Kiekeberg-Chef Rolf Wiese ist Vorsitzender des Museumsverbands Niedersachsen-Bremen

Bei der Amtsübergabe: Rolf Wiese (re.) mit Verbandsgeschäftsführer Hans Lochmann
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mi. Rosengarten. Professor Doktor Rolf Wiese übernimmt ein wichtiges Ehrenamt. Wie berichtet, ist der langjährige Direktor des Freilichtmuseums am Kiekeberg zum neuen Vorsitzenden des Museumsverbands Niedersachsen-Bremen gewählt worden. Während seiner Amtszeit will Wiese sich vor allem für die Förderung kleiner, ehrenamtlich geführter Häuser einsetzen - aber auch das Freilichtmuseum kann von seiner neuen Aufgabe profitieren.
„Ich freue mich auf diese Aufgabe, die Museumsarbeit ist eine der schönsten beruflichen Tätigkeiten mit einer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung“, sagte Rolf Wiese nach der einstimmig erfolgten Wahl, die jetzt auf der Jahresversammlung des Verbands im Freilichtmuseum am Kiekeberg stattfand. Das Datum war dabei ein besonderes, denn gleichzeitig feierte der Verband, der die Interessen von rund 730 Museen in Niedersachsen und Bremen vertritt, sein 50-jähriges Jubiläum.
Den Jubiläums-Leitspruch „Museen bewegen“ will Rolf Wiese mit in sein Amt nehmen. „Ein wichtiger Teil meiner Arbeit wird sein, die Rolle der Museen als aktiven Teil der Gesellschaft zu stärken. Museen sind keine Aufbewahrungsspeicher für Vergangenes, sondern Einrichtungen der kulturellen Bildung.“ Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sei deswegen auch die Förderung kleiner Museen. „Über die Hälfte aller Museen in Niedersachsen sind kleine, ehrenamtlich geführte Heimatmuseen, gerade diese kleinen Häuser bieten ein großes Potenzial“, erklärt der Museumsdirektor. Sie verankerten den Begriff „Heimat“ vor Ort und könnten über ihre Nähe zum Bürger die gesellschaftliche Teilhabe aller Generationen ermöglichen sowie eine wichtige Rolle bei der Integration von Flüchtlingen und der Inklusion behinderter Mitbürger spielen. Die Rolle des Verbands sieht Wiese hier zum Beispiel bei der rechtlichen Absicherung von Museums-Konzepten, der Weiterbildung des Personals und bei der Förderung des Ehrenamts. Hier habe der Verband bereits in der Vergangenheit viel bewegt daran gelte es anzuknüpfen, so Wiese. Wie man Ehrenamtliche in die Museumsarbeit integriert, weiß der neue Verbandschef dabei aus dem eigenen Haus. Im Förderverein des Freilichtmuseums sind mittlerweile weit über 10.000 Bürger engagiert, mehr als 300 davon bringen sich regelmäßig ehrenamtlich in die Museumsarbeit ein. Das funktioniere unter anderem auch deshalb so gut, weil man am Kiekeberg die Interaktion mit dem Besucher fördere und wolle. „Neben Mitmachangeboten und der Arbeit mit Kindern ist mir zum Beispiel sehr wichtig, Senioren für unser Museum zu begeistern. Sie sind nicht nur Besucher, sondern können als Zeitzeugen auch wichtige Impulse für unsere wissenschaftliche Arbeit liefern“, so Rolf Wiese.
Auch im Museumsmanagement sieht der gelernte Betriebswirt Verbesserungsmöglichkeiten. So wolle er sich für eine bessere Vernetzung der Häuser unterein­ander einsetzen. „Ich bin dafür, dass in den Museen Sammlungsschwerpunkte gebildet werden. Nicht jedes Haus muss alles sammeln. Besser wäre es, die Museen tauschten Exponate untereinander aus. Dadurch lassen sich Lagerkosten sparen und gleichzeitig wird die Kommunikation der Häuser untereinander gefördert“, so Rolf Wiese.
Der neue Verbandsvorsitzende ist sich sicher, dass auch sein eigenes Haus von seinem neuen Ehrenamt profitieren wird. Rolf Wiese: „Es wird Nebenprodukte für meine Arbeit geben. Allein der Austausch mit anderen Museen aber auch mit der Politik ist sicher auch vorteilhaft für unser Freilichtmuseum.“

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