ADFC fürchtet um Sicherheit bei Ausbau der Strecke Vierhöfen - Garstedt
"Mulmiges Gefühl für Radfahrer"

Ergebnis einer "ziemlich übereilten Fäll-Aktion": die Baumstümpfe an der Straße zwischen Garstedt und Vierhöfen
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ce. Vierhöfen/Garstedt. Über den "drohenden Umbau der schmalen Gemeindeverbindungsstraße" von Vierhöfen nach Garstedt informierte jetzt die ADFC-Ortsgruppe Hanstedt-Salzhausen bei einer Radtour entlang der vom Ausbau betroffenen Strecke. "Leider war kein Politiker aus dem Samtgemeinderat der Einladung gefolgt", bedauert ADFC-Kreisvorsitzende Karin Sager.
Die kleine Gruppe von 14 Teilnehmern radelte von Vierhöfen nach Garstedt, vorbei an den vielen Baumstümpfen, die das Ergebnis der - so Sager - "ziemlich übereilten Fäll-Aktion von Ende Februar" waren. Keiner der Beteiligten konnte sich laut der ADFC-Chefin vorstellen, sicher auf der Straße zu fahren, wenn die beidseitig vorgesehenen Leitplanken (das WOCHENBLATT berichtete) die Fahrbahn einengen. "Keiner konnte erklären, warum bei einer Erneuerung fast zwei Millionen Euro für diese Verbindungsstraße aufgebracht werden müssen. Es gibt im Landkreis Harburg viel schlechtere Straßen mit höherer Verkehrsbelastung", räumt Karin Sager ein.
Im weiteren Verlauf der Tour kamen die Radler am Ortseingang von Garstedt am Gelände der Firma RSH Polymere vorbei. "Riesengroße Lkw standen an der Straße. Ein mulmiges Gefühl überkam die Radfahrer bei dem Gedanken, die Straße mit den Lastern zu teilen."
Aus Sicht des ADFC ist fraglich, ob es bei derart großen Fahrzeugen überhaupt möglich sein wird, bei einer Fahrbahnbreite von 5,50 Metern zwischen festen Leitplanken Radfahrer mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Metern (bei Kindern sogar zwei Meter) zu überholen. "Wir fragen uns, warum dann nicht gleich eine Fahrradstraße hergestellt werden kann, die für den Kraftverkehr freigegeben wird?", gibt Karin Sager zu bedenken. Weder Radler noch Autofahrer würden so weit rechts fahren können, dass sie quasi die Leitplanken streifen. Von den verbleibenden höchstens 4,50 Metern sei bei Abzug der Fahrzeugbreite (über zwei Meter) und der Breite des Radfahrers (etwa ein Meter) kein ausreichender Sicherheitsabstand mehr vorhanden.
Weitere Vorteile einer Fahrradstraße wären dem ADFC zufolge, dass das Tempo maximal 30 Stundenkilometer betragen würde und keine Leitplanken nötig wären. "Eine Erneuerung der Fahrbahn wäre ausreichend und diese bei geringerem Tempo viel länger haltbar."
Karin Sager: "Wenn man all das nicht will, muss man für den Rad- und Fußverkehr einen sicheren Weg hinter den Bäumen anlegen, denn es gilt laut Straßenverkehrsordnung immer der Grundsatz: Die Flüssigkeit des Verkehrs ist mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten. Dabei geht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer der Flüssigkeit des Verkehrs vor."

Ergebnis einer "ziemlich übereilten Fäll-Aktion": die Baumstümpfe an der Straße zwischen Garstedt und Vierhöfen
ADFC-Kreisvorsitzende Karin Sager  Fotos: mum, ce

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