Symbol bäuerlichen Wohlstands

Die Grabsteine in Brobergen sind wertvolle Zeugnisse ländlicher Bestattungskultur
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  • Die Grabsteine in Brobergen sind wertvolle Zeugnisse ländlicher Bestattungskultur
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Einmaliger historischer Schatz: Gelungene Rekonstruktion des Dorffriedhofs von Brobergen

tp. Brobergen. Rund 100 Jahre lang bestatteten die Bewohner des kleinen Oste-Dorfes Brobergen ihre Toten auf dem Friedhof am Ortsrand, dann verfiel die Ruhestätte. Jetzt haben Freiwillige den zerstörten Gottesacker rekonstruiert und damit einen in der Region einzigartigen kulturellen Schatz gerettet.

Wie das WOCHENBLATT vor rund drei Jahren berichtete, lagerten die von dem alten Bauernfriedhof aus der Zeit von 1830 bis 1929 stammenden Grabsteine in einer Grube hinter der Kapelle des angrenzenden neuen Friedhofes. Dorfbewohner hatten die schweren Grabmale um 1970 abgebaut und in der Senke entsorgt, als sie drohten, umzukippen.

Pietät und ein neues kulturelles Bewusstsein veranlassten schließlich die Ehrenamtlichen des "Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung", die Gräberstätte am Originalplatz zu rekonstruieren. Dazu wurden der alte Belegungsplan des Dorffriedhofes und ein Luftbild herangezogen. Kreis-Archäologe Daniel Nösler stand den engagierten Vereinsmitgliedern beratend zur Seite.

Mit finanzieller Unterstützung zweier Stiftungen und der Kreisarchäologie in Höhe von insgesamt rund 9.000 Euro wurden inzwischen rund 60 Grabmale restauriert und an ihren angestammten Ort platziert. Einige eiserne Kreuze kommen noch hinzu. Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Bis dahin wird noch ein Weg angelegt, ein Flyer gedruckt und eine Info-Tafel aufgestellt.

Schon jetzt lobt Kreis-Archäologe Daniel Nösler das Ergebnis: "Ein einmaliges Zeugnis bäuerlicher Bestattungskultur." Die wertvollen, zum Teil aufwendig verzierten, von versierten Steinmetzen gemeißelten Grabsteine symbolisieren die Epoche, in der Bauern aus dem heutigen Kreisgebiet erstmals zu bescheidenem Wohlstand gekommen waren. In den Jahrhunderten zuvor waren auf den Gräbern der Stader Geest schlichte Holzkreuze üblich.

• Der Geschichts- und Fährverein Brobergen sucht einen Sponsor für die Infotafel. Kontakt: Tel. 04140 - 318 (Günther Schimkatis, Vorsitzender).

www.faehre-brobergen.de

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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