder an, die Kosten für die Zutaten zu übernehmen, aber bisher hat jeder ,Bäcker' abgelehnt."

Und das Konzept geht auf: Das Sonntagscafé wird viel besucht, von Einheimischen und Touristen und Gästen aus Hamburg, die sich wundern, dass dieses Gemeinschaftsprojekt in so einem kleinen Ort funktioniert, sagt Vereinsmitglied Heidi Hoppe. 

Für private Veranstaltungen können die Räume der Brückenbäckerei ebenfalls "gemietet" werden. Und der Verein bietet regelmäßig selbst Aktivitäten, z. B. Stollenbacken, oder Veranstaltungen wie den einmal pro Monat stattfindenden Kinoabend an: Nächster Termin ist am Mittwoch, 21. November: Ab 19.30 Uhr wird der bildgewaltige Abenteuerfilm "Cloud Atlas" gezeigt. Eintritt und Getränke sind kostenfrei (bitte anmelden), um einen Spende wird gebeten.

Seit Neuestem gibt es auch jeden dritten Freitag im Monat die Freitagsküche: Hier können bis zu 16 Personen um 18.30 Uhr gemeinsam essen. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Der 103 Mitglieder große Verein freut sich über weiteren Zulauf. "Und wer Ideen hat, zum Beispiel für ein leckeres Essen oder eine Veranstaltung, kann gerne aktiv werden", sagt Dörte Harms-Krüger. Ideen selbst umsetzen, lautet die Devise - "denn wir leben vom Mitmachen."

• Weitere Infos und Kontakt unter www.diebrueckenbaeckerei.de.