„Als Christ werde ich in meiner Heimat verfolgt“

Pastor Florian Schneider fühlt mit Kamyar mit: „Der negative Bescheid war ein Schlag.“
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  • hochgeladen von Alexandra Bisping

Obwohl der Flüchtling dem christlichen Glauben angehört, wurde sein Asylantrag abgelehnt

ab. Neu Wulmstorf.Er ist ein überzeugter Christ und soll dennoch zurück in sein Heimatland: Kamyar Z.*, der im Jahr 2012 aus dem Iran nach Deutschland kam und im Juni 2013 zum Christentum konvertierte, erhielt auf seinen Asylantrag einen negativen Bescheid. Noch vor der großen Flüchtlingswelle war er aufgebrochen, um ein neues Leben zu beginnen, hat - wie viele Tausende auch - seine Heimat verlassen, Familie und Freunde. Jetzt befindet er sich in Warteposition. „Ich bin mit viel Hoffnung nach Deutschland gekommen, doch inzwischen bin ich enttäuscht“, sagt der bald 30-Jährige. Derzeit läuft sein Asylfolgeantrag. Wie weitere 353 Flüchtlinge im Landkreis Harburg hat Kamyar Z. den Status „Duldung“.

Kamyar Z. ist verzweifelt: „Ich bin überzeugter Christ und darf trotzdem nicht bleiben. Viele Iraner bekommen positive Antworten auf ihre Asylanträge. Bei mir wurde mein Glaube angezweifelt - warum?“, fragt Z. bedrückt.

Pastor Florian Schneider hatte den Flüchtling in der Lutherkirchengemeinde in Neu Wulmstorf getauft. Er beschreibt den Ablehnungsbescheid als „einen Schlag ins Kontor“: „Ich bin nach wie vor entsetzt, denn damit habe ich nicht gerechnet“, sagt er. Z. war der erste Flüchtling, der mit dem Anliegen, getauft zu werden, zu Schneider kam. Ein gutes halbes Jahr lang besuchte der Iraner zunächst mithilfe eines Dolmetschers den Taufunterricht und führte stundenlange Gespräche mit dem Pastor. Florian Schneider ist überzeugt: „Z. ist ein ehrlicher Mensch, ich glaube ihm.“
Inzwischen suchen immer wieder Flüchtlinge den Pastor mit dem Wunsch auf, zu konvertieren. Doch bei den Gesprächen, so Schneider, stelle sich schnell heraus, ob sie es ehrlich meinten. „Wem es nicht ernst ist, der bleibt irgendwann weg.“

Mit einem langen Brief hatte sich Schneider für den Iraner vor Gericht eingesetzt - bislang ohne Erfolg. „Dieses Misstrauen enttäuscht mich sehr“, gibt Florian Schneider zu.

„Dass der Asylantrag eines Iraners christlichen Glaubens abgelehnt wird, ist ungewöhnlich“, sagt Gerd Ludolfs, Richter am Verwaltungsgericht Lüneburg, zu dem Fall. Gerade die Bekenntnis zum Christentum sei für Iraner, die anschließend in ihr Heimatland zurückgeschickt werden, problematisch und gefährlich. Eine Richtlinie, dass konvertierte Iraner grundsätzlich ein Bleiberecht haben, gebe es allerdings nicht. „Der überwiegende Teil der Richter entscheidet zugunsten der Antragsteller.“

Warum das ins Z.s Fall anders gelaufen ist, kann sich auch Ludolfs nicht erklären.
Z. hat, wie auch beim ersten Antrag, wieder anwaltlichen Beistand und über diesen einen Asylfolgeantrag gestellt. Der Iraner möchte eine Ausbildung im Pflegebereich machen. Ob sein Wunsch Wirklichkeit wird, ist bis heute
sehr ungewiss.

*Name geändert

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