Schulbegleiter ein Beispiel für funktionierende Inklusion im Bildungssektor

Manche Schüler brauchen mehr Hilfe als andere. 
Schulbegleiter können sie unterstützen
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mi. Neu Wulmstorf. „Kinder sind nicht so voreingenommen wie mancher Erwachsener. Sie sind erst etwas zurückhaltend, dann neugierig und dann ist ihnen der Unterschied egal“, so beschreibt Sandra Harpeng etwas, das manche Eltern oder Lehrer immer noch mit Unsicherheit erfüllt - die Inklusion von Kindern mit Förderbedarf in den Alltag der Regelschule. Sandra Harpeng arbeitet für LeA Integrative Arbeit gGmbH aus Neu Wulmstorf. Als Schulbegleiterin unterstützt sie Kinder mit Förderbedarf im Schulalltag.
Seit dem Schuljahr 2013/14 setzt das Land Niedersachsen an seinen Schulen die Inklusion um. Das Ziel ist es, allen Schülern einen gleichberechtigten und barrierefreien Zugang zur Schule zu gewähren. Das bedeutet: Kindern mit Behinderung oder mit Lernschwäche steht jetzt der Besuch allgemeiner Schulen offen. Die Förderschule für Kinder mit Lernschwäche wurde sogar gänzlich abgeschafft. Diese Kinder müssen nun in einer normalen Grundschule unterrichtet werden. Dort erhalten sie nicht nur Unterstützung durch Förderlehrer mit sonderpädagogischer Ausbildung, sondern auch durch sogenannte Schulbegleiter.
„Ein Schulbegleiter kann für die Inklusion enorm wichtig sein“, sagt dazu Dr. Joachim Köhne, Geschäftsführer gemeinnützigen GmbH LeA Integrative Arbeit. Ein Schulbegleiter hilft dem Kind bei der Integration in den Schulalltag und folgt dabei den Weisungen der Lehrkräfte. Derzeit habe LeA sechs Schulbegleiter unter Vertrag, die Kinder mit verschiedensten Bedürfnissen beim Schulbesuch unterstützen. „Wer sich diese Aufgabe zutraut, kann sich gerne bei uns bewerben“, sagt Köhne. LeA biete dabei nicht nur die Schulbegleitung an, sondern berate auch Eltern rund um das Thema.
Zuständig für die Frage, ob ein Kind einen Schulbegleiter erhält, ist der Landkreis, der die Leistung im Rahmen der Eingliederungshilfe finanziert. Das funktioniere im Wesentlichen sehr gut. Einziges Problem sei, dass die Bewilligung manchmal erst ein paar Wochen nach Schulstart erfolge, wenn eine Bewilligung an eine amtsärztliche Hospitation in der Schule geknüpft sei. Erst wenn hier der Bedarf festgestellt wird, stehen die Mittel bereit. „Für die Zeit zwischen Prüfung und Bewilligung müssen wir in Vorleistung gehen, schließlich handelt es sich oft um Kinder, die vom ersten Tag an Unterstützung brauchen“, erklärt der LeA Geschäftsführer. Besonders wichtig seien Schulbegleiter auch deshalb, weil der Gesetzgeber die Förderschulen mit Schwerpunkt „Lernen“ abgeschafft hat.
„Für manche Eltern ist die Idee, dass ihr Kind, obwohl es einer speziellen Förderung bedarf, auf eine ‚normale Schule‘ gehen soll auch mit Unbehagen und Unsicherheit besetzt, schließlich waren Förderschulen auch ein geschützter Raum für ihre Kinder“, erklärt Dr. Joachim Köhne. Genau hier setze auch die Idee des Schulbegleiters an, der dem Kind diesen „geschützten Raum“ ein Stück weit bewahren könne. Gleichzeitig sei er auch eine Schnittstelle zwischen Kind, Schule und Eltern. Das bestätigt auch Sandra Harpeng: „Die Kinder können sich manchmal nicht so ausdrücken, sie erzählen nicht wie ihre Klassenkameraden zu Hause, wie es in der Schule gelaufen ist.“ Deswegen sei es auch ihre Aufgabe als Schulbegleiterin, einen guten Kontakt zu den Eltern aufzubauen. Die Probleme und Bedürfnisse eines Kindes mit Förderbedarf unterschieden sich dabei eigentlich nicht von denen der anderen Kinder. „Da wird sich gestritten und wieder vertragen, da wird geärgert und was ausgeheckt“, so die Schulbegleiterin. Hänseleien, die mit dem Förderbedarf eines Kindes zusammenhingen, gäbe es so gut wie nie. „Kinder machen da eigentlich keine Unterschiede.“ Oft müsse sie aber erklären, warum jemand nicht laufen kann, oder nicht so gut sprechen oder auch, was Epilepsie sei. Wichtig ist Sandra Harpeng zu betonen, dass sie keine Lehrerin ist. „Ich bin als Assistent für mein Kind zuständig, nicht für den allgemeinen Unterricht“, so die Schulbegleiterin.
Christiane Bubel, Leiterin der zu LeA gehörenden Tagesförderstätte, die auch die Schulbegleitung anbietet, betont die Wichtigkeit von Schulbegleitern für die spätere Entwicklung. „Hier besteht die Möglichkeit, für den Schüler eine fantastische Basis zu schaffen, von der er bei seiner Entwicklung massiv profitieren kann.“ Sie wünscht sich deswegen auch, dass das Konzept ausgebaut wird. Christiane Bubel: „Ein Schulbegleiter schafft so etwas wie Normalisierung auf beiden Seiten, und damit für mich genau dass, was Inklusion erreichen will.“
• Kontakt: LeA Integrative Arbeit gGmbH, Christiane Bubel, Theodor-Heuss-Str. 46b, 21629 Neu Wulmstorf (E-Mail: christiane.bubel@lea-wohnhaeuser.de, Tel: 040-70105603)

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Informierten über Schulbegleiter (v.li.): Sandra Harpeng, Dr. Joachim Köhne und Christiane Bubel

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