"So richtig schön ist das noch nicht"

Der geplante Einzelhandelskomplex liegt zwischen der B73 (unten), der Bahnhofstraße (re.) und der Mühlenstraße (oben). Zum Konzept gehören ein dreiteiliger Neubau für einen Combi-Markt, einen noch unbekannten Fachmarkt und einen Aldi-Discountmarkt, eine separate Rossmann-Drogerie neben dem bestehenden Raumausstatter-Geschäft Mever (Mitte) sowie 244 Pkw-Stellplätze. Das Wäldchen oberhalb des "Steinmetzhauses" soll weichen
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  • Der geplante Einzelhandelskomplex liegt zwischen der B73 (unten), der Bahnhofstraße (re.) und der Mühlenstraße (oben). Zum Konzept gehören ein dreiteiliger Neubau für einen Combi-Markt, einen noch unbekannten Fachmarkt und einen Aldi-Discountmarkt, eine separate Rossmann-Drogerie neben dem bestehenden Raumausstatter-Geschäft Mever (Mitte) sowie 244 Pkw-Stellplätze. Das Wäldchen oberhalb des "Steinmetzhauses" soll weichen
  • Foto: Karte: Gemeinde Himmelpforten/Grafik MSR
  • hochgeladen von Thorsten Penz

Neues Einzelhandelszentrum in Himmelpforten: Politik sieht Nachbesserungsbedarf / "Steinmetz-Wäldchen" in Gefahr

tp. Himmelpforten. Die Einzelhandelslandschaft in der Ortsmitte von Himmelpforten wird ihr Gesicht verändern: Im Rahmen eines Mega-Projektes plant die ostfriesische Bünting-Gruppe die komplette Neugestaltung des Areals zwischen der Bundesstraße 73, der Mühlenstraße und der Bahnhofstraße. Bereits ab 2016 will der Investor auf der Fläche unter anderem einen neuen Aldi-Discountmarkt sowie einen Großparkplatz mit 244 Pkw-Stellplätzen errichten. Die breite Mehrheit aus SPD und CDU im Gemeinderat befürwortet das Vorhaben grundsätzlich, sieht aber Nachbesserungsbedarf unter anderem bei der Gestaltung der Zweckbauten. Grüne und Umweltverbände kritisieren die geplante Abholzung eines innerörtlichen Wäldchens zugunsten der Neubauten.

Auf seiner jüngsten Sitzung gab der Gemeinderat grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss des neuen Bebauungsplanes und legte das Planungsgebiet fest. Die Entwürfe werden zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich ausgelegt, Bürger und Umweltverbände bekommen die Möglichkeit zu Kritik und Anregungen.

Unter Berufung auf das Ende 2014 fortgeschriebene Einzelhandelsgutachten, das das Gelände mit Zufahrt an der Bahnhofstraße als "1A-Markt-Standort" ausweist, stützt die Politik mehrheitlich die Ziele der Bünting-Gruppe, den alten, kleinen Aldi-Markt durch einen geräumigen Discount-Markt mit 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu ersetzen. Zu dem neuen Gebäudekomplex gehört zudem ein Fachmarkt mit 650 Quadratmetern Verkaufsfläche und der Combi-Vollsortimenter mit 1.600 Quadratmetern Verkaufsfläche. Für das Vorhaben muss das Gebäude, das den Aldi- und den Rewe-Markt beherbergt, abgerissen werden. Rewe zieht sich aus Himmelpforten zurück. Ein neuer Rossmann-Drogeriemarkt mit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche komplettiert das neue Einzelhandelszentrum.

Die am Montagabend von der Bünting-Gruppe im Rat vorgestellten Grob-Entwürfe sind noch nicht nach dem Geschmack von Bürgermeister Bernd Reimers (SPD) und seiner Ersten Stellvertreterin Manuela Mahlke-Göhring (SPD). "Schön ist das nicht. Ich vermisse die architektonischen Ideen", sagt Reimers. Er will dahingehend auf den Investor und die Stadtplaner der "Cappel + Kranzhoff Stadtentwicklung und Planung GmbH" aus Himmelpforten einwirken, dass die Fassaden der neuen Ladengebäude ansprechend Gestaltung werden. Zudem hält Reimers die geplante neue Zufahrt von der B73 zum Gelände für überdimensioniert. Verändern möchte er auch die Anordnung der Pkw-Stellplätze.

Reimers und Mahlke-Göhring halten die Abholzung des rund 5.000 Quadratmeter großen Wäldchens neben dem Steinmetzhaus, das der sozialen Einrichtung "Bethel im Norden" gehört, für vertretbar, zumal einzelne, schützenswerte Bäume erhalten bleiben.

Die Grünen-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Männich-Polenz sowie Umweltschützer hingegen schlagen Alarm (das WOCHENBLATT berichtete): Rainer Hawmann, Chef des NABU-Kreisverbandes Stade, sagt: "Erst vor einigen Jahren wurden in Himmelpforten Grünflächen mit alten Bäumen vernichtet, um die Ansiedlung eines Sky-Supermarktes, des Rewe-Marktes und der Aldi-Filiale zu ermöglichen. Großflächig wurde Boden für Sortiments- und Parkflächen versiegelt. Damit gingen wertvolle Lebensräume unwiederbringlich verloren. Jetzt soll sich der gleiche Vorgang wiederholen? Das kann nicht sein!"
Das Wäldchen sei eines der letzten geschlossenen Gehölzbiotope innerhalb der Ortschaft und Lebensraum einer Vielzahl von Insektenarten sowie von Vögeln und Fledermäusen.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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