Realsatire mit wenig Inhalt / Ostring-Streit als Radiospektakel

NDR Moderator Hans-Jürgen Otto (Mitte) mit Jan-Hendrik Röhse (li.) und Norbert Stein: Zu hören gab es Bekanntes und Altbekanntes
  • NDR Moderator Hans-Jürgen Otto (Mitte) mit Jan-Hendrik Röhse (li.) und Norbert Stein: Zu hören gab es Bekanntes und Altbekanntes
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MOMENT MAL

mi. Buchholz. Die Debatte über die seit 40 Jahren geplante, umstrittene Buchholzer Umgehungsstraße „Ostring“ war jetzt Thema einer Diskussionsveranstaltung, die der Radiosender NDR1 im Rahmen seiner Sendung „Jetzt reicht´s“ organisiert hatte. Die Sendereihe will Bürgern ein Forum bieten, über Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen, mit Politik und Verwaltung zu streiten. Aufgezeichnet wurde in der Buchholzer Rathaus-Kantine. Neues kam dabei nicht heraus.
„Verflixte Situation“, „ein ausgelutschtes Thema“, „den schwarzen Peter hin und her schieben“- schon diese Zitate zeigen, beim Thema „Ostring, ja oder nein“ hat die Diskussion nur noch Unterhaltungswert. Sie ist - auch an diesem Abend - offenbar vor allem ein politisches Theater - diesmal aufgeführt zwischen Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU, pro Ostring) und Norbert Stein (SPD) von der Bürgerinitiative gegen den Ostring (BIO). Die gebotene Realsatire taugte prima, um Zuhörer zu amüsieren. Wenn der studierte Jurist und Verwaltungschef Röhse öffentlich verkündet „die Zahlen langweilen mich nur noch“, Norbert Stein Buchholz verkehrstechnisch als „Paradies“ bezeichnet und ein Bürger der Politik rät, doch „lieber ein Bier zu trinken“ als weiter über den Ostring zu schwadronieren, wenn dazu noch beinahe jede Äußerung von Pfiffen, Gegrummel, Applaus und Zwischenrufen begleitet wird, hat das ohne Zweifel „Showpotenzial“, mehr aber wohl auch nicht. Vielleicht hat sich das NDR-Team um Moderator Hans-Jürgen Otte gerade deswegen dieses Thema für die Sendung ausgesucht.
Der Bürger kam dabei übrigens weniger zu Wort. Stattdessen nutzen vor allem Politiker die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge auch mal im Radio sagen zu können. Sprach doch mal ein Bürger, erschöpfte sich das Gesagte meist in Selbstbetroffenheits-Argumentationen jeweils für oder gegen den Ostring (je nach Wohnort) oder Politikschellte. Kaum verwunderlich, denn was soll dem Bürger auch sonst noch zu solch einen „ausgelutschten“ Thema einfallen?
Neben einer guten Show gab es für die rund 100 Zuhörer nur die bekannten Argumente. Hier eine nicht abschließende Aufzählung: Der Ostring sei notwendig, 61 Prozent hätten dafür gestimmt, im unter Bürgerbeteiligung entwickelten Mobilitätskonzept (Seite 35) sei sich für den Ostring ausgesprochen worden, außerdem seien Mühlentunnel und Ostring unabhängig von einander zu sehen, brachte Jan Hendrik Röhese vor. Norbert Stein hält den Ostring dagegen für zu teuer, er koste 37 Millionen. Buchholz brauche nur eine kleine Umgehung (Bypass-Lösung). Schließlich seien heute weniger Autos unterwegs (19.000) als prognostiziert (24.000). Uwe Karsten (Landkreis) stellte dann noch richtig, dass in den 37 Millionen Euro nicht nur der Bau, sondern auch die Unterhaltung schon eingerechnet sei. Arno Reglitzky (FDP) kritisiert den Bypass als größere Belastung für die Märchensiedlung. Elisabeth Bischoff (Grüne) monierte, in Zeiten des Klimawandels solle man keine neue Straße planen und besser auf Bus und Bahn setzen.
Zum Schluss des Theaters stellte Moderator Hans-Jürgen Otte noch die Frage, ob es im Stadtrat auch so zugehe. Dazu Jan-Hendrik Röhse: „Eigentlich sind wir ganz entspannt.“ Das mag sein - nur der Bürger ist es langsam nicht mehr.

Den Podcast zur Sendung gibt es hier

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