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"Phase Null" in Jork

Schulentwicklungsberater Stefan Niemann präsentierte dem Schulausschuss einen Einstieg für einen Entwicklungsprozess
 
Ein Gebäude mit Charme, energetisch und im Platzangebot aber nicht mehr zeitgemäß. die "Grundschule am Westerminnerweg"

Stefan Niemann berät Schulausschuss zur Zukunft der "Grudnschule am Westerminnerweg"

ab. Jork.
 Wie könnte die Zukunft der "Grundschule am Westerminnerweg" in Jork aussehen? Soll das mehr als 30 Jahre alte Gebäude, in dem immer wieder Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen anfallen, abgerissen werden? Sollen beide Standorte - neben dem Westerminnerweg gibt es eine Außenstelle in Ladekop, dort sind die ersten Klassen untergebracht - zu einem zusammengelegt werden? Antworten darauf hatte Stefan Niemann von der Beratungsfirma "SICHT.weise" für die Mitglieder des Jorker Schulausschusses nicht im Gepäck, dafür aber Vorschläge, wie das Thema angegangen werden sollte. Sein Rat: Jeden mit ins Boot holen, der später mit der neuen Struktur leben und arbeiten muss, allen voran die Schüler. Bis Sommer 2019 hat die Jorker Politik Zeit, zwischen Abriss oder Umbau zu entscheiden.

"Wir haben alle zusammen festgestellt, welchen Charme das Gebäude hat", sagte der Schulentwicklungsberater zu Beginn der Veranstaltung. Der Jorker Schulausschuss hatte sich mit Interessierten in der Aula der Grundschule am Westerminnerweg getroffen, um sich von Niemanns Präsentation inspirieren zu lassen. Dieser war früher Grund-, Haupt- und Realschullehrer und Schulleiter und berät seit 2012 Schulen im gesamten Bundesgebiet. Energetisch sei das Gebäude am Westerminnerweg in die Jahre gekommen, erklärte er. "Wir wollen heute nicht beschließen, es abzureißen, sondern herausfinden, welche Möglichkeiten es gibt und wie Sie weiter vorgehen könnten." Die Kernfrage sei: Wie soll der Unterricht von morgen aussehen?

Um das zu ermitteln, schlage er die sogenannte "Phase Null" als Prozessauftakt vor, bei der alle Beteiligten befragt würden, "Schule als Teilhabe-Modell" nannte Stefan Niemann das. Dabei könnten alte Strukturen aufgebrochen und völlig neu gedacht, eine neue Lernkultur etabliert werden. Als Beispiel nannte er Clusterstrukturen, kleinere Lernräume, die um einen sehr großen Lernraum angeordnet werden, der wiederum von allen Klassen genutzt werde. "Cluster werden gerade sehr viel gebaut, Jesteburg und Salzhausen planen diese Strukturform", sagte er.

"Durch diesen Prozess wünschen wir uns Antworten. Wir haben viele Ideen, können sie aber zurzeit nicht umsetzen", warf Grundschulleiter Heinrich Lücken ein. Seine Schule platze aus allen Nähten. "Wir reden schon lange von Inklusion, die ist aber hier kaum leistbar", ergänzte der Erste Gemeinderat Matthias Riel. Auch Ganztagsschule sei ein Thema sowie der gesellschaftliche und demografische Wandel. Es handele sich jetzt erstmal um einen ergebnisoffenen Prozess: "Wir können als Verwaltung und Schulträger noch nicht sagen, welche Räume wir benötigen, ob wir auf einer grünen Wiese bauen oder ob sich die Sanierung noch lohnt. Wir müssen langfristig planen und dabei beachten, wie die Gemeinde in 20, 30 Jahren aussehen könnte."

Dass dringend etwas getan werden müsse, darin waren sich jedoch alle einig. "Wir brauchen einen politischen Kick-off", meinte Riel. Im kommenden Sommer könnte es eine erste Kostenschätzung geben, sagte Niemann. "Am Budget, das weiß ich aus Erfahrung, ist bislang aber noch kein Projekt gescheitert."