Über härtere Corona-Regeln bis zum Jahreswechsel soll am 25. November entschieden werden
Privatkontakte noch stärker einschränken

Noch sind wir weit von dem angestrebten Wert von 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche entfernt. Kanzlerin Merkel forderte strenge Regeln, die Ministerpräsident vertagten die Diskussion auf nächste Woche. Dann sollen verbindliche Richtlinien für Dezember und den Jahreswechsel beschlossen werden
  • Noch sind wir weit von dem angestrebten Wert von 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche entfernt. Kanzlerin Merkel forderte strenge Regeln, die Ministerpräsident vertagten die Diskussion auf nächste Woche. Dann sollen verbindliche Richtlinien für Dezember und den Jahreswechsel beschlossen werden
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(as). Die Länderchefs haben ihr Veto eingelegt: Die Entscheidung über eine Verschärfung der Corona-Regeln wird erst am 25. November fallen. Damit setzten sich die Ministerpräsidenten am Montag beim Corona-Gipfel gegen Kanzlerin Angela Merkel durch, die auf eine schnelle Reaktion drängte angesichts weiterhin hoher Fallzahlen: Von dem angestrebten Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche sei man noch weit entfernt.

"Für die Wintermonate brauchen wir eine Gesamtstrategie. Die Bürger benötigen vor allem mit Blick auf das Weihnachtsfest, aber auch darüber hinaus eine klare Orientierung. Erforderlich ist ein sorgfältig zu erarbeitender Plan mit allen notwendigen Corona-bedingten Einschränkungen, aber auch mit wesentlichen persönlichen Freiheiten. Wir brauchen Regeln, die wir alle auch über mehrere Wochen einhalten können", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am Montagabend in einer Pressekonferenz.

Das gemeinsame Ziel müsse weiterhin sein, die Zahl der derzeit noch auf einem sehr hohen Niveau liegenden Neuinfektionen deutlich abzusenken, damit dann auch weniger Menschen schwer an COVID-19 erkranken. Denn die Zahl der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen nehme derzeit weiterhin zu.

"Wir müssen deshalb nicht nur die bisherigen Kontaktbeschränkungen aufrechterhalten, sondern die Bürger bitten, in der zweiten Novemberhälfte noch konsequenter als bislang auf direkte Kontakte zu Menschen, die nicht aus ihrem eigenen Hausstand kommen, zu verzichten", betont Weil. Überall dort, wo sich Menschen begegneten, steige das Infektionsrisiko – vor allem bei privaten Zusammenkünften.

"Ich bitte die Niedersachsen deshalb sehr eindringlich, die persönlichen Kontakte wirklich auf das Allernötigste zu begrenzen. Wenn möglichst viele Menschen in den nächsten Wochen gänzlich auf private Feiern verzichten und private Treffen wirklich konsequent auf nur einen festen weiteren Hausstand beschränken, haben wir eine gute Chance, das Infektionsgeschehen besser in den Griff zu bekommen", appelliert der Ministerpräsident.

Für Besuche bei Älteren oder Erkrankten gelte eine besondere Vorsicht und Umsicht. "Wer selbst erkältet ist oder sich krank fühlt, möge lieber telefonieren oder einen Brief schreiben", rät Weil. Gutsitzende Schutzmasken seien ebenso wichtig wie ein hinreichend großer Abstand und eine intensive Belüftung der Räume.

Empfehlungen betreffen vor allem den privaten Raum

Statt verbindlicher Vorschriften gab es nachdrückliche Appelle:
Private Kontakte: Dringende Empfehlung, private Treffen auf einen festen weiteren Hausstand zu beschränken. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche. Auf private Feiern sollte verzichtet werden.
Arztbesuch: Atemwegserkrankungen mit telefonischer Krankschreibung zuhause auskurieren.
Reisen: Empfehlung, auf nicht notwendige Reisen und touristische Tagesausflüge zu verzichten und nicht notwendige Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden.
Masken für Risikogruppen: Ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankung sollen für die Wintermonate je 15 FFP2-Masken erhalten.
Schulen: Das Thema Schulen wurde vertagt. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne stellte nach Redaktionsschluss seine Pläne für die Schulen vor.

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Anke Settekorn aus Jesteburg

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