Mega-Streit um Minipigs
Im Gehege gehaltene Minischweine sollen weg!

Im Gehege: Tobias Kruska und Tochter Fiona mit den liebgewonnenen Minischweinen "Konrad", "Louise" und "Elvis"
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  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Wulfsen. Munter tummeln sich die drei kleinen Schweine "Louise", "Elvis" und "Konrad" in ihrem Gehege neben einem Einfamilienhaus in Wulfsen (Landkreis Harburg) und fühlen sich hier offenbar sauwohl. Doch die "Unsere kleine Farm"-Idylle trügt, denn Minipig-Besitzer Tobias Kruska (43) soll die Tiere abgeben - "auf Drängen des Landkreises Harburg und womöglich auch von Nachbarn, die was gegen mich haben", wie er fassungslos vermutet.
Im Jahr 2018 kauften die Kruskas die Tiere von einem Züchter aus Hannover und errichteten ein etwa 30 Quadratmeter großes Gehege direkt an ihrem Eigenheim. Ein Geräteschuppen wurde zum Stall umfunktioniert "Ich hatte mich vorher beim Veterinäramt des Landkreises und beim Ordnungsamt der Samtgemeinde Salzhausen erkundigt, ob ich die Schweine so unterbringen kann, und man hatte nichts dagegen", erklärt Tobias Kruska.
Etwa ein Jahr lang sei alles gutgegangen, bis 2019 Post vom Kreis-Bauamt kam. Die Behörde forderte die Kruskas auf, die Minipigs wegzugeben, weil es sich um ein reines Wohngebiet handele, in dem derartige Tiere nicht gehalten werden dürften. "Zudem hatten sich offenbar Nachbarn beim Kreis darüber beklagt, dass die Tiere oft Lärm und Gestank verursachen, was nicht stimmt", so Kruska. "Ich legte gegen den Bescheid Protest ein, denn die niedlichen Schweine waren uns ans Herz gewachsen und gehörten schon zur Familie. Wenn überhaupt, wollten wir sie nur als Trio weggeben und nicht 'auseinanderreißen', was schier aussichtslos war."
Der Kreis zog daraufhin zunächst seine Anordnung zurück. Bald darauf schickte er jedoch aufgrund einer Anzeige wegen angeblichen Verstoßes gegen den Tierschutz eine Aufforderung an Kruska, die Minipigs wegzugeben, verbunden mit der Androhung einer Strafzahlung von 500 Euro bei Zuwiderhandeln. "Ich vermute, dass mich Menschen aus der Nachbarschaft angeschwärzt haben. Ich zahlte das Geld, schaltete einen Anwalt ein und habe seitdem rund 3.000 Euro für erneute Strafgelder und an Anwaltsgebühren berappt", so der Wulfsener. "Der ganze Streit hat mich viel Geld und Kraft gekostet. Inzwischen bin ich so weit, dass ich 'Konrad', 'Louise' und 'Elvis' gerne zusammen an einen Tierfreund abgeben würde." Gemeinsam mit Tochter Fiona (19), die die Minipigs mit versorgt, ist sich der Vater einig: "Wir möchten vom neuen Besitzer kein Geld für die Schweine haben, sondern nur sicher sein, dass es ihnen auch in Zukunft gut geht." 

Das sagt der Landkreis Harburg -
(ce). "Der jüngste Widerspruch von Herrn Kruska gegen das ihm vom Landkreis Harburg auferlegte Zwangsgeld wegen der unrechtmäßigen Haltung seiner Minischweine im Wohngebiet wurde vor wenigen Tagen abgewiesen", erklärt Kreis-Sprecherin Katja Bendig auf WOCHENBLATT-Anfrage. "Herr Kruska hat nun einen Monat Zeit, gegen diesen Bescheid zu klagen."
Bendig weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Minischweine rechtlich gesehen nicht als Haus-, sondern als Nutztiere gelten und entsprechend gehalten werden müssten.

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Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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