Mobilität Neu Wulmstorf
Grüne stellen die Weichen für Bikesharing

sv/nw. Neu Wulmstorf. Von Neu Wulmstorf aus spontan und günstig mit dem Leihfahrrad in die Ortsteile oder in benachbarte Stadtteile Hamburgs fahren? Was in Hamburg seit Jahren mit dem Fahrradverleihsystem StadtRAD Realität ist, soll nun auch in Neu Wulmstorf kommen. Dazu haben Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag eingebracht, ein vollständig ins Hamburger System integriertes Bikesharing für Neu Wulmstorf zu prüfen und umzusetzen. „Neu Wulmstorf wäre die erste voll ins StadtRAD-System integrierte Umlandgemeinde. Ein toller Impuls und ein wichtiges Signal für die Landtagswahl, dass die niedersächsische Mobilitätswende von uns Grünen ausgeht,“ freut sich die grüne Direktkandidatin des an Hamburg angrenzenden Wahlkreises 51, Angela Sanchez.

„Sharing-Konzepte waren ein Kernthema unseres Kommunalwahlkampfs. Daher ist es uns wichtig, hier gleich am Anfang der Wahlperiode die Initiative zu ergreifen,“ sagt Jens W. Kock, Ratsherr der Grünen und Antragsteller. Initiator und Grünen-Mitglied Lennart Fahnenmüller erläutert das Konzept mit insgesamt bis zu zehn Stationen im Gemeindegebiet: „Wir streben drei Umsetzungsstufen an. Stufe 1 soll Schlüsselziele wie den Bahnhof, die Einkaufsmeile rund ums Rathaus und das Freibad abdecken. Die Stufen 2a und 2b – die kombiniert oder in beliebiger Reihenfolge in Abhängigkeit von der Nachfrage umsetzbar sind – sollen dichte Wohngebiete wie die Lessinghöfe und das Gebiet um Moorweg, Kirchberg und Sportzentrum sowie die Ortsteile Wulmstorf, Daerstorf, Elstorf und Rübke umfassen.“ So sei das System auch als Ergänzung des ÖPNV zu verstehen: „Wir nehmen auch Standorte mit, die das Busnetz aktuell nicht ausreichend bedient.“ Wer mit dem Leihfahrrad im Bedarfsfall direkt nach Neugraben oder Fischbek fahren könne, wo alle 10 Minuten Busse fahren, sei darüber hinaus auch im Fall von Störungen bei der S-Bahn nicht sofort abgehängt.

Neben dem Plus an Mobilität für Neu Wulmstorf sei die bessere Erreichbarkeit des Ortskerns von Neu Wulmstorf aus den Fischbeker Neubaugebieten, die auf Hamburger Seite an StadtRAD angeschlossen sind, ein Hauptargument: „Wir sind davon überzeugt, dass die Anbindung für den Ortskern positive wirtschaftliche Impulse setzen und Menschen für einen Einkauf, ein Eis oder einen Schwimmbadbesuch nach Neu Wulmstorf locken wird,“ so Fahnenmüller. Für 2023 sei innerhalb des noch bis 2028 laufenden Hamburger Vertrags die Realisierung weiterer sechs StadtRAD-Stationen in Neugraben-Fischbek geplant, wovon man sich erhebliche Synergien erhoffe: „Wir müssen jetzt handeln, um bis 2028 das Maximum zu erreichen. Bei einer Neuausschreibung wollen wir dann gleich mit Hamburg in einem Boot sitzen und den Ausbau des integrierten Systems unter Nutzung von Effizienzvorteilen vorantreiben.“

In fünf Euro Jahresbeitrag sind im StadtRAD-Konzept 30 Freiminuten pro Leihvorgang enthalten, sodass von Neu Wulmstorf aus ein gedachter Halbkreis von Elstorf über Neugraben und Hausbruch bis nach Neuenfelde ohne Zusatzkosten erreichbar wäre. Erst danach fällt eine Gebühr von zehn Cent pro Minute an. Rainer Löbel, Mitglied der Gruppe Grüne/Linke im Rat und des Ausschusses für Umwelt, Mobilität und öffentliche Ordnung: „Wir als Linkspartei unterstützen das Konzept daher besonders wegen der sozialpolitischen Komponente: für fünf Euro ein Jahr mobil vor Ort, das schafft kein anderes Verkehrsmittel.“

Das Fahrradverleihsystem ist dabei keineswegs als Ersatz für eine Stärkung des ÖPNV gedacht, die weiterhin ganz oben auf der „grünen Agenda“ für Neu Wulmstorf steht. „Wir wissen jedoch um die angespannte Haushaltslage. Kein anderes Verkehrsmittel kann für einen überschaubaren Betrag derart viel für die Mobilität vor Ort leisten wie ein Fahrradverleihsystem,“ so Tilo Wilkens, Ratsherr der Grünen und Mitglied im Finanz- und Wirtschaftsausschuss. Der Antrag enthalte daher einen Prüfauftrag an die Verwaltung der Gemeinde zu Vergabemöglichkeiten und zu den erwarteten Kosten. Sofern die erforderlichen Schritte nun zügig unternommen werden und das Konzept von den anderen Parteien im Rat unterstützt werde, sei eine Umsetzung ab 2023 denkbar, heißt es seitens Bündnis 90/Die Grünen Neu Wulmstorf.

Autor:

Svenja Adamski aus Buchholz

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