"Das ist ein Affront"

Niedersachsens Belange werden bei den neuen Plänen des Hamburger LSBGs nicht berücksichtigt
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Sperrung des Ehestorfer Heuwegs: Widerstand gegen die neuen Pläne für die Erneuerung

as. Ehestorf. Seit August protestieren die Bewohner der Kiekebergdörfer gegen die vom Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) errichtete Vollsperrung des Ehestorfer Heuwegs. Der Grund für die Sperrung ist die Erneuerung von Fahrbahn sowie Rad- und Fußweg.
Schon der Start des ersten Bauabschnitts lief alles andere als ideal für die Landkreis-Bewohner: Zwar wurden die Anlieger auf Hamburger Seite informiert, die Niedersachsen erfuhren jedoch erst wenige Tage vor der Vollsperrung von der Maßnahme - aus der Zeitung. Pendler, die weite Umwege in Kauf nehmen müssen und im Stau stehen, Pflegedienste und Ärzte, die nicht zu ihren Patienten kommen - die Sperrung bereitet den Bewohnern Rosengartens und des Landkreises, aber auch den Hamburger Anliegern erhebliche Probleme (das WOCHENBLATT berichtete).
Nach erheblichen Protesten auch seitens der Harburger Politik arbeitete die Behörde nach. Doch während die neuen Pläne für die Anlieger auf Hamburger Seite Erleichterung bringen, verschlimmert sich die Situation für die Rosengartener: Statt der ursprünglich geplanten neunmonatigen Vollsperrung in 2019 werden die Bauarbeiten jetzt in zwei Abschnitte (Nord und Süd) aufgeteilt, die in 2019 und 2020 erneuert werden. So will die Behörde die Erreichbarkeit der Rudolf-Steiner-Schule und der (Hamburger) Anlieger sicherstellen. Die Bauzeit verlängert sich dadurch auf insgesamt 16 Monate - bei Vollsperrung.
Die zentrale Forderung der Anlieger, zumindest einspurig den Verkehr an der Baustelle entlang zu führen, wurde nicht beachtet.
"Die Maßnahme hilft vielleicht temporär, verlängert aber unterm Strich die Mehrbelastung der Rosengartener. Die Neuregelung hilft den niedersächsischen Gemeinden nicht, da keine Durchlässigkeit des Ehestorfer Heuwegs erreicht wird", sagt Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler (parteilos). Er kritisiert die mangelnde Information seitens der Hansestadt. Eine Abstimmung mit der Gemeinde sei auch bei den neuen Plänen nicht erfolgt. "Wir wurden von den Hamburger Stellen wieder über eine Pressemitteilung informiert, überhaupt nicht in die Planungsprozesse mit eingebunden. Trotz aller Beteuerungen: Es hat sich nichts geändert."
Axel Krones (CDU), Ortsbürgermeister von Ehestorf-Alvesen, wird deutlicher: "Die neuen Pläne sind ein totaler Affront gegen Niedersachsen!" Niedersachsen und die Rosengarten-Ortschaften seien bei der Planung erneut vollkommen ausgeklammert worden. Er ist überzeugt: "Hier kann nur noch ein Gespräch zwischen dem Hamburger Senat und der Landesregierung Niedersachsen helfen."
Die Ausweichstrecke in Richtung Hamburg über den Ehestorfer Weg ist für ihn keine Lösung: Die Straße sei jetzt schon überlastet und biete auch in Zukunft keine Aussicht auf schnellere Fahrzeiten. Krones kündigt Widerstand an: "Für uns Ehestorf-Alvesener kann es nur noch heißen: Protest gegen diese Behörden-Willkür. Und das auf allen Ebenen."
"Wir Rosengartener werden nun statt neun Monate in 2019 und 2020 insgesamt 16 Monate lang ausgesperrt", kommentiert Klaus Meyer-Greve (SPD) die von Hamburg als "großem Wurf" betrachteten Arbeiten in zwei Bauabschnitten. Er war vergangenen Donnerstag in der Sitzung des Verkehrsausschusses und der Bezirksversammlung Harburg zu Gast. "Wir wollen, dass eine Baustellenampel-Regelung für die Durchfahrt eingerichtet wird, aber der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) will das nicht. Für Hamburg endet jede Überlegung an der Landesgrenze, wir kommen in deren Planung überhaupt nicht vor", ärgert er sich. Auch der Wochenmarkt Neugraben und der Lebensmittelhandel dort würden durch die Baustelle Umsatzeinbußen haben, prophezeit er. "Die Kiekebergdörfer sind jetzt zu zivilem Ungehorsam bereit", kündigt Meyer-Greve Aktionen an.

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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