Katharina Schwanemann aus Mittelnkirchen mimt zum Teil schwerverletzte Personen
Kunstblut und Tränen

Vater Eugen Herrmann bekommt von Tochter Katharina Schwanemann eine Schnittwunde geschminkt
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jab. Mittelnkirchen. Mit Kunstblut, Geschrei oder auch mal ganz neben sich stehend machen sie den Einsatzkräften bei Übungen das Leben schwer - die Mitglieder der Realistischen Notfalldarstellung (RND) des DRK-Kreisverbands Stade. Eine von ihnen ist die Studentin Katharina Schwanemann (24), die kürzlich auch an der Übung der Feuerwehrbereitschaft des Landkreises Stade teilgenommen hat. Dank ihrer sehr realistischen Darstellungen, die nicht selten laut ausfallen, ist sie bei Einsatzkräften schon berühmt.

"Wir wollen den Einsatzkräften eine möglichst realisitische Situation bieten", sagt Schwanemann. Dafür schmeißt sie sich in den Matsch, heult auf Knopfdruck los und spult ihr ganzes Repertoire an Schauspielkunst ab. Szenarien, in denen sie ihre Wunden sehen könne, seien ihr dabei am liebsten, gesteht die 24-Jährige. So könne sie sich besser in die Situation hineinversetzen. Nicht nur das Darstellen, sondern auch das Schminken von Wunden beherrscht Schwanemann. Dabei hat es ihr der Geruch des Koffers mit der professionellen Theaterschminke ganz besonders angetan. "Das ist wie eine immerwährende Kindheitserinnerung."

Für Schwanemann ist das Darstellen ihr liebstes Hobby, auch wenn es sehr zeitintensiv ist und oftmals sehr frühes Aufstehen erfordert. Denn das Schminken der Wunden beanspruche teilweise eine Stunde, vor allem wenn es um Verletzungen wie ein abgetrenntes Bein geht. "Für diese Darstellung ist sie berühmt, das kann auch nicht jeder", sagt ihr Vater Eugen Herrmann (59), Leiter der RND. Harmlosere Verletzungen können sie aber auch darstellen, beispielsweise beim Jugendrotkreuz. Dort gehe es in erster Linie um Schnittverletzungen und die Betreuung von Verletzten. Die Übungen seien oft ähnlich, bei der Ausarbeitung der Szenarien hätten sie aber freie Hand. So können sie immer wieder etwas Neues ausprobieren.
Bei ihren Übungen steht immer ihre eigene Sicherheit im Fokus. Ein mit allen vereinbartes Code-Wort zeigt an, wenn eine Person die Übung für sich abbrechen möchte. Denn die psychische sowie körperliche Belastung dürfe man nicht unterschätzen, so Herrmann. "Schnell hat man sich in die Situation hineingesteigert und bekommt Panik. Auch Unterkühlungen sind gefährlich." Schwanemann ergänzt: "Wir passen immer aufeinander auf und können uns gegenseitig gut einschätzen."

Ihre Vorliebe für das besondere Ehrenamt kommt im Übrigen nicht von ungefähr: Ihre ganze Familie ist bei der RND aktiv. "Ich wurde da hineingeboren", sagt die junge Frau. Bereits mit sechs Monaten nahmen ihre Eltern sie mit zu den Übungen. Mitgemacht hat sie da aber noch nicht, wurde stattdessen von anderen Einsatzkräften betüdelt. "Blaulicht und Sirenen haben sie nie gestört", sagt ihr Vater. Wann sie tatsächlich ihren ersten Einsatz hatte, daran kann sich keiner mehr erinnern. Das sei ein fließender Übergang gewesen, so Schwanemann. Offiziell beim DRK ist sie seit ihrem 15. Lebensjahr. Irgendwann möchte sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten und die Gruppe der RND leiten. "Da hätte ich Mega-Lust drauf", sagt Schwanemann. Auf dem besten Weg dahin befindet sie sich bereits.

Neue Darsteller gesucht
Die Mitglieder der Realistischen Notfalldarstellung sind immer auf der Suche nach Mitstreitern. Wer mitmachen möchte, sollte mindestens 18 Jahre alt sein. Eine Ausbildung im medizinischen Bereich ist nicht notwendig, eine Erste-Hilfe-Ausbildung ist von Vorteil. Weitere Informationen zur Gruppe gibt es bei Eugen Herrmann per E-Mail an rnd@kv-stade.drk.de.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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