Debatte um den Heuweg

Eine Vollsperrung des Ehestorfer Heuwegs wie im vergangenen Jahr soll vermieden werden
  • Eine Vollsperrung des Ehestorfer Heuwegs wie im vergangenen Jahr soll vermieden werden
  • Foto: Verkehrsnotstand Rosengarten
  • hochgeladen von Anke Settekorn

Kritik an neuer Baustellenplanung / Bürgerinitiative ist gespalten / Blockverkehr weiterhin gefordert

as. Ehestorf. Auch die neue Baustellenplanung der LSBG, die am Donnerstag vorgestellt wurde, wird in den Kiekeberg-Dörfern heftig diskutiert. Wie berichtet, soll in der ersten Bauphase ab März der Verkehr während der Stoßzeiten über eine wechselnde, pendlerfreundliche Einbahnstraßenregelung an der Baustelle vorbeigeführt werden. Die ursprünglich für dieses Jahr geplante neunmonatige Vollsperrung soll nur noch vier Wochen dauern. Ein Erfolg für die Bürgerinitiative "Verkehrsnotstand Rosengarten", die massiv gegen die geplante Vollsperrung protestiert hatte. Doch die BI ist hinsichtlich der neuen Pläne gespalten. Während einige Mitglieder stolz sind, diesen Kompromiss erreicht zu haben, sehen andere in den von der LSBG vorgelegten Plänen lediglich einen Etappensieg. Sie fordern weiterhin die Einrichtung eines Blockverkehrs. "Die Pendler der Frühschicht sind glücklich, die Alten und Schwächsten stehen hinten dran", "Für uns als Anwohner ist die Einbahnstraße nicht die Lösung" kritisieren die Facebook-Nutzer.
Auch Ehestorfs Ortsbürgermeister Axel Krones hat Bedenken. "Für die Bürger von Ehestorf-Alvesen ist es trotzdem eine starke Beeinträchtigung", sagt Axel Krones. Der morgendliche Verkehr von Hausbruch Richtung Süden müsse über die Autobahn oder Harburg fahren, das sei für viele ältere Autofahrer eine ziemliche Belastung. Auch die dann ab Mittag angedachten Lösung, nur noch von der B73 Richtung Rosengarten fahren zu können, bringe Probleme. "Arzttermine am Nachmittag fallen dann weg", so Krones. Und auch die Pflegedienste blieben bei den ausgesprochenen Kündigungen, weil der Umweg zusätzliche Kosten mit sich bringt, die von den Patienten nicht gezahlt werden, befürchtet der CDU-Politiker.
Auch die Beschilderung stellt laut Krones eine Herausforderung dar. "Wenn hierbei nicht weit vor dem Ehestorfer Heuweg mehrsprachig auf die Fahrtenregelung hingewiesen wird, wird es massive Beeinträchtigungen durch den Schwerverkehr Richtung Hafen geben", befürchtet Krones. "Das haben wir in 2018 leidvoll ertragen müssen, als ausländische LKW-Fahrer durch die kleinen Wohnstraßen von Ehestorf einen Weg zurück zur Autobahn suchten." Krones plädiert weiterhin für eine Fahrbahn mit gegenseitigem Blockverkehr, da dann auch die touristischen Ziele wie der Wildpark Schwarze Berge und das Freilichtmuseum am Kiekeberg erreichbar bleiben. Der Blockverkehr soll durch eine Ampelschaltung geregelt werden. "Wenn dieses in 2019 mit einer Baustelle von 2 x 300 Metern geregelt wird, wären alle Probleme gelöst", ist er überzeugt. Den Fahrradverkehr könne man auch über den Fußweg leiten. "Vielleicht kann Herr Dr. Althusmann seine Verkehrskoordinatorin ja nochmal Richtung LSBG bewegen."
Ganz anderer Ansicht ist WOCHENBLATT-Leser Dierk Kahnenbley aus Sottorf. Für ihn ist die Neuregelung völlig überflüssig. "Nur weil einige wenige keinen Umweg in Kauf nehmen wollen, darf die Allgemeinheit jetzt zahlen, 800.000 Euro Mehrkosten für eine Strecke von 550 Metern. Umgerechnet sind das 1.450 Euro pro Meter Straße! Sponsoring für einige wenige, die nicht etwas länger unterwegs sein wollen."
Die Kiekebergdörfer waren seiner Ansicht nach durch die Vollsperrung nicht von der ärztlichen Versorgung, Pflegediensten und Einkaufsmöglichkeiten abgeschnitten. Zum einen sei ein Teil davon in den Kiekebergdörfern selbst vorhanden, zum anderen aber auch alles in der Gemeinde Rosengarten oder in Harburg, so Kahnenbley. Die notärztliche Versorgung sei gewährleistet, da diese aus den Bereichen Harburg bzw. Buchholz abgedeckt werde. "Es ist ja lobenswert, wenn sich Politiker wie Verkehrsminister Althusmann oder Bürgermeister Krones für die Bürger einsetzen. Aber sollten sie nicht auch das Wohl aller Bürger im Auge behalten?", fragt Kahnenbley. "Die 800.000 Euro hätten bestimmt besser zum Wohl einer sehr viel größeren Gruppe von Bewohnern eingesetzt werden können, als für diese vielleicht 40 Personen, die keinen Umweg fahren möchten." Er befürchtet auch in der zweiten Phase hohe Kosten.

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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