Naturidylle auf dem Obsthof
Die Blumenwiese von Jörn Kolster in Bassenfleth ist ein Paradies für Insekten

Ein Paradies für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge: Auf der Wiese von Jörn Kolster blühen viele verschiedene Pflanzen. Die Sonnenblumen werden noch ein wenig wachsen
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bo. Bassenfleth. Verborgen hinter einer hohen Hecke an der Chaussee in Bassenfleth tut sich für Insekten ein wahres Paradies auf: Jörn Kolster hat auf seinem Obsthof eine große Blühwiese angelegt. 20 verschiedene Wildpflanzen sorgen für einen bunten Blumenteppich in weiß, gelb, orange, rosa, pink und blaulila. Unzählige Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge fliegen die Blüten auf dem 1.200 Quadratmeter großen Areal an und finden reichlich Nahrung. Eine weitere Blumenwiese mit 800 Quadratmetern hat er auf einem Stück Land in der Nähe.

Kolster (54) ist begeistert, wenn er die bunten Blüten und die vielen Insekten sieht. Mit den Wiesen will der Obstbauer bewusst etwas Gutes für die Natur tun - und auch ein Zeichen setzen gegen das schlechte Image der Landwirtschaft: "Viele schimpfen über die Monokulturen auf den Feldern. Dabei muss man nur mal einen Blick in Privatgärten und öffentliche Grünanlagen werfen. Da herrscht auch nicht die große Vielfalt. In den meisten dominieren die Rasenflächen", erklärt Kolster. Der Natur- und Umweltfreund will zeigen, dass es auch anders geht. Auf seinen Blumenwiesen stellt Kolster der Natur das Land ganz bewusst zur Verfügung: "Dafür bekomme ich keinen Cent Subventionen." Nachdem er alte Kirschbäume abgeholzt hatte, kam ihm die Idee, die Fläche als Blühwiese zu nutzen. Im Mai säte er die Blumenmischung aus. Anfangs musste wegen der großen Trockenheit viel gewässert werden, dann fingen die Pflanzen an zu sprießen. Buchweizen, Malven, Ringelblumen, Bockshornklee, Senf, Sonnenblumen, Bienenweide (Phacelia) und vieles mehr gedeihen hier nebeneinander. Bis zu zwei Meter große Exemplare sind jetzt schon dabei und die Sonnenblumen werden noch ein Stück höher wachsen, bis sie anfangen zu blühen. Kolster schätzt, dass die Wiese bis in den September hinein blühen wird.

Auch seine Plantagen bewirtschaftet Kolster im Einklang mit der Natur: Im integrierten Anbau gedeihen Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen. In den Fahrgassen zwischen den Obstbäumen stehen hohes Gras, Löwenzahn, Klee und viele weitere Wildkräuter. "Im Frühjahr waren hier richtige Blütenteppiche und es wimmelte vor Bienen und Hummeln", berichtet Kolster. Am Ufer der Gräben lässt er Schilf und Wildpflanzen wachsen. In einer offenen Halle sind Schwalben zu Hause und haben ihre Nester gebaut.

Schon vor zwanzig Jahren war Jörn Kolster ein Pionier in Sachen Umweltschutz. Als erster Obstbauer im Alten Land ließ er im Jahr 2000 eine Photovoltaik-Anlage zur Stromgewinnung auf dem Dach seiner Lagerhalle anbringen. Inzwischen hat er sein Wohnhaus mit einer Solaranlage bestückt, die für warmes Brauchwasser und Heizungswärme sorgt. Die Pläne gehen aber noch weiter: "Mit einer kleinen privaten Windkraftanlage könnte ich noch mehr grünen Strom für den Betrieb der Kühlräume erzeugen."
Von den Blumenwiesen ist Kolster auf jeden Fall so begeistert, dass er sie im nächsten und auch übernächsten Jahr noch einmal anlegen wird.

Autor:

Susanne Böttcher aus Buxtehude

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