bim. Nenndorf. Die Einführung der Biotonne im April vergangenen Jahres hat nicht zu einer Entspannung der Verkehrssituation rund um die Müllumschlaganlage (MUA) Nenndorf geführt. Dort würden zwar geringere Menschen Grünabfälle angeliefert, dafür aber häufiger. Daher unterstützt die Gruppe Grüne/Linke den Vorschlag der Freien Wähler, zu überprüfen, ob die 120-Liter-Biotonne zum Preis der 60-Liter-Biotonne angeboten werden kann, um durch eine vergünstigte größere Füllmenge die private Autofahrt überflüssig zu machen.
Hintergrund: Seit drei Jahren beschäftigt sich der Kreistag mit der Frage, ob die MUA Nenndorf um eine Fläche außerhalb des gegenwärtigen Werksgeländes erweitert werden muss. Grund dafür sind die immer wieder auftretenden Wartezeiten bei der Anlieferung der kostenlosen Kleinmengen von Grünabfall und die dadurch verursachten Rückstaus der anliefernden Autos auf den Zufahrtsstraßen. Die Erweiterungs-Entscheidung wurde vertagt, weil erst abgewartet werden sollte, wie und ob sich die Einführung der Biotonne auf die in Nenndorf angelieferten Grünabfallmengen auswirkt.
"Waren es in den Jahren 2015 bis 2018 im Durchschnitt 8.300 Tonnen angelieferte Grünabfälle, so sank diese Menge im Jahr 2019 auf 5.400 Tonnen (65 Prozent). Nicht erwartungsgemäß entwickelte sich allerdings die Anzahl der Anlieferungen: diese stieg sogar mit 208.000 Anlieferungen im Jahr 2019 gegenüber der durchschnittlichen Zahl von 203.000 in 2015 bis 2018 um 2,5 Prozent an", berichtet Elisabeth Bischoff von den Grünen. Viele Bürger würden nun tatsächlich die Biotonne für überschüssiges Grünmaterial nutzen. Gleichzeitig würden aber noch immer viele Gartenbesitzer mit nun deutlich kleineren Mengen Grünabfall nach Nenndorf fahren. Die durchschnittlich pro Kunde angelieferte Menge sei von 41 auf 26 Kilogramm gesunken.
Diese Entwicklung rechtfertigt aus Sicht der Grünen/Linken nicht, die grüne Wiese gegenüber der Anlage zu versiegeln, um dort neuen Platz für die Anlieferung von Grünabfällen zu schaffen. Andererseits könne nicht unterstützt werden, dass trotz kleinerer zu entsorgender Mengen dennoch die Fahrt nach Nenndorf angetreten wird. "Hier ist es die Pflicht der Politik, im Sinne des Klimaschutzes Maßnahmen zu ergreifen, um Autofahrten überflüssig zu machen", sagt Elisabeh Bischoff.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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