Ein Biotop, zu wertvoll für den Bulldozer? Wo bleibt die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Waldsiedlung

Carmen Friedrich zeigt das Feuchtbiotop direkt an der 
Panzerringstraße, quasi auf der anderen Straßenseite beginnt das Neubaugebiet
  • Carmen Friedrich zeigt das Feuchtbiotop direkt an der
    Panzerringstraße, quasi auf der anderen Straßenseite beginnt das Neubaugebiet
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Neu Wulmstorf. Die Pläne der Gemeinde Neu Wulmstorf mit den Investoren Sparkasse und Niedersächsische Landgesellschaft auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne ein zehn Hektar großes Baugebiet für 52 Häuser auf einem großzügigen Waldgrundstück auszuweisen - die sogenannte Waldsiedlung - stoßen bei den Bewohnern der angrenzenden Heidesiedlung auf harsche Kritik (das WOCHENBLATT berichtete). Vor allem die Tatsache, dass sich die Behörden noch nicht um eine aus Sicht der Bürgerinitiative dringend gebotene Umweltverträglichkeitsprüfung gekümmert hat, sorgt für Unmut. Carmen Friedrich von der BI zeigte jetzt dem WOCHENBLATT, warum das Biotop vor ihrer Haustür auf keinen Fall bebaut werden sollte.
Ortstermin: Noch liegt der Wald auf dem ehemaligen Kasernengelände still da. Vögel zwitschern, es riecht nach Harz. Hier wachsen Kiefern in die Höhe, aber auch andere Bäume haben sich angesiedelt. „Das sind teilweise Aufforstungen, die schon die Bundeswehr vorgenommen hat“, erklärt Carmen Friedrich. Sie verweist auf die vielen kleinen Buchen. „Hier stehen nicht nur geringwertige Nadelbäume, sondern es ist ein Mischwald entstanden“. Durch die Siedlung werde das alles für immer zerstört. „Sehen sie mal dort die Armeisenhaufen. Hier im Wald gibt es noch viele davon. Ob die vor den Baumaßnahmen alle umgesiedelt werden?“ Carmen Friedrich glaubt es nicht.
Besonders besorgt ist man bei der BI auch über den zunehmenden Verkehr. Wie viele Autos auf der ehemaligen Panzerringstraße fahren werden, darüber gibt es widersprüchliche Zahlen. Die Gemeinde spricht von 250 Fahrten am Tag, bei der BI rechnet man mit dem Doppelten. Doch im Frühjahr könnte jedes Auto zu viel sein. Hintergrund: Direkt neben der Straße, nur einen Steinwurf vom potenziellen Siedlungsgebiet entfernt, beginnt ein großes Feuchtbiotop. Laut BI bieten der See und der umliegende Sumpf einer Vielzahl von Amphibien eine Heimat. Kommt die Siedlung, werde die Straße mit ihrem vielen Verkehr für die Tiere zur Todesfalle.
Ist eine Besiedlung wirklich vertretbar? Beeinträchtigt der Verkehr das angrenzende Feuchtbiotop in unzumutbarer Weise? Wie viele geschützte Arten leben auf den überplanten Waldflächen? All diese Fragen müssen nach Auffassung der BI in einer Umweltverträglichkeitsprüfung geklärt werden. Verwundert ist man daher, dass eine solche Untersuchung bisher nicht stattgefunden hat. „Wenn hier wirklich nächstes Frühjahr die Bulldozer kommen, wann soll dann noch hinreichend geprüft werden“, fragen sich die BI-Aktivisten.
Bei der Gemeinde erklärt Pressesprecherin Sandra Lyck dazu: „Die Erhebungen für die Prüfung werden derzeit schon durchgeführt.“ Die Ergebnisse würden selbstverständlich vor Baubeginn im Rahmen der öffentlichen Auslegung bekannt gemacht. „Dann kann jeder, der sich interessiert, hier im Rathaus die Abwägungen einsehen“, so die Pressesprecherin.

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