Seevetal
Von einem "Clan-Krieg" zu sprechen, dürfte eine Übertreibung sein

Polizeisprecher Jan Krüger
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ts. Seevetal. Von "Clan-Krieg" und "Pulverfass Provinz" ist in Medien die Rede. Eine nächtliche blutige Auseinandersetzung zwischen Angehörigen zweier Familien mit Migrationshintergrund auf dem Parkplatz vor dem Aldi-Markt in Maschen hat die Gemeinde Seevetal überregional in die Schlagzeilen und in Verruf gebracht. Die Polizei zeigte drei Tage lang starke Präsenz, Streifenwagen und Mannschaftsbusse vor einzelnen Häusern und Wohnanlagen (zum Beispiel vor der Gemeindebücherei in Meckelfeld) boten ein ungewohntes Bild. Doch kann von einem "Clan-Krieg" die Rede sein? Das WOCHENBLATT fragte bei Polizei und dem Seevetaler Präventionsrat nach.
Wie äußerte sich der Streit zwischen zwei Familien bisher?
In der Vergangenheit habe die Polizei Seevetal vereinzelt wechselseitige Körperverletzungen und verbale Provokationen zwischen Angehörigen der beiden betroffenen Familien registriert. Nach polizeilicher Einschätzung waren es einzeln zu betrachtende Aggressionen, bei denen kein übergeordnetes Motiv erkennbar war. "Einen Angriff in der Qualität, wie er am vergangenen Wochenende erfolgte, gab es nach polizeilicher Kenntnis bisher noch nicht", sagt Polizeisprecher Jan Krüger.
Am vergangenen Wochenende sind bei einer Auseinandersetzung mit Stich- und Schlagwaffen zwischen jungen Männern zweier Familien in Maschen vier Menschen verletzt worden, zwei davon schwer. Die Hintergründe der Taten seien laut Polizei nicht bekannt. Laut "Hamburger Morgenpost" würden die Streitigkeiten zwischen den Familien seit etwa sechs Monaten andauern.
Hat die Bevölkerung eine Familienfehde überhaupt bemerkt?
Offenbar nicht. Sie sei irritiert, ihr sei davon nichts bekannt, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Präventionsrates Seevetal, Silke Lührs. Die Meckelfelderin kenne Angehörige der einen beteiligten Familie. "Von einem Streit zwischen Familien höre ich zum ersten Mal", sagt auch Ulf Alsguth, Vorstandsmitglied im Präventionsrat. Der ehrenamtliche Rat ist ein Netzwerk aus Vereinen, Institutionen und Einzelbürgern, das sich seit 20 Jahren mit Projekten für Sicherheit in der Gemeinde engagiert.
Warum hat die Polizei den Präventionsrat nicht über den Streit zwischen den Familien informiert?
Der Präventionsrat Seevetal sei ein gemeinnütziger Verein, der, gemeinsam mit der Polizei und anderen Netzwerkpartnern, Präventionsprojekte im Bereich Seevetal initiiert und durchführt. Dabei gehe es in der Zusammenarbeit in erster Linie um Kinder- und Jugendprävention. So könnte zum Beispiel bei einer Häufung von Sachbeschädigungen in einem bestimmten Bereich darüber beraten werden, inwieweit polizeiliche Präsenz und/oder Präventionsangebote für Jugendliche in dem Bereich zu einer Senkung der Fallzahlen beitragen könnten, heißt es bei der Polizei.
"Selbstverständlich werden keine Informationen, die die Polizei im Rahmen ihrer Ermittlungsarbeit erlangt, an einen gemeinnützigen Verein weitergegeben. Bei den uns bekannt gewordenen Streitigkeiten zwischen Angehörigen der beiden betroffenen Familien besteht zudem nach unserer Einschätzung kein Ansatz für ein Engagement des Vereins", sagt Polizeisprecher Jan Krüger.
Wer sind die beiden Familien?
Die eine beteiligte Großfamilie sei in den 1990er-Jahren nach Seevetal gekommen. Etwa 100 Angehörige würden heute in Meckelfeld, aber auch Stelle und Salzhausen leben. Sie seien Jesiden, eine Religionsgemeinschaft, die von Muslimen angefeindet werde. Viele von ihnen haben inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft.
Die andere am Streit beteiligte Familie sei vor fünf oder zehn Jahren Jahren nach Seevetal gekommen. Laut Polizei handelt es sich um Kurden.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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