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Experten rechnen mit guter Ernte

Die Kirschernte im Alten Land soll in diesem Jahr ertragreich ausfallen, die Früchte von bester qualität sein (Foto: LWK/Hoppe)

Kirschenernte im Alten Land ist in vollem Gange

nw/ab. Altes Land.
Kirschen aus dem Alten Land werden jetzt in Geschäften und auf Wochenmärkten angeboten. Die Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen prognostizieren einen guten Ertrag mit bis zu zehn Tonnen pro Hektar (t/ha) und Früchte von hervorragender Qualität. „Das können die Obstbauern auch gut gebrauchen, denn das vergangene Jahr bescherte ihnen mit nur 1,6 Tonnen pro Hektar eine katastrophal schlechte Ernte“, sagt Dr. Matthias Görgens von der Obstbauversuchsanstalt in Jork.
Nach Angaben des Statistischen Landesamts in Hannover wurden 2017 in Niedersachsen nur gut 1.600 Tonnen Kirschen geerntet. Bewahrheitet sich Görgens' Vorhersage, werden es in diesem Jahr rund 5.000 Tonnen sein.

Grund für Görgens' optimistische Ernteprognose 2018 sind die guten Startbedingungen, die die Kirschen im April hatten. Die Blütezeit war frostfrei und die Temperaturen optimal für den Bienenflug. Es folgten danach viel Sonnenschein und optimale Temperaturen, die viele pralle Früchte heranwachsen ließen.

Die langanhaltende Trockenheit konnte den Kirschbäumen nichts anhaben. „Sie wirkte sich sogar positiv aus, denn anders als im vergangenen, sehr nassen Jahr gibt es dieses Jahr kaum geplatzte Früchte“, so Görgens.

„Durch die hohen Temperaturen der zurückliegenden Zeit wird die Ernte eine Woche kürzer ausfallen als gewöhnlich“, sagt der Obstbauexperte voraus. Die letzten heimischen Kirschen kämen voraussichtlich bereits Mitte Juli in den Handel. Bis dahin würden jede Woche ein bis zwei neue Kirschensorten geerntet, denn zu den genetischen Eigenschaften der Sorten gehörten deren individuelle Reife-Zeitpunkte. Jeder Betrieb baue mehrere Sorten an, um über einen möglichst langen Zeitraum stets frische Kirschen anbieten zu können.

Im Alten Land, dem Hauptanbaugebiet für Kirschen in Niedersachsen, bauen 420 Betriebe auf rund 500 Hektar vorwiegend Süßkirschen an. Gut die Hälfte, rund 220 Hektar, steht unter Foliendächern, um die empfindlichen Früchte vor Starkregen zu schützen.

Deutschlandweit werden etwa 5.500 Hektar Kirschen von 6.600 Betrieben angebaut.