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++ A K T U E L L ++

199 Werftmitarbeitern droht die Kündigung

80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkrieges: Kurt Steffens war bei der Umbettung seines Krieg gefallenen Vaters dabei
Eine würdige Ruhestätte in Russland

Elke und Kurt Steffens auf der Kriegsgräberstätte in der russischen Stadt Rshew. 
Auf der Stele steht auch der Name von Emil Steffens  Fotos: privat
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  • Elke und Kurt Steffens auf der Kriegsgräberstätte in der russischen Stadt Rshew.
    Auf der Stele steht auch der Name von Emil Steffens Fotos: privat
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Kurt Steffens hat seinen Vater Emil nie kennengelernt. Der wurde im Oktober 1941 auf dem Vormarsch nach Moskau, kurz bevor die deutsche Offensive im russischen Winter steckenblieb, von einer feindlichen Kugel tödlich getroffen - im Alter von 31 Jahren. Der kleine Kurt war zu diesem Zeitpunkt erst zwei Monate alt.
Seinen Vater kennt der gebürtige Kehdinger, der inzwischen in der Nähe von Braunschweig lebt, aber noch mehrere Verwandte in Wischhafen hat, nur von einigen vergilbten Fotos. Neben einem Hochzeitsfoto seiner Eltern verwahrt Kurt Steffens ein Bild, das Kurts Mutter von einem Kameraden ihres Mannes zugeschickt bekam. Es zeigt Soldaten bei einer Trauerfeier vor frisch angelegten Reihengräbern. "In einem dieser Gräber wurde mein Vater bestattet", sagt Kurt Steffens nachdenklich.

Gerade dieses Foto war für den mittlerweile 78-Jährigen von besonderer Bedeutung, half es doch, den Ort des Begräbnisses ausfindig zu machen. "Schon als Kind hatte ich mir fest vorgenommen, das Grab meines Vaters aufzusuchen." Doch Kurt Steffens konnte sich gemeinsam mit seiner Frau Elke erst persönlich auf die Suche begeben, nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war. Was sein Vorhaben erschwerte: Die Familie wusste zwar, dass Emil Steffens in dem Dörfchen Talutino unweit der russischen Großstadt Twer bestattet war. "Doch Talutino ist von der Landkarte verschwunden", berichtet Steffens. "Es wurde im Krieg völlig zerstört." Durch Auswertung alter Karten und Aufklärungs-Luftbilder habe er das Suchgebiet aber eingrenzen können.

Als Kurt und Elke Steffens im Jahr 1991 erstmals dorthin reisten, konnten sie das Massengrab, in dem neben Kurts Vater Hunderte von Soldaten beerdigt waren, nur mit Mühe ausfindig machen. Das Areal war weitgehend eingeebnet. Mit Hilfe der vorhandenen Unterlagen gelang es aber, das Grab des Vaters innerhalb eines Radius von wenigen Metern zu lokalisieren. Seitdem war das Ehepaar Steffens viele Male mit dem eigenen Auto vor Ort - oft mit Zwischenstation über Weißrussland, wo Hilfspakete abgegeben wurden. "Über die Jahre entwickelten sich Freundschaften mit russischen Familien", berichtet Kurt Steffens. Ein Bekannter aus Twer habe sogar einen Gedenkstein an dem deutschen Massengrab aufgestellt.

"Doch mir war es ein tiefes inneres Bedürfnis, dass mein Vater endlich eine würdige Bestattung erhält", sagt Kurt Steffens. Gemeinsam mit anderen Hinterbliebenen und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge setzte er sich für eine Umbettung auf den 2002 eingeweihten Kriegsgräberfriedhof Rshew ein, wo bereits 40.000 gefallene deutsche Soldaten beerdigt sind.

Kurt Steffens Herzenswunsch rückte in greifbare Nähe, als eine russische Suchbrigade im Mai 2018 mit Hilfe seiner Informationen die genaue Lage der Gräber von Talutino ermitteln konnte. Vor ein paar Wochen hat Emil Steffens nun endlich seine letzte, würdige Ruhestätte gefunden. Er wurde mit weiteren 90 gefallenen deutschen Soldaten nach Rshew umgebettet. Auf einer Gedenkstelle ist der Name des Wischhafeners jetzt verewigt. Kurt Steffens hat das sehr bewegt: "Es war ein besonderer Moment, den ich den Rest meines Lebens nicht vergessen werde."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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