"Echte Herausforderung": Kettensägerkünstler Michael Knüdel kreiert überlebensgroße Engelsfigur für Salzhäuser Friedhof

In Action beim Start am Donnerstag: Kettensägenkünstler Michael Knüdel sägt die Engelsfigur aus dem Eichenstamm. Flügel und Kopf sind schon ansatzweise zu erkennen
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  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Salzhausen. Einen nicht alltäglichen Job hatte jetzt Kettensägenkünstler Michael Knüdel (45) aus Bispingen: Im Auftrag der St. Johannis-Kirchengemeinde Salzhausen schuf er aus einem etwa vier Meter hohen Eichenstamm eine Engelsstatue, die künftig vor dem Eingang der Friedhofskapelle alle Besucher "empfangen" soll.
"Allein von der Größe her ist dann schon eine echte Herausforderung. Ich säge sonst eher kleinere Holzkunstwerke in Tierform", sagte Knüdel beim Beginn seiner Arbeit in Salzhausen gegenüber dem WOCHENBLATT. Neben der Länge sei auch der Durchmesser des Engels mit bis zu 1,60 Metern stattlich. Mit Hilfe einer Leiter und einer Hubbühne konnte Knüdel aber auch an den hoch aufragenden Flügeln und am Kopf des Götterboten problemlos arbeiten. Viele interessierte Einheimische und Touristen schauten Knüdel bei seiner Tätigkeit über die Schulter. Von Mitgliedern der Kirchengemeinde wurden die Besucher gegen eine Spende zur Finanzierung des Engels mit Gaumenfreuden verwöhnt.
Bereits am morgigen Samstag, 18. Juli, soll das Kunstwerk gegen 15 Uhr fertig sein. Dann können sich alle Interessierten ein Bild machen vom handwerklichen Können Knüdels, der schon bei internationalen Kettensägenkünstler-Meisterschaften auf vorderen Plätzen landete.
Die Vorlage für seine Arbeit stammt von Manuela Klindworth aus Salzhausen. Ihr "Engel der Zuwendung" bekam bei einer Abstimmung in der Kirchengemeinde über verschiedene Entwürfe den Zuschlag. "Menschen, die einen anderen Menschen zu Grabe tragen, brauchen einen ihnen in ihrem Leid verbundenen, zugewandten Engel", so Manuela Klindworth. Ein Baum auf dem Engelsgewand symbolisiere, dass nach dem Tod für Christen nicht alles vorbei sei, sondern "neues Leben" in der Ewigkeit bei Gott auf sie warte.
"Die Kosten für das Schaffen der Figur sollen nicht aus Friedhofsgebühren, sondern durch Spenden bezahlt werden", erklärte Kirchenvorstands-Vorsitzende Malene Schröder. Der Transport des Eichenstammes, das Aufstellen am Friedhof und die Bereitstellung der Hubbühne seien bereits gesponsert worden. "Auch das Fundament für den Engel wurde teilweise von Sponsoren übernommen. Über weitere Spenden freuen wir uns natürlich sehr", so Malene Schröder.

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