Zukunft des Salzhäuser Schützenplatzes wurde auf Bürgerversammlung heiß diskutiert
"Das ist kein leichter Prozess!"

"Wir brauchen eine Entscheidung vom Rat zum Schützenplatz": 
Schützenoberst Dirk Hornbostel (li.) und Gemeindedirektor Wolfgang Krause zeigten das betroffene Gelände auf einem Schaubild
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  • "Wir brauchen eine Entscheidung vom Rat zum Schützenplatz":
    Schützenoberst Dirk Hornbostel (li.) und Gemeindedirektor Wolfgang Krause zeigten das betroffene Gelände auf einem Schaubild
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ce. Salzhausen. Erhaltenswerte Traditionsstätte oder für Wohnbebauung prädestiniertes Gelände? An dieser Frage schieden sich jetzt bei der Bürgerversammlung zur Zukunft des Salzhäuser Schützenplatzes die Geister. Zahlreiche Interessierte waren der Einladung des Gemeinderates in die Dörpschün gefolgt. Martina Stahl von der Hamburger Johann-Daniel-Lawaetz-Stiftung, die auf soziale Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung spezialisiert ist, moderierte die Veranstaltung.
Wie das WOCHENBLATT berichtete, plant die Schützenkompanie Salzhausen, das Schützenhaus abzureißen und 6.000 Quadratmeter des Grundstücks für Wohnbebauung zu verkaufen. Das Geld benötigt sie auch, um die notwendige, bis zu 100.000 Euro teure Modernisierung des Schießstandes zu finanzieren. Die Gemeinde Salzhausen hat die Planungshoheit über das Terrain. Nicht verkauft werden soll eine 400 Quadratmeter große Teilfläche des Platzes, die die Schützen an den MTV Salzhausen zur Erweiterung des benachbarten Sport-Huus abgeben wollen.
"Heute Abend werden keine Entscheidungen getroffen. Die öffentliche Meinung soll die Grundlage für unsere weitere politische Diskussion bilden", stellte Gemeindedirektor Wolfgang Krause zu Beginn klar.
Hier einige Statements aus der Versammlung:
"Salzhausen braucht ein Gemeinschafts- und Veranstaltungshaus, wie es unser Schützenhaus vor langer Zeit einmal war", ergriff Hans Gellersen vom MTV Salzhausen als erster Bürger das Wort. "1906 haben einige Menschen zusammen das Schützenhaus gebaut. So viel gemeinsame Initiative sollte doch heute auch noch möglich sein."
Dorle Schütt erklärte, Schützenplatz und -haus seien "traditionsreiche Orte", die es zu erhalten gelte. Hier räumte Carsten Schulenburg von der Schützenkompanie ein, dass der Saal des Schützenhauses inzwischen lediglich für maximal zehn Veranstaltungen genutzt werde. "Unter diesen Umständen das Gebäude zu erhalten, ist wirtschaftlich nicht tragbar." Schulenburgs Vereinskollege Alexander Jost ergänzte: "Wenn wir das Schützenhaus sanieren, können wir unserer eigentlichen Aufgabe, der Erhaltung des Schießsportes, finanziell nicht mehr nachkommen."
Barbara Nienstedt nahm diese Bedenken zum Anlass, sich "für eine Wohnbebauung, die schön in das Ortsbild passt", auszusprechen. Joachim Bartels aus Eyendorf sah hier jedoch die Gefahr von Klagen der Bewohner wegen des Lärms vom nahen MTV-Gelände. MTV-Vorsitzender Jörg Schulze betonte diesbezüglich, im Falle von Wohnbauten müsste der Lärmschutz besonders berücksichtigt werden, damit der Sportvereins-Betrieb weiterlaufen könne.
Ganz klar gegen eine Wohnbebauung auf dem Schützenplatz sind Nils und Maike Abel, die an der zum Areal führenden Winsener Straße wohnen. "Dort Wohnungen zu errichten, würde eine noch größere Verkehrsbelastung vor unserer Haustür bedeuten", so Nils Abel im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. "Wenn man dann keine Entlastungsstraße schafft, nimmt dieser alte Teil von Salzhausen einen zu großen Schaden."
Schützenvereins-Mitglied Benedict Schuster monierte, dass in der Kommunalpolitik "die Mühlen manchmal zu langsam mahlen" und der Rat durch die Bürgerversammlung seine Entscheidung womöglich auf die Öffentlichkeit "abwälzen" wolle. Wolfgang Krause konterte, der Rat dürfe und könne die Entscheidung gar nicht in Bürgerhand geben, müsse aber die öffentliche Meinung zu einem solch wichtigen Thema hören. Schützenoberst Dirk Hornbostel erinnerte daran, dass der Verein und die Gemeindeverwaltung in der Vergangenheit häufig gut kooperiert hätten. Er appellierte gleichwohl: "Wir brauchen endlich eine Entscheidung vom Rat zum Schützenplatz - sonst haben wir ein Riesenproblem und der MTV auch!"
Der Salzhäuser Samtgemeinde-Ratsherr Thomas Scheiber schlug schließlich vor, den Schützenplatz künftig halb für Wohnbebauung zu nutzen und halb als parkähnliche Fläche zu begrünen. So würde man auch den Wünschen nach dem Erhalt des historischen Terrains in gewissem Umfang Rechnung tragen. "Ich sehe diesen Vorschlag als eine von mehreren möglichen Kompromisslösungen", kommentierte Wolfgang Krause diese Idee gegenüber dem WOCHENBLATT. "Die Entscheidungsfindung ist für die Schützen und uns kein leichter Prozess. Wir haben aber das feste Ziel, bald ein Ergebnis zu erzielen!"
• Über die Zukunft des Salzhäuser Schützenplatzes berät auch der Planungs- und Hochbauausschuss der Gemeinde in seiner nächsten öffentlichen Sitzung, die am Donnerstag, 12. September, um 19.30 Uhr im Rathaus stattfindet.

Ideen und Meinungen sind gefragt

(ce). Salzhäuser Bürger, die im Artikel nicht erwähnte Ideen zur Gestaltung des Schützenplatzes haben, können Vorschläge per E-Mail info@rathaus-salzhausen.de an die Gemeindeverwaltung schicken.
Das WOCHENBLATT möchte von seinen Lesern wissen: Wie ist Ihre Ansicht zum Schützen-Areal? Was spricht für, was gegen eine Wohnbebauung? Schreiben Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an christoph.ehlermann@kreiszeitung.net. Ideen und Meinung sind gefragt

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