++ Unglaublich ++

Tierhasser erschießt Kater!

Mit dem Jahr 2020 geht eine Schützen-Ära zu Ende
Schützenverein Garlstorf-Gödenstorf löst sich nach 70 Jahren auf

Der Vorstand des sich nun auflösenden Schützenvereins Garlstorf-Gödenstorf (v. li.): Rolf Niebuhr, Klaus Ziehn, Giesela Meyer, Horst Putensen, Präsident Gerhard Putensen, Adjutant Jörg Michels, König Holger Maack und Adjutant Andreas Ziehn
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  • Der Vorstand des sich nun auflösenden Schützenvereins Garlstorf-Gödenstorf (v. li.): Rolf Niebuhr, Klaus Ziehn, Giesela Meyer, Horst Putensen, Präsident Gerhard Putensen, Adjutant Jörg Michels, König Holger Maack und Adjutant Andreas Ziehn
  • Foto: Mathias Wille
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Garlstorf/Gödenstorf. Wenn am 31. Dezember das Jahr 2020 ausklingt, endet in Garlstorf und Gödenstorf auch eine Ära: Der beide Gemeinden umfassende Schützenverein löst sich nach 70 Jahren auf. Das beschlossen die Mitglieder auf einer außerordentlichen Versammlung und folgten damit den Vorgaben des Vorstandes.
"Vorläufer der Schützen war der Kriegerverein 'Garlstorf und Umgebung' der von 1909 bis 1939 bestand und dem vorwiegend Kriegsveteranen angehörten", blättert der heutige Schützenpräsident Gerhard Putensen (70) aus Garlstorf in der bewegten Vereinsgeschichte:
Nachdem während des Zweiten Weltkrieges das Vereinswesen ruhte, wird 1950 der Schützenverein Garlstorf-Gödenstorf aus der Taufe gehoben, um die Tradition fortzusetzen. Noch im Gründungsjahr treten 71 Mitglieder dem Verein unter dem damaligen Vorsitz von Heinrich Lübberstedt bei. Das erste Schützenfest wird 1951 als Schwimm- und Waldfest gemeinsam mit dem MTV Garlstorf gefeiert.
Einen ersten Höhepunkt im Schießbetrieb gibt es 1955, als die Sportschützen die begehrte Kreiswanderstandarte erringen - was ihnen 25 Jahre später erneut gelingt. 1957 folgt die Gründung der Jungschützenriege. 1962 wird das sportliche Schießen in vier Disziplinen etabliert. Initiator ist der bis heute im Vereinsvorstand aktive Rolf Niebuhr.
Am Himmelfahrtstag 1966 weihen die Schützen ihre Fahne. Unerwartet viele Gäste und die Hitze sorgen dafür, dass schon kurz nach Festbeginn in Garlstorf alle Biervorräte erschöpft sind. "Unser inzwischen verstorbener Chronist Heinz Mimietz schrieb, dass eilige Flaschenbier-Transporte aus Salzhausen dem 'Übelstand ein Ende machten'", erzählt Gerhard Putensen. Der Missstand des Frauenmangels im Schützenverein wird 1969 mit der Gründung der Damenabteilung abgeschafft. 1972 richten die Schützen einen Luftgewehrstand im Keller des MTV ein. 1979 wird mit Dorothea Meyer die erste Damenkönigin des Vereins "gekrönt".
Als "Jahr der Einweihungen" geht 1984 in die Garlstorfer Chronik ein: Im April wird die Dorfhalle ihrer Bestimmung übergeben, im Mai die Schützenhalle. 1994 wird die Bogenschützenabteilung ins Leben gerufen.
1995 bekommen die Garlstorfer und Gödenstorfer den ersten von vielen noch folgenden Besuchen vom befreundeten Schützenverein aus Pesterwitz, das zur sächsischen Stadt Freital gehört.
Das 50-jährige Jubiläum des Schützenvereins Garlstorf-Gödenstorf wird im Jahr 2000 mit Sternmarsch und Zapfenstreich groß gefeiert. "Diesmal reichte - im Gegensatz zum Fahnenweihe-Fest - auch das Bier", erinnert sich Gerhard Putensen schmunzelnd. Bei einer Spendensammlung für die von Hochwasserschäden betroffenen Freunde in Freital kommt 2002 die stolze Summe von 11.280 Euro zusammen.
"Wir haben immer wieder neue Aktivitäten auf die Beine gestellt, um auch die Dorfbevölkerung zu unterhalten", blickt Gerhard Putensen zurück. Als Beispiele nennt er ein Heidschnucken-Gewichtschätzen, Ponyreiten, Tombola, Kinderflohmarkt, Modenschau, Bullriding, Autoscooter, einen Discoabend und ein Zielspringen mit vier Fallschirmspringern.
Höhepunkte für den Verein seien die Schützenfeste mit Garlstorfern und Gödenstorfern sowie mit den Unterkreis-Vereinen und die Königsbälle gewesen. "Zuletzt wurden die Besucherzahlen bei den Veranstaltungen aber immer geringer, und wir waren nur noch 57 Mitglieder", so Putensen. "Gleichwohl möchte ich mich bei allen bedanken, die uns über die Jahre die Treue gehalten haben. Auch unserem Chronisten Heinz Mimietz gebührt großer Dank für seine umfangreiche Dokumentation."
"Alles hat seine Zeit. Mit unserer Auflösung geht leider wieder einmal ein Stück ehrenamtliches Vereinsleben zu Ende", bedauert der Schützenpräsident. Auch mit Blick auf eine derzeit entstehende Chronik fügt er hinzu: "Was bleibt, sind die Erinnerung an einen Verein mit Kameradschafts- und Traditionspflege und ein großer Fundus an Material für ein Nachschlagewerk mit vielen historischen Fotos."

Der Vorstand des sich nun auflösenden Schützenvereins Garlstorf-Gödenstorf (v. li.): Rolf Niebuhr, Klaus Ziehn, Giesela Meyer, Horst Putensen, Präsident Gerhard Putensen, Adjutant Jörg Michels, König Holger Maack und Adjutant Andreas Ziehn
Gemeinschaftsgeist war Trumpf: Dieses Foto entstand während einer Pause beim Zeltplatz-Aufbau in den 80er Jahren
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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