Ministerpräsidentenkonferenz: Keine Lockerungen
PCR-Tests vorrangig für medizinisches Personal und Risikopatienten

(as). Die Winterruhe in Niedersachsen geht in die dritte Runde. Seit Mitte Dezember gilt im gesamten Land die Warnstufe drei, das wird auch in den nächsten Wochen weiter notwendig bleiben. Das teilt die Presse- und Informationsstelle der Niedersächsischen Landesregierung jetzt mit. 

Laut Pressemitteilung sind derzeit weder Lockerungen noch weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen geplant. Allerdings haben sich die Länderchefs bei der Ministerpräsidentenkonferenz darauf geeinigt, eine Priorisierung der PCR-Tests vorzunehmen. So soll eine Überlastung der Labore verhindert werden. 

Vorrangig sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, in Arztpraxen, in der Pflege etc. PCR-getestet werden, damit die Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner gegen Corona-Infektionen geschützt werden. Außerdem sollen Risikopatientinnen und -patienten PCR-getestet werden, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen.

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, die an Omikron erkrankt sind, gilt zukünftig, dass  nach sieben Tagen die Isolation bei 48 Stunden Symptomfreiheit durch einen zertifizierten Antigen-Schnelltest beendet werden kann.

Die Zahl der mit Omikron infizierten Menschen steigt auch in Niedersachsen nach wie vor. Heute sind es fast 690 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in sieben Tagen, ein baldiges landesweites Überschreiten der 1.000er-Grenze ist zu befürchten. Im Landkreis Harburg lag die sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei  1.319,8. Das ist die zweithöchste Inzidenz in Niedersachsen. Der Landkreis Stade weist mit 514 den niedrigsten Inzidenzwert aller Landkreise in der Region auf. 

Die Niedersächsische Landesregierung warnt: auch das Omikron-Virus kann zu Krankenhauseinweisungen und in Einzelfällen zum Tod führen. Und selbst sogenannte "moderate" Verläufe sind oft mit hohem Fieber und tagelangen schweren Kopfschmerzen verbunden.

Die Zahl der wegen einer COVID-Infektion auf den Normalstationen der niedersächsischen Krankenhäuser aufgenommenen Patientinnen und Patienten wächst stetig an. Wenn die Fallzahlen, wie von Expertinnen und Experten vorhergesagt, in den nächsten Wochen um das vier- bis sechsfache steigen, dann werden auch hier deutlich mehr Menschen im Krankenhaus sein. Das wäre dann die Folge der schieren Zahl von Neuinfektionen – auch wenn Omikron zu weniger schweren Erkrankungen führt. Gleichzeitig führen im Krankenhaus- und Pflegebereich Personalausfälle aufgrund von Corona-Infektionen bereits jetzt zu Engpässen

Dazu Ministerpräsident Stephan Weil: „Wir befinden uns inmitten einer harten Infektionswelle, die noch längst nicht abgeklungen ist. Bis dahin aber müssen wir die aktuellen Schutzmaßnahmen noch eine Zeit lang aufrechterhalten und geduldig und vorsichtig bleiben. Wir dürfen die Omikron-Variante nicht unterschätzen. Wir müssen uns alle weiterhin umsichtig und verantwortungsvoll verhalten, um uns und andere zu schützen und um damit auch das Klinikpersonal zu entlasten sowie Schulen und Kitas offen zu halten. Wir haben es seit nunmehr zwei Jahren mit vielen Anstrengungen und Einschränkungen gemeinsam geschafft, das Virus in Niedersachsen vergleichsweise im Griff zu behalten – diesen hart erarbeiteten Erfolg dürfen wir jetzt nicht aufs Spiel setzen.“

Niedersachsen wird auch weiterhin intensiv für eine flächendeckende Impfung der Bürgerinnen und Bürger werben und kontinuierlich niedrigschwellige Impfangebote unterbreiten. „Die aktuelle Corona-Welle“, so Weil, „wird nur dann die letzte sein, wenn wir nicht nur beim Boostern, sondern auch bei den Erst- und Zweitimpfungen noch mal einen deutlichen Schritt nach vorne machen können. Nur wenn wir eine sehr hohe Impfquote vorweisen können, haben wir eine gute Chance, dass wir im nächsten Herbst und Winter nicht erneut das gesellschaftliche Leben herunterfahren müssen.“

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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