Antworten zu geplanten Windrädern in Ardestorf und Elstorf gefordert

Windräder sind grundsätzlich ein Ärgernis“, 
so Malte Kanebley (CDU)
  • Windräder sind grundsätzlich ein Ärgernis“,
    so Malte Kanebley (CDU)
  • Foto: jd
  • hochgeladen von Alexandra Bisping

Robert Neumann von Bürgerenergie Buxtehude: "Schöner reden kann ich sie nicht"

ab. Neu Wulmstorf. Eigentlich waren Chris Haines und Robert Neumann zur jüngsten Bauausschusssitzung erschienen, um den Anwesenden die Vorteile der Genossenschaft Bürgerenergie Buxtehude darzulegen. Doch der Beginn ihrer Präsentation verzögerte sich um mehr als eine halbe Stunde. Denn in der vorangehenden Einwohnerfragestunde meldeten sich Anlieger aus Elstorf und Ardestorf, um ihre Bedenken zu den dort geplanten Windkraftanlagen zu äußern. Dabei wurde u.a. auf zahlreiche windkraftsensible Vogelarten verwiesen, die im Vorranggebiet vorkommen, viele von ihnen schützenswert. „Wie kann es sein, dass eine solche Fläche ausgewählt wird?“, fragte eine Anwohnerin aus Ardestorf. Auch der Immissionsschutz finde keine ausreichende Berücksichtigung, ebenso wenig festgesetzte Baugrenzen, hieß es.

„Windräder sind grundsätzlich ein Ärgernis“, äußerte sich Ausschussmitglied Malte Kanebley (CDU), „und 1.000 Meter Abstand zum nächstliegenden Wohnhaus sind zu wenig.“ Doch ließe sich an dieser Festsetzung nichts ändern.

Zum Hintergrund: Im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) wurden drei Flächen in Neu Wulmstorf als Vorranggebiete für die Windenergienutzung festgelegt. Eine Fläche mit 18,5 Hektar sowie eine weitere mit 10,4 Hektar liegen zwischen Immenbeck im Norden, Elstorf im Osten und Daensen im Südwesten. Eine dritte Fläche befindet sich zwischen Elstorf, Grauen und Siedlung Grauen. Der überwiegende Teil der Fläche liegt auf Gemeinde-Gebiet, ragt aber mit einem Drittel in die Gemeinde Appel/Samtgemeinde Hollenstedt hinein. Der bestehende Windpark in Ohlenbüttel ist mit 6,5 Hektar und fünf Windkraftanlagen im RROP ebenfalls als Vorranggebiet ausgewiesen. Das ermöglicht ein Repowering der bereits bestehenden Anlagen. Zusammengenommen ergeben diese drei Flächen mit einer weiteren in Hollenstedt eine Größe von gut 50 Hektar. Die Gemeinde hätte die Möglichkeit, ihren Flächennutzungsplan nach Vorgaben des RROP zu ändern und die Flächenabgrenzungen zu übernehmen. Sollte der RROP jedoch nicht mehr wirksam sein, würde die Gemeinde ihre Planungshoheit verlieren.

Fachbereichsleiter Thomas Saunus warf ein: „Das Verfahren wird erst noch eröffnet.“ Von der Firma Windstrom (drei Anlagen) und der Firma Windkontor (eine Anlage) lägen Anträge vor. Daraufhin habe der Landkreis habe diese Flächen akribisch überprüft und festgesetzt. Dennoch werde die Gemeinde jetzt ein eigenes Standortkonzept erstellen lassen und einen Gutachter beauftragen. „Sollte sich Widersprüche herausstellen, werden wir darauf eingehen“, so Saunus. Was die Baugrenzen beträfe: „Eine Windkraftanlage gilt als privilegiertes Bauvorhaben, für sie gelten die üblichen Baugesetze nicht.“

Schließlich kam Bürgerenergie-Vorstand Robert Neumann doch noch zum Zug. „Schöner reden kann ich Windkrafträder auch nicht“, sagte Neumann während seiner Präsentation zum Thema Bürgerwindpark. „Aber da sie auf jeden Fall gebaut werden, sollten wir den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen.“ Durch eine Beteiligung an der Genossenschaft Bürgerenergie könne dafür gesorgt werden, dass gewonnene, erneuerbare Energie direkt vor Ort zum Einsatz käme. Außerdem ließe sich durch den Kauf von Genossenschaftsanteilen Geld zu einem guten Zinssatz anlegen.

