Neu Wulmstorf: Kampf um Gewerbebetriebe

Bürgermeister Rosenzweig will die Handlungsfähigkeit der Gemeinde erhalten
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bc. Neu Wulmstorf. Ist Neu Wulmstorf wirklich so unattraktiv für Unternehmen, wie es jüngst von Seiten der CDU im Gemeinderat kolportiert wurde? Bürgermeister Wolf Rosenzweig (SPD) hält dagegen. Er will jetzt den Paradigmenwechsel in der Politik erzwingen. Weil die Gemeinde über keine eigenen Flächen verfügt, auf denen sich Gewerbetreibende ansiedeln können, soll Neu Wulmstorf Geld in die Hand nehmen, um Land zu kaufen. „Andernfalls werden wir immer wieder ansiedlungswillige Betriebe vertrösten müssen“, sagt Rosenzweig.

Welche Flächen das sein sollen, verrät der Bürgermeister (noch) nicht. Er skizziert das Problem: Weil die relativ junge Gemeinde Neu Wulmstorf historisch bedingt keine eigenen Grundstücke besitzt, kann die verwaltungseigene Wirtschaftsförderung im Rathaus nur vermitteln und nicht vermarkten. Das Heft des Handelns halten andere Akteure in der Hand. Auf den freien Flächen im alten Gewerbegebiet sitzen laut Rosenzweig Privatleute: „Da kommen wir nicht ran. Ich habe es gerade wieder erlebt, dass sich ein Unternehmen für ein Grundstück interessiert hat, der Eigentümer aber nicht verkaufen wollte.“ Im Kampf um Gewerbesteuer zahlende Unternehmen ein denkbar schlechtes Signal.

Die Gemeinde Neu Wulmstorf muss sich in der Sandwich-Position zwischen der Metropole Hamburg und der Kleinstadt Buxtehude behaupten. Bis jetzt tue sie das ganz gut, so Rosenzweig. Dass die Politik vor Kurzem für eine Erhöhung der Gewerbesteuer auf 400 Prozentpunkte stimmte, hält Rosenzweig für problemlos angesichts von 470 Prozentpunkten in Hamburg und 410 in Buxtehude: „Der entscheidende Punkt ist, dass Buxtehude über eigene Flächen verfügt und damit handlungsfähig ist, Neu Wulmstorf nicht.“ Ohnehin spiele die Höhe des Gewerbesteuersatzes für Unternehmen bei der Wahl ihres Standortes eine eher untergeordnete Rolle. Wichtiger seien neben der Verkehrsanbindung sogenannte weiche Faktoren: „Dazu gehört auch eine gute Infrastruktur mit Schulen und Kindergärten“, so Rosenzweig. Am Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten arbeite die Gemeinde gerade.

Rund 900 Unternehmen sind in Neu Wulmstorf aktuell angemeldet, die 3.849 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen (Stand Mitte 2013). Die Gemeinde plant in 2013 mit 5,755 Mio. Euro und in 2014 mit 6,301 Mio. Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer.

Im Sport- und Marketingausschuss - voraussichtlich am 15. Mai - will Rosenzweig sein Konzept zur Wirtschaftsförderung vorstellen.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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