Ein echter "Eisenmann": Matthias Elwart absolvierte den Ironman auf Hawaii

"Irgendwann hat mich die Euphorie gepackt": Matthias Elwart (blau-weißes Trikot) auf der Laufstrecke
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kb. Seevetal. 3,86 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und anschließend einen Marathon laufen, das alles bei 40 Grad, starken Strömungen und heftigen Windböen: Der Ironman auf Hawaii, eine der härtesten Ausdauersportveranstaltungen der Welt, ist ein Mythos und wirklich nichts für Weicheier. Matthias Elwart (51) aus Seevetal war vor drei Wochen auf Hawaii dabei und hat den Extrem-Triathlon erfolgreich in 13 Stunden und vier Minuten absolviert. "Das ist nicht möglich ohne jahrelange Vorbereitung", sagt er. Und sicher auch nicht ohne eisenharten Willen.
Elwart, der in der Immobilienverwaltung tätig ist, betreibt seit 2008 intensiv Triathlonsport, trainiert im Schnitt zwölf bis 15 Stunden in der Woche. "Das ist nur durch viel Disziplin zu schaffen", weiß der Seevetaler. Und durch Unterstützung. "Meine Frau hält mir nicht nur oft den Rücken frei, sie schwimmt auch mit mir oder fährt mit dem Rad bei meinen Trainingsläufen mit", erzählt der Sportler.
Schon die Anreise ans andere Ende der Welt - eine Herausforderung. Fast 23 Flugstunden sind nicht nur den Körper, sondern auch für den Geist eine Belastung. Anschließend müssen zehn Tage zur Akklimatisierung reichen. Die Tage beginnen früh. "Schon um sechs Uhr morgens sieht man die Sportler den berühmten Alii Drive entlang laufen - und zwar in ambitioniertem Tempo", erzählt Matthias Elwart. Er muss schnell feststellen, dass seine Ironman-Premiere auf Hawaii alles andere als ein Spaziergang werden wird. Neben Delphinen, Schildkröten und bunten Fischen hält der Pazifik schon beim Training fiese Strömungen bereit, auf der Radstrecke muss Elwart mit wechselnden Winden und heftigen Böen kämpfen, das Lauftraining absolviert er bei schattenlosen 40 Grad.
Am Wettkampftag sammeln sich über 2.000 Teilnehmer in der Bucht von Kailua-Kona. Ein Knall gibt das Signal zum Start. Zuerst geht es ins Meer - kräftezehrende 3,86 Kilometer, es ist schwer Ideallinie zu schwimmen und der Ausstieg will nicht näher kommen. Dann der Wechsel. "Die Dusche nach dem ganzen Salzwasser war herrlich. Danach habe ich versucht, mich überall gleichmäßig mit Sonnencreme einzuschmieren. Das ist mir nicht gelungen, wie ich am Ende des Tages feststellen musste", erinnert sich Elwart und lacht.
Nach dem Schwimmen folgen 180 Kilometer auf dem Rad, Wind und Temperatur sind okay, ein kurzer kräftiger Regen eher erfrischend als belastend. Motiviert geht es für den Seevetaler weiter auf der Laufstrecke. Doch bei Kilometer 16 muss Elwart die erste Gehpause einlegen. Beim Abbiegen auf den endlosen und brutal heißen 'Queen K Highway' setzt er sich nur noch das Erreichen der jeweils nächsten Verpflegungsstelle als Ziel. Der Ablauf dort ist immer der gleiche: Eiswasser und kalte Schwämme über den Kopf, trinken, zwei bis drei Becher mit Eiswürfeln in Trikot, Hose und unter das Cap. "Nach einem Kilometer war von dem Eis nichts mehr übrig", erzählt Matthias Elwart.
Irgendwann ist für ihn an einen flüssigen Laufstil nicht mehr zu denken, auf dem Rückweg ist es schon dunkel, die Anstrengung wird mit jedem zurückgelegten Meter größer. Doch bei Kilometer 39 packt Elwart die "totale Euphorie". "Ich bin nicht mehr gelaufen, sondern gerannt", erinnert er sich. Die Geräuschkulisse wird immer lauter, rechts und links werden Hände abgeklatscht, Gänsehautfeeling. Elwart sieht den 200 Meter langen Zieleinlauf vor sich und kann es kaum fassen als "The Voice" Mike Reilly ins Mikro brüllt: "Matthias, you are an Ironman!"

"Irgendwann hat mich die Euphorie gepackt": Matthias Elwart (blau-weißes Trikot) auf der Laufstrecke
Einer von über 2.000 Teilnehmern: Matthias Elwart zeigt auf seinen Namen an der "Ironman Wall" auf Hawaii
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Katja Bendig aus Seevetal

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