"Speicher" benötigt Geld

Björn Thümler (M.) mit den CDU-Landtagsabgeordneten Lasse Weritz (v.li.), Eike Holsten, Kai Seefried, Marco Mohrmann, Thiemo Röhler und Jörg Petersen
  • Björn Thümler (M.) mit den CDU-Landtagsabgeordneten Lasse Weritz (v.li.), Eike Holsten, Kai Seefried, Marco Mohrmann, Thiemo Röhler und Jörg Petersen
  • Foto: ig
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

Ministerbesuch in der Freiburger Kulturstätte / Wertschätzung des Ehrenamtes

ig. Freiburg. Darüber waren sich die CDU-Landtagsabgeordneten aus dem Elbe-Weser-Dreieck und Bodo Thümler (CDU), Minister für Wissenschaft und Kultur, schnell einig: Im Freiburger Kornspeicher werde hervorragende Arbeit geleistet. Die Einrichtung strahle mit ihren kulturellen Angeboten weit über den Flecken hinaus, leiste einen hervorragenden gesellschaftlichen Beitrag. Aber dunkle Wolken ziehen auf. Der Fördervereinsvorsitzende Jörg Petersen zeigte sich besorgt. Dem Kornspeicher fehle das Geld für die hauptamtliche Geschäftsführung. „Ohne die es nicht geht“, so Petersen zu den Gästen. „Uns stehen zwar viele ehrenamtliche Helfer zur Seite. Benötigt wird aber eine professionelle Zuarbeit.“

Der Freiburger hatte vor seinem beeindruckenden Statement die Gäste durch den Kornspeicher geführt, die Erfolgsgeschichte - es gab rund 400 öffentliche Veranstaltungen seit 2014, allein 2018 mehr als 10.000 Besucher - der historischen Stätte dargelegt. Petersen betonte, dass schon während der Umbauphase „der Draht in die Landeshauptstadt gut war“. Für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes habe es 2012 vom Land Niedersachsen EU-Fördermittel in Höhe von 540.000 Euro gegeben. Auch die Einstellung einer hauptamtlichen Geschäftsführung 2014 wurde mit einer Förderung ermöglicht. Im vergangenen Jahr sei diese Maßnahme aber ausgelaufen. „30.000 Euro fehlen im Jahr, um dieses Haus zu betreiben“, so Petersen. Thümler wies darauf hin, dass bei allen soziokulturellen Einrichtungen im Land bürgerschaftliches Engagement ohne hauptamtliche Führung nicht funktioniere. „Da-runter leiden viele ehrenamtlich getragene Initiativen.“ Das Problem: Die Förderkulisse decke Investitionen ab, nicht aber die Personalstruktur. Und: Projektförderung, wie die Anschubfinanzierung der Kornspeicher-Leitung, könne nicht immer wieder verlängert werden. Bernt Wach, Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur, stellte heraus, dass Personalkosten für viele Initiativen im Land ein Problem seien. Das Land müsse hier ein deutliches Zeichen setzen. „Schlimm, wenn wir Gelder hatten, um dieses Gebäude hinzustellen, dann aber das Geld fehlt, um es zu bespielen“, betonte der zweite Kornspeicher-Vorsitzende Jens Nordlohne. Und fand mit seinem Wortbeitrag Unterstützung beim Samtgemeinde-Bürgermeister Edgar Goedecke. Die ländlichen Kommune müssen eine Menge Dinge bewältigen. „Wir sind abseits gelegen. Um mithalten zu können, müssen wir Geld in Kindertagesstätten und Schulen stecken.“ Das Land spreche sich für das Ehrenamt aus, „pushe“ Einrichtungen wie den Kornspeicher. Dann müsse auch nachgelegt werden.

Kultur sei keine freiwillige Leistung, sondern Verfassungsauftrag, so Thümler. Kultur stifte Identität, halte die Gesellschaft zusammen. Letztlich seien aber die Kommunen zuständig, Gelder aus dem kommunalen Finanzausgleich einzusetzen. Förderrichtlinien des Landes sollten aber analysiert werden. „Denn viele sind nicht mehr zeitgemäß.“ Thümler wies auf ein besonderes Programm hin, das zielgerichtet kleine Kultureinrichtungen wie Museen, Amateurtheater und Heimatvereine - insbesondere in den ländlich geprägten Regionen Niedersachsens - fördert. Das Investitionsvolumen umfasst 2,5 Millionen Euro, richtet sich an Einrichtungen, die in der Regel über nicht mehr als drei Vollzeitstellen verfügen. Die Einrichtungen sollen sich mit Hilfe des Programms zum Beispiel durch bauliche und technische Neuerungen oder dringend benötigte Anschaffungen weiter entwickeln. In seinem Schlusswort bedankte sich Petersen für den Besuch: „Ein Zeichen der Wertschätzung des Ehrenamtes. Ohne Ehrenamtliche würde hier nichts laufen.“ Und bedankte sich bei Kai Seefried (CDU), der das Treffen initiiert habe.

Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

Panorama
  3 Bilder

Eklat zwischen dem Künstler Erwin Hilbert und dem Vorstand der St.-Petri-Kirche
Kunstausstellung in Buxtehuder Kirche vorzeitig beendet

sla. Buxtehude. Nach etlichen Vorfällen, über die das WOCHENBLATT berichtete, hat der Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirchengemeinde die Kunstausstellung "Jesus und andere Gestalten" sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert vorzeitig beendet. Der Entschluss wurde durch Pastor Michael Glawion nach dem Druck der Wochenendausgabe bekanntgegeben. Die genauen Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten, werden in der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe am Mittwoch ausführlich...

Politik
Üppig zeigt sich das Jakobskreuzkraut auf der Ökokontofläche bei Ramelsloh und Ohlendorf

Giftige Pflanze in Seevetal
Das Jakobskreuzkraut sorgt für Aufregung in Ramelsloh

ts. Ramelsloh. Das Jakobskreuzkraut breitet sich auf der sogenannten Ökokontofläche am Rübenberg und Hinter den Höllen in der Ortschaft Ramelsloh aus. Die giftige, hier heimische Pflanze kann die Gesundheit von Pferden und anderen Weidetieren bedrohen. Nach dem Verzehr können bereits geringe Mengen bei den Tieren zu Leberschäden führen. Bürger haben deshalb die Seevetaler Gemeindeverwaltung in einer E-Mail aufgefordert, das Jakobskreuzkraut auf der nachhaltig bewirtschafteten Fläche...

Panorama
Die DLRG rät, nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen

Viele Tote an ungesicherten Badestellen
24 Menschen sind bisher in Niedersachsen ertrunken

(bim). Eine Zwischenbilanz der bisherigen Ertrinkungszahlen veröffentlichte jetzt der DLRG-Bundesverband. Demnach sind in Niedersachsen 24 Menschen ertrunken und damit fünf weniger als im Vorjahr. Im Ländervergleich erreicht Niedersachsen dennoch den dritthöchsten Wert (in Nordrhein-Westfalen sind es 26, in Bayern 35). Bundesweit wurden 192 Ertrunkene registriert. Die meisten Unfälle ereignen sich nach wie vor im Binnenland - besondere Gefahr besteht an ungesicherten Badestellen, wie...

Panorama
Bei Drochtersen soll die A 20 die Elbe unterqueren. Der Tunnelbau könnte - wenn alles gut läuft - 2025 beginnen

Fertigstellung der A 20 weiter für 2030 angepeilt
Neuer Elbtunnel: Baubeginn soll 2025 sein

Ab 2030 sollen die ersten Autos durch den neuen Elbtunnel bei Drochtersen rollen.(jd).  Der Termin 2030 wurde in den Vorjahren immer wieder von Planern und Politikern genannt. Jetzt bestätigte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz noch einmal indirekt die Zeitplanung: Er rechne damit, dass die A 20 in seinem Bundesland ab 2030 in ihrer kompletten Länge befahren werden kann, erklärte der Minister. Er dürfte dabei auch an die Elbquerung gedacht haben. Denn ohne den Tunnel...

Politik
Auf dem Gelände der Stadtwerke an der Maurerstraße soll in einer Halle ein Feuerwehrfahrzeug stationiert werden

Sechsmonatige Probephase geplant
Feuerwehrstandort bei den Buchholzer Stadtwerken?

os. Buchholz. Steht bald ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Holm in der Waschhalle der Buchholzer Stadtwerke, um von der Maurerstraße zu Einsätzen z. B. ein Steinbeck auszurücken? Das sehen zumindest die Pläne der Stadtverwaltung und der Feuerwehrspitze vor, die Buchholz' Stadtjustiziarin Hilke Henningsmeyer jüngst im Bauausschuss vorstellte. Demnach soll es einen sechsmonatigen Probebetrieb geben und hinterher über weitere Schritte entschieden werden. Hintergrund der Maßnahme ist...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen