Vor der Samtgemeinde-Bürgermeisterwahl: Salzhausens Verwaltungschef Wolfgang Krause im Interview
"Es wurde viel bewegt"

"Die nachhaltige Weiterentwicklung der Samtgemeinde als zentrales Projekt": Verwaltungschef Wolfgang Krause am Ortseingang von Salzhausen   Foto: ce
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ce. Salzhausen. "Die ersten acht Jahre sind aus meiner Sicht gut gelaufen." So bringt Salzhausens Samtgemeinde-Bürgermeister Wolfgang Krause (63, parteilos) das Fazit seiner bisherigen Amtszeit auf den Punkt. Bei der Samtgemeinde-Bürgermeisterwahl am Sonntag, 26. Mai, tritt er erneut an - wieder mit Unterstützung von CDU, SPD und UWG, diesmal aber ohne Gegenkandidat. Im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann zieht Krause eine Zwischenbilanz und blickt auf künftige "Baustellen" in der Samtgemeinde.
WOCHENBLATT: Herr Krause, vor Ihrer Wahl 2011 zum Samtgemeinde-Bürgermeister hatten Sie auf die Frage nach Ihren Zielen erklärt, die Kommune stehe vor "großen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel und den erneuerbaren Energien". Was haben Sie seitdem diesbezüglich erreicht?
Wolfgang Krause: In puncto erneuerbare Energien haben wir viele öffentliche Gebäude mit Photovolatikanlagen versehen. Im Klärwerk wurden eine Klärschlamm-Vererdungsanlage installiert, und wir haben eine Ladestation für E-Autos erhalten. Das Waldbad wird bereits mit Biogas beheizt. Wir sind damit aber noch nicht am Ende der Fahnenstange.
WOCHENBLATT: Und der demografische Wandel?
Krause: Er ist nach wie vor Herausforderung. Für das Neubaugebiet Witthöftsfelde, das wir als Gemeinde Salzhausen umgesetzt haben, hätte ich mir den Zuzug von mehr Familien mit Kindern gewünscht. Da werden wir nachjustieren müssen. Wir haben aber auch darauf zu achten, wie wir unsere Infrastruktur weiterentwickeln: Wie viele Krippenplätze brauchen wir tatsächlich noch? Wie groß müssen die Grundschulen in Zukunft sein? Wie gestalten wir Kindetagesstätten, wenn wir damit rechnen müssen, dass sie in einigen Jahren leerstehen und wir sie dann für andere Zwecke nutzen müssen?
WOCHENBLATT: Was hat aus Ihrer Sicht gut geklappt in Ihrer ersten Amtszeit?
Krause: Ich hatte und habe ein zentrales Projekt, nämlich die nachhaltige Weiterentwicklung der Samtgemeinde. Da haben wir zusammen mit dem Rat ein gutes Fundament geschaffen. Wir haben Kitas weiterentwickelt bis zur Ganztagsbetreuung und drei neue Kindertagesstätten gebaut, Planungen für den Teilneubau und die Sanierung der Grundschule Salzhausen entwickelt, die Wirtschaftsbetriebe der Samtgemeinde gegründet sowie Waldbad, Klärwerk und Wasserwerk saniert. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung wurde ein neuer Brunnen hergestellt. Der Bauhof erhielt ein neues funktionsgerechtes Gebäude. Es wurde also ziemlich viel bewegt.
WOCHENBLATT: Das Grundschul-Vorhaben ist mit Kosten von rund 10,2 Millionen Euro der größte "Brocken" für die Samtgemeinde. Wie ist der aktuelle Sachstand?
Krause: Die europaweite Ausschreibung geht nach dreijähriger Planung Ende Juni raus. Die Auftragsvergabe soll Anfang Februar 2020 erfolgen, und die Fertigstellung ist Ende 2021 vorgesehen.
WOCHENBLATT: Welche "Baustellen" gibt es noch in der Samtgemeinde?
Krause: Es gibt derzeit keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Vierhöfen nach Salzhausen, da muss ganz dringend etwas geschehen. Insgesamt müssen wir auch zukünftig den ÖPNV weiter optimieren. Nacharbeiten müssen wir bei der unzureichenden therapeutischen und medizinischen Versorgung im Norden der Samtgemeinde. Der bezahlbare Wohnraum ist und bleibt eine große Herausforderung. Und auch der Brandschutz muss ausgebaut werden angesichts von immer mehr Unfällen und schwierigen Wetterlagen. Wir arbeiten landkreisweit daran, uns gemeinsam diesbezüglich noch besser aufzustellen. Nach dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Garstedt werden wir jetzt auch in Salzhausen ein neues Feuerwehrgerätehaus bauen. Baubeginn ist noch in 2019.
WOCHENBLATT: Gibt es einen Plan B, falls Sie nicht wiedergewählt werden?
Krause: Zunächst einmal würde ich mich sehr darüber freuen, wenn die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler mir auch zukünftig ihr Vertrauen schenken und ich die Entwicklung der Samtgemeinde als Bürgermeister weiter begleiten darf. Wenn es nicht klappen sollte, werde ich jedenfalls nicht in Rente gehen.
WOCHENBLATT: Herr Krause, vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person: Wolfgang Krause

(ce). Wolfgang Krause, 1956 in Winsen/Aller geboren, lebt seit 1982 in Toppenstedt. Der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt war unter anderem von 1996 bis 2009 bei der IKK Niedersachsen beschäftigt, wo er dem Vorstand angehörte. Bis zu seiner ersten Wahl zum Salzhäuser Samtgemeinde-Bürgermeister im Jahr 2011 arbeitete er als selbstständiger Unternehmensberater insbesondere im Gesundheitswesen.
Krause ist verheirateter Vater zweier erwachsener Kinder.

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