Der "Rote Brasilienapfel" ist der Apfel des Jahres 2018

"Roter Brasilienapfel" heißt der Apfel des Jahres 2018, der jetzt im Freilichtmuseum am Kiekeberg von Pomologe Eckart Brandt eingepflanzt wurde
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Er übersteht auch mehrwöchige Überflutungen: Der "Rote Brasilienapfel" ist der Apfel des Jahres 2018 / Pflanzenmarkt am Kiekeberg

as. Ehestorf. Seine dunkelrot leuchtende Schale gab ihm seinen Namen: Der "Rote Brasilienapfel", auch "Roter Brasil" oder "Mecklenburger Königsapfel" genannt, ist der Apfel des Jahres 2018. Die regionale und extrem seltene Sorte wurde jetzt von Eckart Brandt, Obstbauer und Pomologe, Museumsdirektor Dr. Stefan Zimmermann, Gudrun Hofmann (BUND) und Dr. Olaf Anderßon (Lüneburger Streuobstwiesen e.V.) im Entdeckergarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg gepflanzt.
"Der Apfel wurde nicht nach dem südamerikanischen Land, sondern nach dem Brasilholz benannt", erklärte Eckart Brand. "Brasa" bedeutet "Glut" auf Deutsch. Das Brasilholz wurde ab dem späten Mittelalter als Färbeholz für Rottöne benutzt. Aufgrund der dunkelroten bis intensiv bordeauxroten Färbung seiner Schale wurde der Apfel nach diesem Holz benannt. Die Äpfel wurden unter anderem als Brautäpfel verwendet.
1773 wird der "Rote Brasilienapfel" erstmals in der Literatur beschrieben, zuletzt wurde er 1894 in der Literatur erwähnt und galt seitdem als verschollen. In Amt Neuhaus hatte eine ehemalige Baumschule die Sorte aber noch bis in die 1950er Jahre regional verbreitet. "Der Baumschule ist es zu verdanken, dass es den Baum heute überhaupt noch gibt", sagte Anderßon. Im Sperrgebiet der DDR-Grenze ist er erhalten geblieben, nach der Wende wurde die Sorte wiederentdeckt. Der "Rote Brasilienapfel" ist gefährdet. Er wird in Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg) angebaut und steht vereinzelt auch noch in Mecklenburg-Vorpommern. "Bestimmte Sorten sind nur regional verbreitet, 50 Kilometer weiter ist der Apfel unbekannt", berichtete Eckart Brandt.
Der "Rote Brasilienapfel" kann zwölf bis 15 Meter hoch werden und gehört zu den höchsten Apfelbäumen. Er benötigt frischen, feucht-nährstoffreichen Boden. Er ist u.a. in den Elbauen zuhause, mehrwöchige Überflutungen seines Standortes übersteht er problemlos. "Die verschiedenen Sorten haben sich an unterschiedliche Standorte angepasst. Auch für schwierigen Untergrund gibt es die passende Sorte", ist Brandt überzeugt.
Die mittelgroßen Äpfel sind weinsäurig im Geschmack und für Allergiker gut verträglich. Mitte September bis Mitte Oktober sind die Äpfel pflückreif, sie halten sich bis Weihnachten. "Am besten hält sich der Apfel, wenn man ihn im feuchten Gras unterm Baum liegen lässt", berichtete Dr. Olaf Anderßon.
"Das Freilichtmuseum am Kiekeberg verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Hier werden nicht nur alte Häuser, sondern auch Nutztierrassen und historische Obst- und Gemüsesorten erhalten", betonte Stefan Zimmermann. Bereits zum 18. Mal wurde der Apfel des Jahres auf dem Museumsgelände gepflanzt.
• Den "Roten Brasilienapfel" gibt es auch auf dem Pflanzenmarkt am Samstag/Sonntag, 14./15. April, jeweils von 10 bis 18 Uhr im Freilichtmuseum am Kiekeberg.

"Roter Brasilienapfel" heißt der Apfel des Jahres 2018, der jetzt im Freilichtmuseum am Kiekeberg von Pomologe Eckart Brandt eingepflanzt wurde
Pomologe Eckart Brandt (v. li.), Museumsdirektor Stefan Zimmermann, Gudrun Hofmann (BUND) und Dr. Olaf Anderßon (Verein Lüneburger Streuobstwiesen) pflanzen den "Roten Brasilapfel" im Entdeckergarten
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Anke Settekorn aus Jesteburg

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