Veranstalter des Rosengartenlaufs beklagt fehlende Bereitschaft, zu helfen
Streit um Rosengartenlauf

as. Vahrendorf.
Scheitert die Premiere des Rosengartenlaufs noch vor dem ersten Startschuss? Eigentlich sollte er Gutes bewirken und ein Höhepunkt für Lauffreunde werden, doch jetzt scheint der Lauf aufgrund von gescheiterter Kommunikation in Gefahr.
Zahlreiche Anmeldungen sind bereits eingegangen, mit rund 1.000 Teilnehmern rechnet Hauptorganisator Jürgen Buck. Doch derzeit ist noch völlig unklar, wer die Laufstrecke, die durch Rosengarten und Neu Wulmstorf führt, sichern wird.
Denn laut Hauptorganisator Jürgen Buck findet die ursprünglich durch die Gemeindefeuerwehr zugesicherte Unterstützung nicht mehr statt. "Die Gemeinde Rosengarten hat ihren Feuerwehrleuten jetzt untersagt, den Rosengartenlauf zu unterstützen. Das bringt uns jetzt in eine schwierige Situation", sagt Buck.
Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler kontert: "Wir haben dem Veranstalter bereits rechtzeitig, im letzten Jahr, mitgeteilt, dass unsere Gemeinde das Event nicht mit der Feuerwehr unterstützen wird."
Innerhalb der Rosengartener Feuerwehr wird die Entscheidung der Gemeinde durchaus kontrovers diskutiert. Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler und Gemeindebrandmeister Stephan Wilhelmi verweisen auf die Entscheidung der Kreisfeuerwehr, keine Großveranstaltungen mehr zu unterstützen. Vahrendorfs Ortsbrandmeister Frank Otten hingegen sieht den Rosengartenlauf nicht als anonyme Großveranstaltung, sondern als Event aus der Region an und würde mit seinen Feuerwehrleuten gern helfen - darf es aber nicht.
Soll die Feuerwehr den Rosengartenlauf sichern oder nicht - diese Frage wird in den Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Rosengarten kontrovers diskutiert.
Der Rosengartenlauf stellt eine Etappe des HeidjerCups dar und wird in diesem Jahr zum ersten Mal veranstaltet. Der gesamte Erlös der Veranstaltung soll an gemeinnützige Organisationen im Bezirksamtsbereich Harburg und der Gemeinde Rosengarten gehen.
Die Laufstrecke führt durch Alvesen, Ehestorf, Sottorf und Vahrendorf.
Laut Initiator und Hauptorganisator Jürgen Buck findet jedoch die ursprünglich durch die Gemeindefeuerwehr Rosengarten zugesicherte Unterstützung nicht mehr statt.
Die Verwaltung der Gemeinde Rosengarten beruft sich auf die Kreisfeuerwehr, die 2017 erklärt hatte, kreisweit nicht mehr ehrenamtlich für Streckensicherungen von kommerziellen Sportevents wie Cyclassics oder Iron Man im Landkreis Harburg zur Verfügung zu stehen. Ein Grund dafür war, dass die Streckenposten immer häufiger den Pöbeleien der Autofahrer ausgesetzt waren. Zwar gibt es bei der Ortsfeuerwehr Vahrendorf-Sottorf die Bereitschaft, die Veranstaltung zu sichern. Ohne Erlaubnis des Bürgermeisters dürfen die Feuerwehrleute aber weder Feuerwehrwagen noch -uniform zum Einsatz bringen.
Gemeindebrandmeister Stephan Wilhelmi verweist auf die Verwaltung, die in letzter Konsequenz über die Teilnahme der Feuerwehr entscheidet. "Wir Feuerwehrleute sind in unserer Freizeit ehrenamtlich im Einsatz. Übungsdienste, Sonderdienste für Funktionsträger, Bereitschaftsdienste - irgendwann ist auch der Punkt erreicht, wo nichts mehr geht", erklärt Wilhelmi. Er habe zwar im ersten Vorab-Gespräch mit Jürgen Buck grob zugesagt, "da wusste ich aber noch nicht, was genau geplant ist". Hinzu käme, dass die Kommunikation mit dem Organisator nicht "ganz rund gelaufen" sei. Auch die Freiwillige Feuerwehr Neu Wulmstorf hat die Unterstützung abgelehnt.
Grundsätzlich sei der Lauf eine gute Sache, sagt Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler. "Aber wir können bei solchen Veranstaltungen nicht mal so und mal so entscheiden. Wir müssen auch eine gewisse Verlässlichkeit für die Feuerwehr schaffen", sagt Bürgermeister Dirk Seidler. Der Rosengartenlauf sei eine Großveranstaltung, und diese würden in Absprache mit der Feuerwehrleitung eben nicht unterstützt. Das sei dem Veranstalter auch schon seit langem bekannt. "Wir haben das bereits im vergangenen Jahr kommuniziert - und nicht erst jetzt", sagt Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler. Wiederholtes Nachhaken des Veranstalters würde an der Entscheidung nichts ändern. "Vielleicht hätte die Veranstaltung auch professioneller geplant werden müssen. Man kann nicht einfach voraussetzen, dass die Gemeinde alles unterstützt, auch wenn es für einen guten Zweck ist", sagt Seidler.
"Es stimmt, die Cyclassics hatten mit den Gemeinden im Landkreis wenig zu tun. Aber wir machen hier doch etwas ganz anderes! Ein Benefizlauf von und für Rosengarten, zugunsten von Projekten aus der Region", betont Buck. Auch Frank Otten, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf, teilt den Vergleich mit den Cyclassics nicht. "Cyclassics und Ironman, das waren Veranstaltungen, wo teilweise im Landkreis ganze Ortsteile gesperrt werden mussten. Das ist nicht mit dem Rosengartenlauf vergleichbar, die Strecke führt hauptsächlich durch den Wald. Wir reden hier von drei Straßen in Alvesen, die gesichert werden müssten." Seine Kritik: Die Ortsfeuerwehr, die letztendlich vor Ort im Einsatz sei, war in diese Entscheidung nicht eingebunden worden. Die Vahrendorfer Ortswehr wäre durchaus bereit, den Lauf ehrenamtlich zu unterstützen - notfalls auch in Zivil. "So ein Benefizlauf wäre doch toll für die Gemeinde. Ich habe keine Ahnung, was da wo falsch gelaufen ist. Aber am Ende heißt die Veranstaltung Rosengartenlauf - und wir können dafür sorgen, dass die Gemeinde positiv dasteht."
Initiator Jürgen Buck gibt sich kämpferisch: "Wir schaffen das - notfalls auch ohne Feuerwehr. Der Rosengartenlauf findet statt!" Er versucht jetzt, ehrenamtliche Helfer zu motivieren. Notfalls muss er professionelle Sicherheitskräfte anheuern. "Es wäre schade, wenn die Einnahmen, die wir allesamt für gemeinnützige Projekte in der Region bereitstellen, dafür draufgehen", so Buck. Geplant war unter anderem, für die Freizeitanlage in Ehestorf eine Schutzhütte zu stiften. "Aber wenn man hier so wenig kooperativ ist, dann unterstützen wir lieber Projekte anderswo", sagt Buck.

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