Catcalling
Das ist verbale sexuelle Belästigung, kein Kompliment

Über verbale sexuelle Belästigung sprechen nur wenige Frauen - viele schämen sich
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Blaulicht
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Horneburg: 68-Jähriger stirbt an Unfallstelle
Toter nach schwerem Verkehrsunfall

sv/nw. Horneburg. Ein 68-jähriger Fahrer ist am frühen Donnerstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall in Horneburg ums Leben gekommen. Gegen 13.30 Uhr war der VW-Tiguan-Fahrer aus Friedrichskoog auf der Landesstraße 124 zwischen Issendorf und Horneburg unterwegs, als er in einer leichten Rechtskurve aus bisher ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn abkam und dort frontal gegen einen Straßenbaum prallte. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte der Pkw auf die Beifahrerseite, der...

Wirtschaft
Beim umstrittenen Thema Surfpark hielten sich die Stimmen von Befürwortern und Gegnern die Waage

Online-Voting im WOCHENBLATT
Leser-Umfrage zum Surfpark Stade: Fast ein Patt

jd. Stade. Dieses Bauprojekt bietet offenbar reichlich Diskussionsstoff: Beim geplanten Surfpark in Stade gehen die Meinungen auseinander. Das WOCHENBLATT wollte ein Stimmungsbild bei den Leserinnen und Lesern einfangen und richtete daher ein Online-Voting aus. Das brachte folgendes Ergebnis: 49 Prozent sprechen sich für einen Surfpark aus, 46 Prozent positionieren sich ganz klar dagegen. Der Aussage, dass der Surfpark nur gebaut werden soll, wenn bestimmte ökologische Kriterien eingehalten...

Panorama
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Corona-Zahlen am 27. Januar im Landkreis Harburg
1.290,2: Sieben-Tage-Inzidenz wieder leicht gestiegen

(lm). Der Landkreis Harburg hat am gestrigen Donnerstag, 27. Januar, 589 neue Corona-Fälle registriert. 3.303 Fälle waren es in den vergangenen sieben Tagen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis ist leicht angestiegen und lag bei 1.290,2 (1.263,6 am Vortag). Ebenfalls angestiegen sind die Werte der landesweiten Hospitalisierungsinzidenz (7,3 auf 7,4) und der Intensivbettenbelegung (5,2 Prozent auf 5,4 Prozent). Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind im Landkreis Harburg insgesamt 20.969...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Service
Rund 85 bis 90 Prozent der Fragen zu Corona werden direkt bei der Hotline beantwortet
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Corona-Update vom 28. Januar
Große Nachfrage: Corona-Hotline des Landkreises Stade ist ab 31. Januar auch nachmittags besetzt

jd. Stade. Das WOCHENBLATT hatte es im Corona-Update vom gestrigen Donnerstag bereits angekündigt (siehe unten): Der Landkreis Stade wird seine Corona-Hotline (Tel. 04141 – 123456) ab dem kommenden Montag, 31. Januar, auch nachmittags freischalten. Die Hotline wird ab dann nicht nur montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt sein, sondern zusätzlich auch montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr. „Mit den steigenden Fallzahlen wird das Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger noch...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Blaulicht
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Nächtlicher Großeinsatz in Agathenburg
Feuer in Motorradwerkstatt: 400.000 Euro Schaden

tk. Agathenburg. Ein Feuer in einer Motorradwerkstatt im Gewerbegebiet in Agathenburg hat in der Nacht zu Freitag einen Schaden von rund 400.000 Euro verursacht.  Der Brand wurde gegen 4.45 Uhr von einem Wachdienst entdeckt. Das Sicherheitsunternehmen hatte zuvor eine Alarmmeldung bekommen und vor Ort kontrolliert. Der Mitarbeiter bemerkte den Brand ind er werkstatt und alarmierte Feuerwehr und Polizei. Die Ortswehren Agathenburg und Dollern fuhren zum Brandort entsandt. Es schlugen bereits...

