Die Verwaltung fährt BMW

Statt günstiger Alternativen setzen Kreis und Kommunen beim Thema E-Auto auf Qualität aus Bayern

mi. Landkreis. Eine Million Elektroautos bis 2020 auf deutschen Straßen - das ist das hochgesteckte - viele Experten sagen unerreichbare - Ziel der Bundesregierung. Tatkräftig mit an der E-Auto-Vision arbeiten viele Kommunen und der Landkreis Harburg, die ihre Fuhrparks mit strombetriebenen Autos ausstatten. Hoch im Kurs stehen dabei hochpreisige Karossen von BMW und Audi. Verliert man in Rat- und Kreishäusern vielleicht vor lauter „grüner“ Euphorie die gebotene Sparsamkeit aus den Augen? Denn gerade auf dem E-Automarkt gibt es preiswerte Alternativen.
Bis zu 39.000 Euro, soviel kostet Otto Normalverbraucher ein neuer BMW i3. Für einen Audi A3 E-Tron zahlt man ebenfalls um die 39.000 Euro. Geleast gibt es den i3 für rund 400 Euro im Monat, der A3 kostet ca. 250 Euro. Zum Vergleich: Der Kaufpreis für einen Renault Zoe liegt bei knapp 20.000 Euro. Leasing ist ab 120 Euro im Monat möglich.
All dessen ungeachtet: „Die Verwaltung fährt BMW“, lässt sich überspitzt feststellen. Ob Landkreis Harburg, Samtgemeinde Tostedt, Stadt Buxtehude oder Samtgemeinde Horneburg - alle Kommunen setzen beim Thema E-Mobilität auf den BMW i3 bzw. i1. Der Landkreis Harburg hat zusätzlich noch einen Audi A3 E-Tron im Fuhrpark. Bei den Kosten für die Fahrzeuge, die meist geleast sind, halten sich die befragten Kommunen seltsam bedeckt. Hauptargument für die Anschaffung des BMW sei die attraktive Förderung durch die Metropolregion Hamburg und das Bundesumweltministerium, teilt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer mit. Zahlen will man allerdings beim Landkreis Harburg nicht nennen. Stattdessen verschanzt man sich hinter dem Ausschreibungsrecht. „Ich werde hier keine Summen nennen, weil wir für die Fahrzeuge ein Ausschreibungsverfahren durchgeführt haben, es handelt sich um sensible Daten“, erklärt dazu Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. Ähnlich reagierte die Samtgemeinde Tostedt. Hier teilte Bürgermeister Peter Dörsam wenigstens mit, man habe mehrere Angebote durchgerechnet und die Anschaffung eines BMW sei die günstigste gewesen. So biete der Hersteller zum Beispiel 10.000 Frei-Kilometer im Jahr. Aus einem anderen Rathaus ist zu hören, dass BMW seinen „i3“ aus Marketing-Zwecken den Kommunen geradezu andiene. Doch kann ein BMW wirklich billiger als ein Renault sein? Offenbar schon - zumindest für die Verwaltung.

Kommentar von Mitja Schrader

:
Das geht den Steuerzahler nichts an
Wie viel (Steuergeld) kosten Anschaffung oder Leasing eines i3 abzüglich der Förderung? Aus Sicht der Kreisverwaltung des Landkreises Harburg hat der Bürger auf diese Frage keine Antwort verdient. Warum? Beim Kreis will man angeblich die Teilnehmer am erfolgten Ausschreibungsverfahren schützen. Doch das Verfahren ist abgeschlossen. Wenn es den Steuerzahler wirklich billiger kommt, dass Kreismitarbeiter Dienstfahrten im BMW statt
z. B. im Renault erledigen, warum wird das dann nicht mit Zahlen belegt und öffentlich kommuniziert? Oder hat man bei Kleinwagenherstellern wie Renault erst gar nicht nachgefragt? Möglich wäre das, denn die Autobeschaffung muss nicht wirklich ausgeschrieben werden, sondern es reicht, wenn Vergleichsangebote eingeholt werden. Vielleicht hat man dort ja nur BMW, Mercedes und Tesla verglichen - dann ist klar, dass BMW-Fahren am günstigsten ist. Und mal ehrlich: Im schnittigen i3 durch die Winsener City zu zischen, ist doch auch um einiges stylischer als in einem weniger prestigeträchtigen Gefährt.

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