Hittfelder Straße: Die Flickschusterei geht weiter

Insbesondere der Zebrastreifen ist nach Ansicht von Kleckens Bürgermeisterin Anke Grabe (li.) eine Katastrophe. Anwohnerin Waltraud Cohrs befürchtet, dass sich ihr Gehwagen in einem der Löcher verhakt (kl. Bild) Fotos: as
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  • Insbesondere der Zebrastreifen ist nach Ansicht von Kleckens Bürgermeisterin Anke Grabe (li.) eine Katastrophe. Anwohnerin Waltraud Cohrs befürchtet, dass sich ihr Gehwagen in einem der Löcher verhakt (kl. Bild) Fotos: as
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Hittfelder Straße in Klecken: Sanierung laut Landkreis frühestens ab 2022

as. Klecken. "Diese Straße ist eine Katastrophe!" lauten die deutlichen Worte von Kleckens Ortsbürgermeisterin Anke Grabe. Die Kreisstraße 39 (K 39), die in Klecken von der Mühlenstraße zur Hittfelder Straße wird, ist völlig marode. Die Gossen sind abgesackt, der Asphalt stellenweise abgebrochen und mit Löchern übersät. Die unzähligen Teerflicken zeigen: die Sanierung ist nicht erst seit gestern fällig. "Wir kämpfen seit zehn Jahren darum, dass diese Straße endlich erneuert wird", sagt die Ortsbürgermeisterin.
Auch Waltraud Cohrs (71) wünscht sich, dass die Straße endlich Instand gesetzt wird. Denn insbesondere der Zebrastreifen ist in einem katastrophalen Zustand. Die Markierung ist verblichen, der Fußgängerüberweg durchlöchert. "Mit dem Gehwagen muss man sich sehr konzentrieren. Wenn das Rad in einem Loch landet, stellt es sich quer und man stürzt auf die Straße", sagt die Seniorin. Auch wenige Meter weiter, auf Höhe der Grundschule, sorgt die marode Fahrbahn für Probleme bei querenden Passanten. Denn an der Ampel befindet sich an der Gosse zwischen Bürgersteig und Asphaltdecke eine mehrere Zentimeter hohe Kante. Emma Priehn (83) kommt mit ihrem Rollstuhl hier nur mit Hilfe über die Straße. Die kleinen Vorderräder des Rollstuhls scheitern an der Teerkante, die Fußbretter setzen dort auf. "Für jeden älteren Menschen ist das ein Problem - und auch jüngere können hier stolpern", ist sie überzeugt.
"Die Planungen für die Sanierung der Fahrbahn konnten noch nicht beginnen, weil die Fläche für das Regenrückhaltebecken noch nicht erworben werden konnte", teilt Kreissprecherin Katja Bendig auf Nachfrage dem WOCHENBLATT mit. Das Regenrückhaltebecken bilde die Grundlage für den Ausbau der Ortsdurchfahrt, so Bendig. Die Straßenplanung erfolge parallel zum Erwerb, mit einer Sanierung sei deshalb frühestens ab 2022 zu rechnen, so Bendig. Der Landkreis plane, die gesamte Ortsdurchfahrt der K 39 in Klecken auszubauen. Voraussichtlich wird diese Maßnahme rund 1,8 Millionen Euro kosten.
Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler wirkt angesichts dieser Aussage erstaunt. "Die Gemeinde baut das Regenrückhaltebecken und muss die Fläche dafür erwerben, der Landkreis schließt sich dann an. Mit dem Eigentümer wurden vorab bereits alle Modalitäten in die Wege geleitet. Erst am vergangenen Freitag hat uns der Landkreis die Erlaubnis gegeben, die Fläche zu kaufen", so Seidler. "Das Regenrückhaltebecken kann nicht das Problem für eine Verzögerung von zwei bis drei Jahren sein." Seit zehn Jahren befindet sich die Straße in der Prioritätenliste des Landkreises. Laut Rosengartens Bürgermeister ist sie aus unterschiedlichen Gründen immer wieder zurückgestellt worden.
Anke Grabe hat kein Verständnis für den Sanierungsstau. "Man muss die Fahrbahn doch trotzdem Instand setzen!" Zumindest die Löcher müssten dringend ausgebessert werden, sagt die Ortsbürgermeisterin. "Mal sind andere Straßen wichtiger, dann ist es das Regenrückhaltebecken, oder es fehlen Mitarbeiter - Der Landkreis führt immer wieder andere Gründe an, die eine Sanierung unmöglich machen", ärgert sich Grabe.
Dabei ist die Kreisstraße eine wichtige Verbindungsstraße nach Seevetal und eine Alternative zur Autobahn, die viel frequentiert wird. Pendler, die zum Bahnhof wollen, Ausweichverkehr, der von der nahegelegenen A1 kommt, Kieslaster und Erntemaschinen - "Die Straße ist für die heutige Verkehrsbelastung nicht mehr geeignet", ist Grabe überzeugt. Zuletzt wurde für Lkw, die mehr als 3,5 Tonnen wiegen, ein Tempolimit eingeführt. Der Grund: Auf der maroden Fahrbahn klappern leere Anhänger, unter anderem die der Kieslaster, besonders laut. Seit 2016 dürfen die Schwergewichte deshalb nur mit Tempo 30 durch den Ort fahren.
In Buchholz mussten einige Baumaßnahmen geschoben werden, weil die Stadt Probleme hat, Flächen für Regenrückhaltebecken zu erwerben. Z.B. beim Ausbau der Sandwege. Unter anderem konnte der Falkenweg in Holm-Seppensen aus diesem Grund bislang nicht ausgebaut werden. Und auch in Suerhop hat Buchholz Schwierigkeiten, in den Besitz der für die Entwässerung notwendigen Grundstücke zu gelangen. Seit Jahren kämpfen die Kleckener darum, dass die Hittfelder Straße saniert wird.

Autor:

Anke Settekorn aus Rosengarten

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