Service
Zahlreiche mobile Impfteams sind im Landkreis Harburg unterwegs

Wo wird momentan geimpft?
Aktuelle Impfangebote im Landkreis Harburg

(lm). Wo wird im Landkreis Harburg aktuell geimpft? In zahlreichen Einrichtungen nehmen mobile Impfteams des DRK und der Johanniter derzeit den Kampf gegen das Coronavirus auf.  Diese Veranstaltungen wurden im Landkreis Harburg wegen Corona abgesagt Freitag, 28. Januar:  Buchholz, Buchholzer Höfe, 10 bis 17 UhrNeu Wulmstorf, Impfstützpunkt Am Marktplatz 24, 11 bis 18 UhrWinsen, Impfstützpunkt, 10 bis 17 UhrStelle, DRK Ortsverein, 15 bis 18 Uhr Samstag, 29. Januar: Buchholz, Buchholzer Höfe, 9...

(sv). Eigentlich bin ich, Svenja Adamski, WOCHENBLATT-Redaktionsvolontärin, überzeugte Kapuzenpulli-Trägerin, ziehe mich lieber warm als hübsch an und gebe nichts auf Make-up. Jetzt habe ich mir aber doch mal eine richtig schicke schwarze Lederjacke mit warmem Teddyfell aus Baumwolle gekauft, weil ich sie absolut fantastisch fand. Kaum dass ich mein neues Lieblingsstück trug, durfte ich mir allerdings eine Menge niedere Anmachsprüche und Gepfeife auf offener Straße anhören, so wie ich es bisher selten erlebt habe.

WOCHENBLATT-Volontärin Svenja Adamski
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Für die meisten Frauen, die regelmäßig unter verbaler sexueller Belästigung leiden, ist es völlig egal, was sie tragen - angemacht werden sie dennoch. Doch bei mir waren die letzten dreckigen Kommentare nun schon einige Zeit her und als sie mit dem Tragen meiner neuen Lederjacke wieder so verstärkt anfingen, wollte ich das Thema dieses Mal nicht einfach so wie sonst immer ruhen lassen.
Am unangenehmsten war ein Transporter-Fahrer, der aus voller Fahrt mitten auf dem Zebrastreifen anhielt, den ich gerade überquert hatte, und mir durchs offene Fenster hinterherpfiff. Anstatt in seiner Fahrtrichtung neben der Straße herzulaufen wie geplant, änderte ich die Richtung und bog in eine Seitenstraße ab.
Rückblickend betrachtet ärgern mich Situationen wie diese vor allem deshalb, weil ich zu überrumpelt war, um meiner jetzt sehr deutlich spürbaren Wut Luft zu machen. In dem Moment überwog jedoch die innere Unruhe und zwang mich, sicheren Abstand zu suchen.
Steffi L. (Name geändert) ist Mitte zwanzig und wohnt in Buchholz (Landkreis Harburg). Sie hat mit verbaler sexueller Belästigung noch mehr Erfahrung. "'Wow, du hast ja schon einen geilen Hintern' oder 'Du siehst echt fickbar aus' fand ich schon extrem", erzählt sie. Dass Männer sie mit den Augen ausziehen, ihr hinterherpfeifen und -rufen, passiere ihr sowohl in großen Städten wie Hamburg als auch in Buchholz. Allerdings nicht nur im öffentlichen Raum, auch im größeren Freundeskreis: "Das sind übergriffige Sprüche, die nicht mehr nur ein Scherz unter Freunden sind, sondern eine unangenehme Ernsthaftigkeit annehmen."
"Catcalling" wird verbale sexuelle Belästigung auf Englisch genannt (etwa: einer Katze nachrufen). Dabei geht es nicht um ein einfaches Kompliment, sondern um anzügliche Äußerungen, wie Nachrufen oder Hinterherpfeifen, durch das eine Person auf ihren Körper reduziert wird.

