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Analoges Kabelfernsehen wird abgeschafft: Tipps für die Umstellung

Die Kabelnetzbetreiber stellen das analoge Fernsehen ab. Das WOCHENBLATT erklärt, was Sie beachten müssen (Foto: as)
(as). Das ist das Ende des analogen Fernsehens: Im Januar und Februar wird das Kabelnetz in den Landkreis-Gemeinden von analog auf digital umgestellt, der Fernsehempfang per Kabel funktioniert dann nur noch digital. Das WOCHENBLATT verrät, was Sie tun müssen, um weiterhin fernsehen zu können.

Umstellungstermin prüfen:
In Salzhausen, Stelle und Winsen wird bereits am 31. Januar das analoge Fernsehen abgestellt. Buchholz, Rosengarten, Tostedt, Hanstedt, Jesteburg und Seevetal sind dann am 13. Februar dran. Unter www.digitaleskabel.de kann man seinen individuellen Umstellungstermin prüfen.

So läuft die Umstellung:
Die Arbeiten starten am jeweiligen Umstellungstag kurz nach 0 Uhr und sind voraussichtlich bis 6 Uhr beendet. Während dieser Zeit funktionieren weder Internet noch Telefon über den Kabel-Anschluss (das gilt auch für Notrufe). Ist die Umstellung abgeschlossen, wird die Internet- und Telefonverbindung automatisch wieder hergestellt. Receiver und Kabel-Router sollten in der Umstellungsnacht nicht vom Strom getrennt werden, da viele Geräte die Umstellung automatisch durchführen.

Wer ist von der Umstellung betroffen:
Von der Umstellung betroffen ist nur, wer Radio oder Fernsehen über einen Kabelanschluss bezieht. Wer auch künftig Kabel-empfang nutzen möchte, muss jetzt auf digital umrüsten. Rein analoge Empfangsgeräte werden nach der Umstellung keine Programme mehr empfangen.

Woher weiß man, ob man noch analog oder schon digital fernsieht?
Wer digitale Fernsehsender wie Tagesschau24, ZDFneo, One oder HD-Sender (erkennbar an dem HD-Symbol neben dem Senderlogo) empfängt, sieht bereits über ein digitales Signal fern. Übrigens: Fernsehgeräte, die vier Jahre oder jünger sind, haben meist schon einen digitalen Empfänger eingebaut (erkennbar am DVB-C-Logo) und können weiterhin genutzt werden.

Bereits digital
Wer bereits ein digitales Signal empfängt, muss nicht umrüsten. Auch ein neuer Vertrag mit dem Kabelnetzbetreiber ist nicht notwendig. Digitale Kanäle werden bei der Umstellung aber teilweise neu belegt, deshalb ist am Tag der Umstellung ein Senderdurchlauf notwendig.

Von analog auf digital umstellen
Wer noch keinen Zugriff auf HD-Sender, Bezahlfernsehen sowie digitale Programme wie ZDFneo hat und derzeit etwa 30 Programme empfängt, schaut wahrscheinlich noch analog Fernsehen. Grundsätzlich kann man nach der Umstellung auch weiterhin seinen alten Fernseher benutzen. Dafür muss man sich einen Digital-Receiver (DVB-C, wird zwischen Kabelbuchse und Fernseher geschaltet) anschaffen, entweder vom Kabelnetzbetreiber oder im Fachhandel.

Andere Verbreitungswege
Alternativen zum Kabelfernsehen sind das Antennenfernsehen (DVBT-2 HD), Satellitenempfang (DVB-S/S2) oder Fernsehen über das Internet (IPTV).
Während die Öffentlich-Rechtlichen ohne Zusatzkosten in HD empfangbar sind, muss für Privatsender in HD auf allen Verbreitungswegen gezahlt werden. Wer darauf keinen Wert legt, kann die privaten TV-Programme in SD weiterhin ohne spezielle Verträge und ohne Smartcard empfangen.

Analoges Radio
Wer auch seine Stereo-Anlage oder das Radio an die Kabelbuchse angeschlossen hat, muss ebenfalls aufrüsten. Über Kabel ist der Radioempfang nur noch digital möglich: mit DVB-C-fähigen Radios sowie jedem Gerät, dass auch digitales Kabelfernsehen unterstützt. Alternativ lassen sich UKW-Radio oder DAB+ über eine Zimmer-Antenne empfangen.

Auslaufmodell analoges Fernsehen

Analoges Fernsehen ist ein Auslaufmodell. Nur über Kabel wird überhaupt noch analog gesendet, alle anderen TV-Empfangswege sind bereits digitalisiert. Das Senden von analogen Programmen nimmt einen großen Teil der verfügbaren Bandbreite in Anspruch, der von den Kabelnetzbetreibern weder für HDTV noch für breitbandige Internetangebote genutzt werden kann. Mit der Umstellung auf digitales Fernsehen wird weniger Bandbreite gebunden, die Kabelnetzbetreiber können dann zum Beispiel rund 350 TV-Programme anbieten. Weiterhin sind beim digitalen Fernsehen Zusatzdienste wie Elektronischer Programmführer, digitale Untertitel und Audiodeskription möglich und die Bild- und Tonqualität ist besser.
Laut Digitalisierungsbericht der Medienstalten (2017) sind bundesweit rund 3,2 Millionen Haushalte von der Kabel-Umstellung auf digitales Fernsehen betroffen.

Fachhandel berät zur Umstellung 

Der örtliche Fachhandel berät schnell und individuell zur Umstellung auf digitales Kabelfernsehen. Viele Geschäfte bieten auch einen "Vor-Ort-Service" an. Frank Runge, Inhaber des Elektrofachgeschäftes „konzept + sound“ in Marxen, rät: "Investieren Sie in eine gute Bedienbarkeit des Receivers." Manche Geräte passen z.B. Umstellungen in der Senderliste automatisch an, wenn sich Sendeplätze ändern. "Darüber hinaus ist bei wertigen Geräten das Handling komfortabler, wenn Sie bspw. Sendungen aufnehmen möchten und/oder Bezahlfernsehen zuschalten wollen." Auch für die Nutzung von Mediatheken oder Internet-Fernsehen gibt es Receiver oder TV-Geräte, die diese Empfangsarten kombinieren können. Und der Fachmann hat noch einen Hinweis: "Mit dem digitalen Kabelfernsehen geht die Möglichkeit einher, auch schnelles Internet über Kabel zu beziehen." Voraussetzung hierfür sei jedoch eine Umrüstung der hausinternen Komponenten wie z.B. am Signalverstärker und den Empfangsdosen. Hierzu berät der Fachhandel.