Demokratische Schule
Digitales Wissen: Grundschüler drehen Slow-Motion-Filme

Johannes (li.) und Aurelia produzieren mit dem Smartphone einen Film. 
Lernbegleiter René Wolniak unterstützt sie dabei
  • Johannes (li.) und Aurelia produzieren mit dem Smartphone einen Film.
    Lernbegleiter René Wolniak unterstützt sie dabei
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  • hochgeladen von Thomas Sulzyc

ts. Ohlendorf. Schulen in Niedersachsen warten noch auf Geld aus dem Fördertopf "Digitalpakt Schule". Die Möglichkeiten digitaler Geräte erkunden die Jungen und Mädchen an der Demokratischen Schule Heureka in Seevetal-Ohlendorf bereits trotzdem. Sie drehen mit dem Smartphone Slow-Motion-Filme und inszenieren ihre selbst ausgedachten Geschichten.
Das Filmfieber greife zurzeit wie ein Welle bei den Schülern um sich, sagt Schulleiter und Lernbegleiter René Wolniak. Die sieben Jahre alte Aurelia stellt mit Fantasiefiguren insgesamt 107 einzelne Szenen, die Johannes (8) in Fotos einfängt und mit Hilfe der App Stop Motion Studio zu Bewegtbildern zusammenfügt. "Ich möchte zeigen, dass Mädchen mit einem Krokodil befreundet sein können", sagt die Siebenjährige.
Lehrer heißen hier Lernbegleiter. Sie vermitteln Wissen anders als an staatlichen Schulen. "Lernbegleiter warten ab, welche Impulse die Kinder geben. Wenn Kinder aus eigenem Antrieb handeln, lernen sie effizienter und nachhaltiger", sagt Marie Krüger vom Schulträgerverein Entfaltungsräume.
Kandidaten für die Tätigkeit als Lernbegleiter machen sich zurzeit ein Bild von dem Schulalltag an der ungewöhnlichsten Schule im Landkreis Harburg. Die Demokratische Schule Heureka sucht zusätzliche Lehrer für den Start eines Oberschulzweigs zum 1. August 2020. Sie müssen die Lernbefähigung zur Sekundarstufe I mitbringen. Die Landesschulbehörde stellt ihre Eignung fest, der Schulträgerverein stellt sie ein.
Der Demokratischen Schule liegt die Idee zugrunde, dass Kinder, die freiwillig in den Unterricht gehen, effektiver lernen. So ist es erlaubt, dass Schüler nach 20 Minuten die Mathestunde verlassen und eine Pause auf weichen Bodenkissen einlegen. Das stellt Lernbegleiter vor zusätzliche Herausforderungen. "Sie sind permanent im Austausch mit den Schülern", erklärt Marie Krüger. Frontalunterricht in einem Raum gibt es hier nicht. Deshalb müssen Lernbegleiter gut zu Fuß sein. 10.000 Schritte und mehr macht René Wolniak an einem Schultag, der um 14 Uhr endet.
Trotz aller Freiheit hat die Demokratische Schule auf Beschluss der Schulversammlung ein Kurssystem eingeführt. Die Schüler hätten sich mehr Struktur gewünscht, sagt Marie Krüger. Die Freiwilligkeit zur Teilnahme am Unterricht bleibt unangetastet. Die Lernbegleiter garantieren, zu festen Zeiten die gewünschten Kurse anzubieten. Das dürfte ihre Schrittzahl ein wenig mindern.
Wer die Eignung zur Lehrtätigkeit mitbringt und am Oberschulzweig der Demokratischen Schule unterrichten möchte, schickt seine Bewerbung an marie@heureka.schule.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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