• In der Sitzung am Donnerstag, 22. Dezember (19.30 Uhr) wird der Neu Wulmstorfer Rat das Bauleitplanverfahren eröffnen. Ob dann eine Kooperation zwischen der Gemeinde und der Bürgerenergie Buxtehude zustande kommt, wird sich zeigen.

Politik
Michael Roesberg ist noch bis Ende Oktober 2021 im Amt

Verzicht auf eine erneute Kandidatur
Stades Landrat Michael Roesberg tritt nicht wieder an

jd. Stade. Politischer Paukenschlag im Stader Kreishaus: Landrat Michael Roesberg (parteilos) hat am Montagabend erklärt, dass er für eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung steht. Die Amtszeit des 63-Jährigen endet im Oktober 2021. Roesberg steht seit 2006 an der Spitze der Kreisverwaltung. Bisher galt als sicher, dass der amtierende Landrat bei den Kommunalwahlen im Herbst 2021 noch einmal ins Rennen geht. Roesberg hätte beste Chancen für eine Wiederwahl gehabt. Er kann auf die...

Politik
Ist dieses Grundstück massiv mit Glyphosat verseucht? Foto: thl

Baugebiet "Am Luhedeich" ehemals Gärtnerei Bruno Franz
Falsches Spiel der Stadt Winsen?

Glyphosat im Boden und Kuhhandel mit der Deichschutzzone? Winsener wittern Skandal um Baugebiet thl. Winsen. Spielt die Stadt Winsen ein falsches Spiel mit dem Baugebiet "Am Luhedeich", das auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Bruno Franz entstehen soll? Das befürchten zumindest einige Bürger, die an der Öffentlichkeitsbeteiligung teilnahmen, in der die Stadt den Planungsstand vorstellte. "Das Gelände ist massiv mit Glyphosat verseucht. Das wurde uns auf der Veranstaltung von der Stadt...

Politik
"Wenn kein Handeln erfolgt, wird das Problem nicht nachvollzogen": Christian Heermann an der Kreuzung Nordring/Hamburger Straße

Kreuzung Nordring in Buchholz
"Kriminelle Ampelanlage": Harsche Kritik an Untätigkeit

os. Buchholz. In dieser Woche soll die Ampelanlage an der neuralgischen Kreuzung Hamburger Straße/Nordring am nördlichen Eingang zur Stadt Buchholz umgerüstet werden. Damit endet eine jahrelange Phase, die WOCHENBLATT-Leser Christian Heermann (85) als "kriminell" und "lebensgefährlich" bezeichnet: "Das haben die Stadt Buchholz und der Landkreis von mir im vergangenen November schriftlich bekommen." Wie berichtet, hatte sich der Landkreis auf FDP-Initiative entschieden, die Ampelanlage...

Politik
An den Elbe Kliniken wird Kritik geübt
  2 Bilder

Aus Protest Aufsichtsratsmandat niedergelegt
CDU-Fraktionschefin kritisiert Versäumnisse bei den Elbe Kliniken

jd. Stade. Aufsichtsrat - der geheimnisvolle Zirkel: Die meiste Zeit wirkt ein Aufsichtsrat eher im Verborgenen. Scheidet jemand aus dem Gremium aus, geschieht das meist sang- und klanglos. Die Öffentlichkeit erfährt in der Regel davon nichts. Ganz anders bei der Stader CDU-Ratsherrin und Fraktionschefin Kristina Kilian-Klinge: Sie legte beim Aufsichtsrat der Elbe Kliniken einen Abgang mit Pauken und Trompeten hin. Statt des üblichen Zweizeilers schrieb sie ein dreiseitigen Brief - gespickt mit...

Politik
Pferdehalterin Sabine Popp sieht sich auf ihrer Weide in Glüsingen dem auf dem Nachbarland üppig wachsenden Jakobskreuzkraut ausgesetzt

Für Weidetiere giftig
Jakobskreuzkraut: Kritik an Gemeinde Seevetal hält an

ts. Glüsingen. Weil das für Weidetiere giftige Jakobskreuzkraut üppig auf ökologisch bewirtschafteten Flächen der Gemeinde Seevetal wächst, gerät die Gemeindeverwaltung bei Weidetierhaltern zunehmend in die Kritik. Nach dem WOCHENBLATT-Bericht über den Protest in Ramelsloh zeigt sich auch Sabine Popp, Betreiberin einer Pferdepension in Glüsingen, besorgt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Weideland gedeiht die gelb blühende Pflanze großflächig. Der Verzehr des Jakobskreuzkrauts kann bei...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen