Erste Rechtschreibprüfung "op Platt" hat Wurzeln in Düdenbüttel

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Gratis-Sprachsoftware: Ehrenamtliche aus dem Geest-Dorf halfen bei der Entwicklung

tp. Düdenbüttel. "Achtern" oder "astern" für "hinten"? "Schnacken" oder "snacken" für "plaudern"? Wie man richtig auf Plattdeutsch schreibt, verrät jetzt ein cleveres Computerprogramm, an dem Ehrenamtliche des Vereins "De Plattdüütschen“ mit Sitz im Dorf Düdenbüttel in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten mitgewirkt haben.

Vereinsmitglied Jörn Knabbe (67), Elektro-Ingenieur im Ruhestand, und der Chef der "Plattdüütschen", Bürgermeister Heinz Mügge (76), machten sich bereits seit 2013 Gedanken über eine praktikable EDV-Rechtschreibprüfung. Nach vielen Gesprächen mit dem Projektverantwortlichen, Programmierer Heiko Evermann aus Pinneberg vom Institut für Niederdeutsche Sprache (INS), und Thorsten Behrens von der Berliner Firma „The Document Foundation“, die das kostenlose Büro-Softwarepaket "Libre Office" anbietet, ist jetzt die niederdeutsche Rechtschreibprüfung entstanden. Die erste Version ist in der Testphase.

"De Plattdüütschen“ sind stolz auf das gemeinschaftlich entwickelte Standardwörterbuch, das über rund 8.000 Wortstämme verfügt. Jörn Knabbe half maßgeblich bei der Auswahl und der Bearbeitung der Wortlisten mit Ein- und Mehrzahl, Vorsilben etc. Die Datenbank auf Basis des als "Platt-Duden" anerkannten Sass-Wörterbuchs des Sprachwissenschaftlers Johannes Saß unterscheidet streng zwischen Begriffen der anerkannten plattdeutschen Sprache von deren Dialekten. So können Nutzer sicher gehen, dass sie beim Verfassen ihrer Platt-Texte die Standardschreibweise befolgen.

Heinz Mügge und Jörn Knabbe freuen sich über eine starke Resonanz: Seit der Freischaltung des Gratis-Programms vor wenigen Tagen meldeten sich zahlreiche Anwender, um Lob und Anregungen weiterzugeben.
Jörn Knabbe hofft, "dass damit mehr Plattsprecher den Mut finden, eigene Texte zu schreiben und auch zu veröffentlichen.“

Niederdeutsch wird in diversen Varianten im gesamten norddeutschen Raum und in angrenzenden Ländern wie den Niederlanden, Dänemark und dem Baltikum gesprochen. Platt ist nach der europäischen Charta der Regionalsprachen in Deutschland anerkannte zweite Amtssprache.
Programm-Download unter http://www.extensions.libreoffice.org/extension-center/rechtschreibpruefung-niederdeutsch/

• Auskunft: Heinz Mügge, Tel. 04144 - 8050.

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Vereinsvorsitzender Heinz Mügge
Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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