"Versteckter Lockdown" vorbei
Beherbungsverbot in Niedersachsen gekippt

Inhaberin Nicole Stubbe (li.) und Senior-Chefin Maren Stubbe von Stubbe's Gasthaus in Lühe
  • Inhaberin Nicole Stubbe (li.) und Senior-Chefin Maren Stubbe von Stubbe's Gasthaus in Lühe
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(wei/ah/jd). Das Beherbergungsverbot in Niedersachsen ist gekippt: Laut einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg von Donnerstag ist diese Beschränkung für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots rechtswidrig. Ein Ferienpark-Betreiber war mit einem Eilverfahren vor das OVG gezogen - mit Erfolg: Das Verbot wurde vorläufig außer Kraft gesetzt. Auch die Gastronomen und Hoteliers in der Region dürften erleichtert sein - so wie die Betreiberinnen von Stubbe's Gasthaus im Alten Land. Sie hatten vor der Entscheidung der Lüneburger Richter mit dem WOCHENBLATT über die Probleme gesprochen, mit denen sie wegen des Beherbergungsverbotes konfrontiert waren.

Für das Gasthaus hieß es, dass Gäste aus den Risikogebieten zwar dort speisen konnten, aber nicht übernachten dürften, wenn sie keinen negativen Corona-Test vorweisen konnten. Inhaberin Nicole Stubbe und Senior-Chefin Maren Stubbe verstanden auch überhaupt nicht, warum Gäste mit Wohnmobil nicht auf dem zum Gasthaus gehörigen Stellplatz nächtigen durften. "Im Wohnmobil ist man doch ganz für sich", stellt Nicole Stubbe fest. So manche Wohnmobilisten campierten dann wahrscheinlich wild auf Flächen, auf denen es verboten ist. Das Paradoxe: Zum Frühstück durften sie dann aber wiederkommen.
Wegen des Verbotes sind den Stubbes bereits Einnahmen entgangen. Gäste aus Bremen, die eigentlich übernachten wollten, aßen nach ihrer Ankunft nur einen Happen im Gasthaus und traten anschließend die Rückreise an.

Einige Tage vor dem Urteil hatte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) noch erklärt, dass er es nicht für sinnvoll halte, das Beherbergungsverbot bereits nach wenigen Tagen wieder zu kippen. Er verwies in einem Interview auf das bundesweite "Verordnungs-Wirrwarr", was nicht gerade die Akzeptanz in der Bevölkerung fördere.

Die Stubbes sind froh, dass das Land einen Dämpfer erhalten hat. Denn das Beherbergungsverbot hat ihnen vor allem eines beschert: viel zusätzliche Arbeit. Zusätzlich zu den alltäglichen Aufgaben, die in einem Gasthaus anfallen, musste auch noch geklärt werden, ob die Gäste aus einem Risikogebiet kommen.
"Uns als Gastwirten wurde die Verantwortung übertragen", so Senior-Chefin Maren Stubbe. Der Arbeitsaufwand für das Einholen der aktuellen Informationen über die Risikogebiete sei immens gewesen. Dafür hätte eigentlich eine zusätzliche Kraft eingestellt werden müssen. Auf einer Informationsseite des Robert-Koch-Instituts könne zwar jeder nachsehen, welche Landkreise zu den Risikogebieten zählen und wie die aktuellen Zahlen aussehen, man habe aber zusätzlich recherchieren müssen, welche Orte zu den jeweiligen Landkreisen gehören. Da sind die beiden Frauen dankbar für die Unterstützung vom Dehoga Bezirksverband Stade und auch vom Tourismusverband. Fast täglich erhält das Team von Stubbe's Gasthaus neue Informationen rund um das Thema Corona.
Das Fazit der beiden Frauen: Das Beherbergungsverbot sei ein "versteckter Lockdown" gewesen.

Die Lage im Landkreis Harburg

Gastronom Gustav Böttcher von "Böttcher's Gasthaus" in Rosengarten-Nenndorf (Landkreis Harburg) betraf das Beherbergungsverbot weniger: "Zwar fehlten uns die Teilnehmer der Busreisen, doch wir haben zumeist Handwerker und Handelsreisende aus der Region. Mit diesen waren unsere Zimmer schon bisher gut belegt."
Anders die Situation im Hanstedter Ringhotel Sellhorn, einem Touristenziel in der Heideregion: Sven Dierksen, der das Hotel mit seiner Schwester Nele Landschof führt: "Zahlreiche Gäste, die aus Risikogebieten kamen, riefen uns an, um zu fragen, ob sie ihre Buchung aufrechterhalten können. Unsere Rezeption musste dann anhand der Postleitzahlen prüfen, ob dieses möglich ist. Leider mussten wir zahlreichen Gästen absagen."

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