Jägerschaft setzt auf neue Verordnung im Januar
"Wolfsmanagement-Konzept ist nicht mehr aktuell"

Auch in Straßennähe sind Wölfe häufig unterwegs
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ce. Landkreis. "Tierwohl darf nicht auf der Strecke bleiben!" titelte das WOCHENBLATT kürzlich, als es über einen von einem Auto angefahrenen, schwer verletzten Wolf berichtete, der erst Stunden nach seinem Auffinden von seinem Leid erlöst wurde. Horst Günter Jagau, Vorsitzender der Jägerschaft Landkreis Harburg (JLH), hatte dabei angeprangert, dass es "derzeit keine verbindliche Regelung" für die Entnahme von Wölfen gebe, wie das Fangen und eventuell erforderliche Töten der Tiere genannt wird. Daraufhin meldete sich WOCHENBLATT-Leser Stephan Grafe aus Hamburg, der lange Zeit in Bayern als Wolfsberater tätig war. "Sehr wohl gibt es verbindliche Regeln, wie mit verletzten Wölfen umzugehen ist", erklärte Grafe und verwies auf den Managementplan "Wolfskonzept Niedersachsen" des Landes.
In dem vor drei Jahren unter dem damaligen Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis90/Die Grünen) herausgebrachten Plan ist unter anderem festgeschrieben, wie mit einem "verletzten, kranken oder hilflosen Wolf" umzugehen ist. "Insbesondere im Falle eines Verkehrsunfalls sollte die Polizei oder die Einsatzleitstelle informiert werden. Von der die Meldung entgegennehmenden Stelle werden der Amtsveterinär oder von den Veterinärämtern beauftragte Tierärzte sowie das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, die Red.) verständigt", gibt das Konzept die "Handlungskette" vor. Über das weitere Vorgehen entscheide die Veterinärbehörde auf Grundlage der tierärztlichen Diagnose. "Ziel der Behandlung eines verletzten oder kranken Wolfs sollte die möglichst rasche Wiederherstellung eines Gesundheitszustandes sein, der die Wiederfreilassung gestattet", heißt es im Plan weiter. "Über im Einzelfall zu ergreifende Maßnahmen entscheidet der Amtsveterinär nach Feststellung des Schweregrades der Verletzung."
"Seit Olaf Lies (SPD) Ende 2017 Umweltminister wurde, ist dieser Plan - der im Übrigen keine Rechtskraft hat - nahezu von der Bildfläche verschwunden und inzwischen auch nicht mehr aktuell", erklärt Horst Günter Jagau nach Rücksprache mit Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen, gegenüber dem WOCHENBLATT. Die ärztliche Behandlung eines derart schwer verletzten Wolfes wie in dem vorliegenden Fall habe zudem nur wenig mit Tierschutz zu tun, werde der Vierbeiner dabei noch einer "enormen Stresssituation" ausgesetzt. Jagau setzt daher weiter auf die neue Wolfsverordnung, die das Land voraussichtlich im Januar verabschieden werde. "Darin wird es meines Wissens einheitliche Bestimmungen bezüglich der Wolfsentnahme geben."
• Die Aufnahme des Wolfes ins niedersächsische Jagdrecht wollen laut Medienberichten CDU und SPD per Entschließungsantrag erreichen, den sie in der nächsten Woche im Landtag einbringen. Dadurch solle die Wolfspopulation stärker reguliert werden können. Es sei "ein wichtiges Signal für die Weidetierhalten in Niedersachsen", so die CDU. Am aktuellen Status des Wolfes als geschütztes Raubtier, das dem Europarecht zufolge nicht gejagt werden darf, ändere sich nichts. Ausschließlich der Bund könne Gesetze zum Schutz der Wölfe letztlich ändern.

Aktion "Lichter gegen das Vergessen"

(ce.) "Lichter gegen das Vergessen“ lautet das Motto, unter dem Schäfer und andere Weidetierhalter am Dienstag, 10. November, eine deutschlandweite Aktion starten. Mit Kerzen in den Fenstern, Feuerschalen und Lichterketten um Weiden und Höfe wollen sie sich am Vorabend des Sankt-Martins-Tages in Erinnerung bringen und "gegen die Ignoranz der Politik ein Zeichen setzen".
"Während die rasant wachsenden Wolfsbestände unsere wirtschaftliche Existenz bedrohen, ignoriert die Politik unsere Forderungen nach einem Wolfsmanagement“, erklärt Wendelin Schmücker aus Winsen, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, als Pressesprecher des Organisationsteams. „Die Wölfe fallen in unsere Herden ein, immer mehr Tiere fallen ihnen zum Opfer. Sie vermehren sich explosionsartig, ohne dass dagegen etwas unternommen wird.“
Die Nähe zum Sankt-Martins-Tag wurde bei der Aktion bewusst gewählt: "Der Heilige Martin ist der Schutzpatron aller Reisenden – und damit im weiteren Sinne auch der Wanderschäfer", so Schmücker. ce. Winsen. "Lichter gegen das Vergessen“ lautet das Motto, unter dem Schäfer und andere Weidetierhalter am Dienstag, 10. November, eine deutschlandweite Aktion starten. Mit Kerzen in den Fenstern, Feuerschalen und Lichterketten um Weiden und Höfe wollen sie sich am Vorabend des Sankt-Martins-Tages in Erinnerung bringen und "gegen die Ignoranz der Politik ein Zeichen setzen".
"Während die rasant wachsenden Wolfsbestände unsere wirtschaftliche Existenz bedrohen, ignoriert die Politik unsere Forderungen nach einem Wolfsmanagement“, erklärt Wendelin Schmücker aus Winsen, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, als Pressesprecher des Organisationsteams. „Die Wölfe fallen in unsere Herden ein, immer mehr Tiere fallen ihnen zum Opfer. Sie vermehren sich explosionsartig, ohne dass dagegen etwas unternommen wird.“
Die Nähe zum Sankt-Martins-Tag wurde bei der Aktion bewusst gewählt: "Der Heilige Martin ist der Schutzpatron aller Reisenden – und damit im weiteren Sinne auch der Wanderschäfer", so Schmücker. Er selbst beteiligt sich in der Straße Repmoor in Winsen an der Aktion.
• Mehr Infos unter www.wir-lieben-schafe.com/neuigkeiten. Aktion "Lichter gegen das Vergessen"

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Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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