Sportplatz "Dunkenkuhle" in Tötensen wird vorerst nicht saniert

Will keine finanziellen Abenteuer: Klaus Wilfried Kienert
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Der marode Sportplatz „Dunkenkuhle“ der Turnerschaft Westerhof (TSW) wird wohl in naher Zukunft nicht für rund 600.000 Euro saniert. Ein dahingehender Antrag scheiterte jetzt im Sportausschuss.

„Wenn Du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.“ Dieser Satz scheint derzeit bestimmend für die Politik in der Gemeinde Rosengarten. Nach Feuerwehrgerätehaus und Kitas soll jetzt also auch die Sanierung des maroden Sportplatzes „Dunkenkuhle“ in einem solch nichtöffentlichen, inoffiziellen Gremium diskutiert werden.
Vorausgegangen war eine lange Diskussion über die Notwendigkeit der Instandsetzung des Platzes. Wie berichtet, ist die auf einer ehemaligen Müllkippe errichtete Sportanlage infolge von Bodensetzungen massiv beschädigt und dringend sanierungsbedürftig. Kostenpunkt: rund 600.000 Euro. Diese Zahl nannte der Sachverständige Michael Pülm jetzt in der Sitzung des Sportausschusses. Weiteres Problem: Eine Untersuchung hat ergeben, dass auf dem Areal nach wie vor mit geringen Bodensetzungen zu rechnen ist. Sachverständiger Pülm schlug deshalb eine Sanierung vor, bei der die Spielstätte auch bei einer zukünftige Absenkung des Bodens um bis zu 21 Zentimeter intakt bleibt.
In der Politik scheute man sich dennoch, eine Sanierung in dieser Größenordnung zu beschließen. „Wir müssen der Turnerschaft schnell helfen, allerdings halte ich es für äußerst problematisch, auf diesem Areal 600.000 Euro zu investieren“, sagte Klaus-Wilfried Kienert (SPD). Sein Vorschlag: Den Platz der TSW für den Trainingsbetrieb herrichten und mittelfristig Möglichkeiten für einen neuen zentralen Sportplatz suchen. Auch wenn er es nicht aussprach: Mit seinem Vorschlag brachte Kienert wieder den Bau einer modernen Sportstätte an der Oberschule in Nenndorf aufs Tapet. Hintergrund: Als der Landkreis Harburg die Oberschule vor knapp 15 Jahren errichtete, wollte er laut Gemeinde eigentlich auch neben der Schule eine moderne Sportanlage schaffen. Darauf hofft man in Rosengarten heute noch.
„Wir werden wieder hingehalten, immer wieder zaubert man hier den angeblichen Neubau einer Sportstätte in ferner Zukunft aus dem Hut, die TSW braucht jetzt einen vernünftigen Platz“, ärgerte sich TSW-Vorstand Peter Relotius. Es gäbe kaum noch Bodensetzungen, das zeigten die vorhandenen Messungen. Der Platz werde außerdem dringend gebraucht und zwar nicht nur für das Training, sondern auch für den Punktspielbetrieb, für Sportfeste und das Vereinsleben in Rosengarten.
Allerdings waren sich SPD, Grüne, Linke, CDU und auch die Verwaltung einig: In Zeiten von Rathausneubau und P+R-Platz-Expansion will man sich nicht auf solch ein finanzielles Abenteuer einlassen. Den von Jürgen Schütte (Ortsrat CDU) beantragten sofortigen Sanierungsbeginn lehnten sowohl Ausschuss als auch der Ortsrat ab. Stattdessen beschloss der Ausschuss einen Arbeitskreis, der mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und TSW besetzt sein soll. In dem inoffiziellen Gremium müssten alle Optionen auf den Prüfstand, auch Steuererhöhungen seien laut Sozialdemokrat Kienert kein Tabu-Thema.
Allerdings: Die Arbeitsgruppe steht wohl unter keinem guten Stern. Zu tief sitzt der Frust im Vorstand der TSW. „Ich rechne mir keine großen Chancen auf einen Durchbruch aus“, so Peter Relotius. Kleiner Trost: Laut Beschluss muss am Ende des Arbeitskreises eine Entscheidung stehen - was immer das auch heißen mag.

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