Hain bei Lorenz von Ehren
Bäume, die dem Klima gewachsen sind

Extreme Wetterverhältnisse, neue Bakterien, Pilze und fremdländische Insekten setzen heimischen Bäumen zu. Derweil wachsen auf dem Baumschulgelände bei Lorenz von Ehren die Bäume der Zukunft. Bernhard von Ehren zeigt einen ostasiatischen Blasenbaum, der Hitze gut verträgt
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Das Unternehmen hat sich auf Stadtbäume spezialisiert. "Wo viel Beton verbaut wird und Pflanzen es ohnehin schwer haben", erläutert Geschäftsführer und Baumschulgärtner Bernhard von Ehren.
Die sogenannten Klimabäume seien vor 20 Jahren in den Fokus gerückt. "Viele Klimaforscher warnten damals vor den Veränderungen. Wir stellten uns die Frage: Wie können wir Grün bewahren und sicherstellen, dass es auch künftig noch Bäume in der Stadt gibt? Wir merkten, es gibt immer mehr Schad-erreger, fremdländische Insekten, Viren, Bakterien und Pilze. Da haben wir die Weichen gestellt", erklärt Bernhard von Ehren.
Im Klimabaum-Hain des Unternehmens im Landkreis Harburg sind auf einer Fläche von rund einem halben Hektar 61 Klima- oder Zukunftsbaumarten angepflanzt. Die Baumschule verfügt über Erfahrungswerte aus der 150-jährigen Unternehmensgeschichte und von Kunden auf der ganzen Welt, u.a. in England, Frankreich und Russland, sowie den dort jeweils herrschenden Bedingungen. "Bei den Klimawandel-geeigneten Bäumen sind wir erst am Anfang der Forschung", betont von Ehren. Der Baumbestand solle immer an aktuelle Beobachtungen und Erprobungen angepasst werden.
Im Klimabaum-Hain wachsen die klimaresistenteren Äquivalente zu den heimischen Arten, die bisher u.a. in Asien, Nordamerika und Süd-(Ost)europa beheimatet sind. Eine Alternative zur heimischen Birke sei z.B. die Himalaya-Birke aus Indien und Westchina, die einen helleren Stamm hat und sich trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit noch gut belaubt zeigt.
Die heimische Erle habe ein großes Überlebensproblem, erläutert Bernhard von Ehren. Sie könnte durch die Purpur-Erle aus Ostasien ersetzt werden, die deutsche Stil-Eiche durch die Sumpf-Eiche aus Nordamerika, die besser mit Starkregen, Wind und Trockenheit klarkomme.
Über Jahrzehnte wurde in Deutschland das Pflanzen ausschließlich heimischer Arten propagiert. Mit dem sich wandelnden Klima muss diese Weltanschauung zumindest teilweise hinterfragt und überdacht werden. Vielfach wird von Naturschützern ins Feld geführt, dass heimische Insekten mit exotischen Bäumen nichts anzufangen wüssten.
"Die Diskussion heimisch oder nichtheimisch sollte man in Zeiten des Klimawandels nicht zu militant führen", sagt Bernhard von Ehren. Dass Vögel und Insekten ausländische Baumarten nicht besiedeln, sei im Übrigen inzwischen von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau widerlegt (www.lwg.bayern.de > Stadtklimabäume – geeignete Habitate für die urbane Insektenvielfalt?). Die kommt zu dem Ergebnis, "dass die mit Abstand größte Artenvielfalt im urbanen Umfeld erzielt wird, indem man gemischte Alleen statt Monoalleen pflanzt, im Übrigen auch eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Ausbreitung von immer häufiger auftretenden, neuen Krankheiten und Schädlingen zu vermeiden".
• Der Klimabaum-Hain im Landkreis Harburg (von der Maldfeldstraße in den Postweg abbiegen, nahe dem Gewerbegebiet Beckedorfer Bogen) ist frei zugänglich. Interessierte können sich dort anhand der Tafeln über die Bäume informieren. Infos auch unter www.lve-baumschule.de.

Todesfallen: Wetterextreme, Insekten, Pilze und Bakterien

Erlensterben: Das seit Ende des 20. Jahrhunderts beobachtete Erlensterben wird durch die Scheinpilzart Phytophthora alni ausgelöst. Der Befall führt zu einer Wurzel- oder Wurzelhalsfäule. Infizierte Bäume sterben meist schon nach wenigen Monaten ab.
• Eschensterben: Seit 2007 werden Eschen durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus, auch "Falsches Weißes Stengelbecherchen" genannt, massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt.
Kastaniensterben: Seit 2007 ist das Rosskastanien-Sterben durch das Bakterium Pseudomonas syringae pv. aesculi bekannt. Die Krankheit kann vom Absterben der Rinde des Baumes über Sekundärinfektionen unterschiedlicher Pilzarten bis zum Absterben des ganzen Baumes führen.
Birkensterben: Was die sonst recht anspruchslose Birke nicht verträgt, sind Staunässe, zu viel Dauerregen in Herbst und Winter und zu trockene Sommer wie in den vergangenen Jahren, in denen im Juli und August kaum oder kein Regen fällt.
Eichensterben: Witterungsextreme (z.B. starke Spätwinterfröste, Temperaturstürze, Trockenheit) in Kombination mit wiederholtem, starkem Blattfraß (u.a. durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners), Fraßspuren durch Eichenprachtkäfer und Eichensplintkäfer lösen die Schäden aus, die durch nachfolgenden Befall durch Mehltau (Microsphaera alphitoides) verstärkt werden können. 

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Bernhard von Ehren am Klimabaum-Hain des Unternehmens im Landkreis Harburg
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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