Warten auf die Impf-Warteliste
Krebskranke Gudrun Fölsch (78) hofft auf Corona-Impftermin

Wünscht sich einen baldigen Impftermin: die mehrfach an Krebs erkrankte Gudrun Fölsch
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ce. Salzhausen. Da fiel Gudrun Fölsch (78) aus allen Wolken: Sie war zweimal schwerstens an Krebs erkrankt und gehört damit zur Risikogruppe bezüglich der COVID-19-Erkrankungen. In der vergangenen Woche meldete sie sich hoffnungsvoll unter der Hotline des Landes Niedersachsen (0800 - 9988665), um schnell einen Impftermin zu bekommen. "Dort teilte man mir mit, dass es die ursprüngliche Einteilung der Impfgruppen gar nicht mehr gebe und auch keine Warteliste bestehe", schüttelt die Seniorin ratlos den Kopf.
In 2010 erkrankte Fölsch an Brustkrebs. "Im vergangenen Jahr schlug die grausame Krankheit nochmal mit doppelter Wucht im Unterleib zu", erzählt sie. "Nachdem ich die Chemo gut überstanden habe, möchte ich nun schnellstmöglich auf die Warteliste gesetzt werden, um zeitnah die Corona-Impfung zu bekommen und mich endlich wieder in der Öffentlichkeit bewegen zu können."
"Tatsächlich hat das Bundesgesundheitsministerium die Impfverordnung gerade neu strukturiert und die Impfgruppen neu priorisiert", erklärt Manfred Böhling, Pressesprecher des Niedersächsischen Sozial- und Gesundheitsministeriums, auf WOCHENBLATT-Anfrage. Den höchsten Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus haben demnach nach wie vor unter anderem
- Männer und Frauen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben,
- ältere oder pflegebedürftige Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen betreut werden,
- Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste, die regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen betreuen, sowie
- Mitarbeiter von Intensivstationen oder Notaufnahmen, die einem erhöhten Corona-Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
Gegenüber früheren Einstufungen vorgerückt sind jetzt Menschen, die Anspruch auf "Schutzimpfungen mir hoher Priorität" haben. Hierzu gehören
- Personen zwischen 70 und 79 Jahren,
- Menschen beispielsweise mit Trisomie 21, nach einer Organtransplantation, mit Demenz, einer geistigen Behinderung oder schweren psychiatrischen Erkrankung,
- an Krebs Erkrankte,
- Personen mit schweren Lungenerkrankungen (COPD/Mukoviszidose),
Menschen mit sehr ausgeprägter Adipositas,
- Diabetiker,
- chronisch Leber- und Nierenkranke sowie
- Pflegebedürftige und ihre Kontaktpersonen.
Die Salzhäuserin Gudrun Fölsch gehört zu dieser zweiten Gruppe. Wie dort das Impfverfahren ablaufen soll, sei jedoch - so Ministeriumssprecher Manfred Böhling - "noch nicht abgestimmt". "Zunächst könnten beispielsweise die 75- bis 79-Jährigen eingeladen werden", wagt er eine Prognose. Grundsätzlich könnten auf Basis der neuen Verordnung per Einzelfallentscheidung "weitere individuell betroffene Personen mit hoher Priorität geimpft werden".
Das Sozialministerium - so Böhling - werde frühzeitig darüber informieren, ab wann die Berechtigten der zweiten Gruppe geimpft würden. Gudrun Fölschs Bedenken, dass die Benachrichtigung nur per Botschaft auf das Smartphone der Betroffenen erfolge und Menschen ohne Handy das Nachsehen hätten, kann Manfred Böhling zerstreuen: "Die Termine werden auf den Wegen übermittelt, die der Impfberechtigte angibt."
• Die aktuelle Impfverordnung ist nachzulesen unter www.bundesgesundheitsministerium.de (Stichwort "Verordnungen").

Tote bekommen noch immer Impf-Post

(ce). Offensichtlich werden auch längst verstorbene Personen nach wie vor zu Corona-Impfungen gebeten. "Keine zwei oder drei, sondern ganze elf Jahre ist mein Vater Hubert bereits tot und hat trotzdem eine Einladung bekommen", ärgert sich Reinhard Spicker, Vorsitzender der AfD Rosengarten-Hollenstedt und Vize-Vorsitzender der AfD Harburg-Land. "Was sagt uns dies über die Datensammlungen der Behörden im Land Niedersachsen?", führt er weiter aus. Die Hinterbliebenen seien - so Spicker - "nicht sehr begeistert" vom Schreiben des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums und wollten es auch zum Thema im Landtag machen. Tote bekommen
weiter Impf-Post

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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