Auch in Deutschland taucht der Begriff in letzter Zeit immer öfter in den Medien auf. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen befragte im Herbst erstmals 3.908 Personen zum Thema "Catcalling". Das Ergebnis: 90 Prozent der von verbaler sexueller Belästigung Betroffenen sind Frauen. Ein Viertel der Befragten identifiziert sich mit der LGBTQ-Community (Sammelbegriff für Personen unterschiedlicher sexueller Orientierung, Trans-Personen sowie Personen, die sich als divers identifizieren). Das Durchschnittsalter beträgt 30 Jahre.
Über die Hälfte der Befragten gab an, durch die Belästigungen ängstlicher geworden zu sein und sich an bestimmten Orten unsicher zu fühlen, besonders wenn sie nachts allein unterwegs sind. 40 Prozent vermeiden deshalb bestimmte Orte oder Routen, acht Prozent änderten ihren Kleidungsstil. Viele Teilnehmende fühlen sich bloßgestellt und zum Objekt herabgewürdigt, manche schämen sich nun ihres Körpers. Depressionen, Schlafstörungen, Müdigkeit oder Antriebsarmut können die Folgen sein. Dennoch ist verbale sexuelle Belästigung bislang keine Straftat und auch keine Ordnungswidrigkeit in Deutschland. In Frankreich können immerhin Geldstrafen ausgesprochen werden, solange die Tat von einem Polizisten beobachtet wird.

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Wie kann man sich wehren?

Stades Gleichstellungsbeauftragte Karina Holst rät Betroffenen, sich im Falle sexueller Belästigung auf jeden Fall Hilfe zu holen. Also andere Passanten anzusprechen und sie auf das belästigende Verhalten aufmerksam zu machen. Das Handy zu ziehen und ein Video machen. Oder die belästigende Person direkt zu konfrontieren. "Mit kurzen, klaren Sätzen." Dabei rät sie aber auch zur Vorsicht: "Es ist zwar gut, wenn wir Frauen als Heldinnen durch die Straßen gehen, aber wir müssen auch immer eine realistische Einschätzung der Situation haben." Wer eine (verbale) sexuelle Belästigung als Außenstehender beobachtet, den bittet Holst, nicht wegzusehen, sondern sich einzumischen. Gleichstellungsbeauftragte seien für die Beratung und Verweisung an die richtigen Fachexperten zudem eine gute erste Ansprechpartnerin.
• Liebe Leserinnen, was sind Ihre Erfahrungen mit verbaler sexueller Belästigung? Wie gehen Sie damit um? Und Sie, liebe Leser, als Väter, Partner oder flirtende Singles, haben Frauen in Ihrem Umfeld schon über ähnliche Erfahrungen mit Ihnen gesprochen? Oder haben Sie heute zum ersten Mal über das Thema gelesen? Schreiben Sie uns einen Leserbrief an svenja.adamski@kreiszeitung.net mit Ihrem Namen und Wohnort.

Catcalling - ein problematischer Begriff

(sv). Beim Recherchieren fand ich den englischen Begriff für verbale sexuelle Belästigung vor allem verharmlosend. Doch die Stader Gleichstellungsbeauftragte Karina Holst und ich wurden uns im Gespräch schnell einig, dass "Catcalling" auch sexistisch konnotiert ist. Sicher, "verbal sexual harassment" ist genauso ein Zungenbrecher wie die deutsche Variante, aber ist es da wirklich angebrachter, Betroffene als Katze zu bezeichnen? Trägt der Begriff nicht sogar noch zu dem Problem bei, dass Betroffene ihr Aussehen als Grund für die Belästigung sehen und sich selbst die Schuld geben? Laut englischen Wörterbüchern stammt der Begriff aus dem 17. Jahrhundert und bezeichnete die Buhrufe aus dem Publikum bei Theateraufführungen. In Zusammenhang mit anbiedernden Anmachsprüchen finde ich das Wort jedoch wenig treffend und plädiere dafür, verbale sexuelle Belästigung als genau das zu benennen, was sie ist. Svenja Adamski

Junger Mann stirbt bei Verkehrsunfall

Leser*innen zu verbaler sexueller Belästigung
Autor:

Svenja Adamski aus Buchholz

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