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Hollern-Twielenfleth: Katastrophe gerade noch abgewendet

Alte/neue Betreiber: Florian Eickmann (li.) übergibt die Mühle "Venti Amica" wieder in die Hände des früheren Betreibers Hein Noodt (Foto: archiv/lt)

Für Mühle "Venti Amica" rechtzeitig "neuen" Betreiber gefunden

ab. Hollern-Twielenfleth.
Da wäre der Mühlenverein der Windmühle "Venti Amica" fast in ein Desaster geschlittert: Im Januar verkündete Florian Eickmann auf einer Versammlung des Mühlenvereins, dass er das Betreiben der Mühle nicht weiter fortführen könne. "Er sagte, er werde noch zwei bis drei Monate zur Verfügung stehen", sagt Vorstandsmitglied Rolf Dammann gegenüber dem WOCHENBLATT.

Das sei ein Schock für die Mitglieder gewesen. "Wir hätten ohne einen neuen Betreiber die Mühle dicht machen müssen", erklärt Dammann. Außerdem wären die Fördergelder, die zur Reparatur der Flügel bewilligt worden waren (das WOCHENBLATT berichtete), weg gewesen. "Und wir hätten alle Spendengelder zurückzahlen müssen." Das Drama wäre in der Auflösung des Mühlenvereins gegipfelt.

Doch zum Glück hat sich eine Lösung gefunden: Der frühere Betreiber Hein Noodt hat dem Verein angeboten, die Geschicke der Mühle wieder zu übernehmen - allerdings nur mit Unterstützung des Vereins. "Wir werden ihm jetzt zu dritt zur Seite stehen", gibt Rolf Dammann bekannt.

Die Mühle sei ab sofort wieder geöffnet, sagt der Vorstandsvorsitzende. Der Betrieb laufe wie gewohnt weiter. Dennoch werde jemand gesucht, der als Müller einspringt oder eine Ausbildung in diesem Beruf macht.

Die Ausschreibungen zur Reparatur der Mühle seien bereits rausgegangen. "In den nächsten vier Wochen müssen Angebote eingeholt werden." Die Zeit drängt, denn die bereitgestellten Fördergelder, die eine Hälfte der Reparaturkosten ausmachen, müssen bis Oktober abgerufen worden sein. Gut 160.000 Euro wird die Reparatur voraussichtlich kosten. "Die andere Hälfte werden wir mit Spendengeldern bestreiten." 

Für Florian Eickmann war der Abschied nicht leicht. Der Entscheidung, auszusteigen, seien viele Überlegungen vorangegangen. "Ich hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, einen Coach zu engagieren", sagte er auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Das wäre aber doch zu kostspielig geworden.

Den Entschluss hatte er aufgrund totaler Überlastung gefasst. "Es war einfach zu viel. Eine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit war kaum noch möglich. Ich hatte so gut wie kein Privatleben mehr, geschweige denn Zeit für meine Familie." Die Arbeit selbst habe ihm sehr viel Spaß gemacht, dennoch ließe sich die Selbstständigkeit mit seinem Privatleben nicht vereinbaren. Florian Eickmann hat wieder in ein Angestelltenverhältnis gewechselt. Der Mühle, sagt er, bleibe er aber weiterhin freundschaftlich verbunden. "Ich freue mich, dass es weitergeht. Sonst wäre eine Tradition zu Ende gegangen."