Alltag mit Hürden
Beinahe vollständig erblindete Rentnerin aus Hollern-Twielenfleth ist auf Hilfe angewiesen

Ohne ihren Blindenstock geht Marlies Bardenhagen nicht mehr aus dem Haus
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  • Ohne ihren Blindenstock geht Marlies Bardenhagen nicht mehr aus dem Haus
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wei/jd. Hollern-Twielenfleth. Altersgerechte Wohnungen sind gerade auf dem Land eher rar gesät. In Hollern-Twielenfleth hat man sich dieser Problematik angenommen. In einem kleinen Baugebiet entstehen u.a. Doppelhäuser, die auf die Belange von Senioren ausgerichtet sind. Die erste, die eine dieser Haushälften bezogen hat, ist Marlies Bardenhagen. Die 71-Jährige lebt dort seit September. Sie ist noch dabei, sich mit ihrer neuen Umgebung vertraut zu machen. Denn Bardenhagen hat ein Handicap: Die Rentnerin kann kaum noch sehen.

Eine Schwellung im Gehirn, die auf den Sehnerv drückte, hatte dazu geführt, dass Bardenhagen bereits im Alter von 20 Jahren einen Großteil ihres Sehvermögens eingebüßt hat. "Meine große Hoffnung ist es, nicht vollständig zu erblinden", sagt die Rentnerin. Ihr sehnlichster Wunsch: Auch künftig ein weitgehend "normales" Leben führen zu können.

Es gebe verschiedene Dinge, die ihr den Alltag erleichtern würden, so Bardenhagen. Wie etwa eine Smartphone-App, die ihr kurze Texte vorlese. Das sei vor allem beim Einkaufen nützlich. Aber vor allem die seniorengerechte Ausstattung ihres neuen Zuhauses helfe ihr dabei, ein weitgehend selbstständiges Leben zu führen, so weit dies in ihrem Fall eben möglich ist.

Wer Bardenhagens Wohnung betritt, bemerkt auf den ersten Blick gar nicht, dass dort jemand mit einer extrem starken Sehbehinderung lebt. Schaut man aber genau hin, entdeckt man die vielen kleinen Hilfen, die es Bardenhagen erleichtern, in den eigenen vier Wänden zurechtzukommen. So wurde beim Küchenkauf darauf geachtet, dass die Schalter vom Herd über eine Einrastfunktion verfügen. An anderen Stellen, wie etwa Bedienungsknöpfen von Geräten, haben Bardenhagens Kinder Punkte zum Markieren geklebt, die sich von der Oberfläche abheben. Auch mögliche Stolperfallen wurden beseitigt.

Dennoch: Ganz ohne fremde Hilfe geht es bei der Rentnerin nicht. In manchen alltäglichen Situationen reicht der letzte verbliebene Rest an Sehvermögen nicht mehr aus. Meistens sind es dann ihre Kinder, die sie unterstützen. "Ich fühle mich für mein Alter zwar topfit und habe auch sonst keine Gebrechen", sagt Bardenhagen. Doch ganz allein kann sie ihren Alltag nun mal nicht bewältigen, was sie auch ein wenig bedauert. "Aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem Leben, das ich führe."

Zu Hause verzichtet sie sogar auf ihren sonst ständigen Begleiter: den Blindenstock. Bis zu einem Sturz war sie auch außerhalb ihrer Wohnung ohne den Stock unterwegs.

Bardenhagen ist anzumerken, dass der Umzug vom großen Wohnhaus in die kleine, ebenerdige Doppelhaushälfte eine Erleichterung darstellt. "Ich bin richtig froh, dass ich diese Wohnung gefunden habe", betont die 71-Jährige. Sie fühle sich sehr wohl in ihrem neuen Heim. "Jetzt fehlen nur noch nette Nachbarn, mit denen ich mal einen Kaffee trinken kann."

• Mehr über das Wohnprojekt in Hollern-Twielenfleth, das auch generationsübergreifendes Wohnen ermöglichen soll, lesen Sie in einer der kommenden WOCHENBLATT-Ausgaben.

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