Nachbarschaftsstreit
Ein Kangal verunsichert seit Monaten eine Nachbarschaft in Hittfeld

Ein Anatolischer Hirtenhund in der Nachbarschaft bereitet ihnen seit Monaten Ärger: Anwohner der Straße Am Redder machen ihrem Unmut mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz Luft
2Bilder
  • Ein Anatolischer Hirtenhund in der Nachbarschaft bereitet ihnen seit Monaten Ärger: Anwohner der Straße Am Redder machen ihrem Unmut mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz Luft
  • Foto: ts
  • hochgeladen von Thomas Sulzyc

ts. Hittfeld. Einfamilienhäuser mit Gärten reihen sich in der schmalen Wohnstraße Am Redder in Hittfeld aneinander. Von den Terrassen eröffnet sich der Blick in ein Wäldchen. Seit April ist es für einige Anwohner mit der Idylle dahin: Seitdem lebt ein Kangal, auch bekannt als Anatolischer Hirtenhund, in der Nachbarschaft. Aggressiv und dominant trete das kräftige Tier auf und sei auch schon durch Gärten geflitzt, berichten Nachbarn. Mit seinem Gebell strapaziere der Hund die Nerven seiner Nachbarn - morgens, mittags, abends und nachts.
Mit dem Eigentümer des Hundes zu sprechen, haben Nachbarn inzwischen aufgegeben. Der sei nicht einsichtig, sagen sie. Von den zuständigen Behörden fühlen sie sich allein gelassen. Die Nachbarn wissen nicht mehr weiter. Ihre Hinweise auf tierschutzrechtliche Verstöße, hier ist das Kreisveterinäramt zuständig, und auf ordnungsrechtliche Verstöße, hier ist das Ordnungsamt der Gemeinde Seevetal zuständig, brachten bislang nicht den gewünschten Erfolg - nämlich dem Eigentümer das Tier zu entziehen.
"Die Hundehaltung ist so verboten", sagt Tierschützerin Julia Welsch. Die Vorsitzende des Vereins zur Hilfe und Unterstützung tot aufgefundener Haustiere unterstützt die Nachbarn. Der Kangal wird im Freien an einer Leine an der Stange gehalten. Mittlerweile kann das Tier sich in eine Wetterschutzhütte verkriechen - monatelang sei das nicht der Fall gewesen.
Der Kangal, der bis zu 65 Kilo schwer werden kann, sei gegenüber anderen Hunden meist dominant und eher unverträglich, heißt es im Tierinformationsportal "Zoo Royal". Diese Wesenszüge bei einer großen Hunderasse, die sehr kräftig ist und ein großes Revier beansprucht, seien mit dem Leben im heutigen Deutschland kaum vereinbar, urteilt das Magazin. Auch Tierschützerin Julia Welsch meint, dass der Kangal besser als Hütehund einer Herde aufgehoben sei - und nicht in dem begrenzten Garten eines Wohngebiets.
Nachbar Reinhart Knopp führt Lärmprotokolle, schreibt dem Ordnungsamt auf, wann der Hund wieder laut bellt oder jault. "Meine Frau muss morgens zur Arbeit, wird um den Schlaf gebracht", sagt er. Mehrere Anzeigen haben Nachbarn bei der Polizei gestellt.
Protokolle, Anzeigen bei der Polizei und Zeugenaussagen können Hinweise sein, die ein Handeln des Veterinäramtes oder des Ordnungsamtes erfordern.
Die Vorwürfe müssen nachweisbar sein. Hundehaltung ist in Deutschland nicht verboten. "Mitarbeiter des Veterinäramts nehmen einen Hund nicht sofort mit, sondern machen zunächst Vorschläge, Missstände abzustellen", sagt Kreissprecher Andres Wulfes. Die Kriterien regelt die Tierschutz-Hundeverordnung des Bundes. Darin steht zum Beispiel, dass Hunde ausreichend Auslauf und bei Haltung im Freien eine Schutzhütte haben müssen.
Wie rechtlich schwierig es ist, einem Halter die Hundehaltung zu verbieten, zeigt die Antwort der Seevetaler Gemeindeverwaltung: Dies könne insbesondere dann erfolgen, wenn der Halter aufgrund einer vorsätzlichen Straftat innerhalb der letzten fünf Jahre zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde, geschäftsunfähig ist, aufgrund einer psychischen, oder geistigen oder seelischen Behinderung betreut wird, von Alkohol oder Betäubungsmitteln abhängig ist oder wiederholt oder gröblich gegen das Niedersächsische Hundegesetz verstoßen hat oder aufgrund geringer Kräfte der Hund nicht sicher geführt werden kann. Alle Tatbestände müssen nachgewiesen werden, zum Beispiel mit Hilfe von fachärztlichem Gutachten oder durch entsprechende beweiskräftige Zeugenaussagen.
Der Kangal verbreitet Furcht in der Siedlung Am Redder. "Man hat Angst, mit dem eigenen Hund zu gehen", sagt eine Nachbarin. Jugendliche, die dazu in die Siedlung kämen, würden mit dem Kangal laufen. Nachbarn haben den Eindruck, dass der Hund seine Betreuer beherrsche - und nicht umgekehrt. Das Deutsche Rote Kreuz betreibt eine Kindertagesstätte in der Straße.
Seit April sammeln die Nachbarn Hinweise, um die Ämter davon zu überzeugen, dass der Kangal nicht artgerecht gehalten werde und gefährlich sei - bisher ohne Erfolg.
Möglicherweise ändert eine Anzeige bei der Polizei etwas daran, die Nachbar Olaf Karl vor mehr als drei Wochen gestellt hat, weil der Kangal seinen Labrador angegriffen habe. "Das Tier kam auf uns zugerannt und sprang meinen Hund an", erzählt er. Olaf Karl sei dann mit seinem Hund auf ein fremdes Grundstück geflüchtet, aber der Kangal setzte ihnen nach. "Nachbarn haben uns sogar in ihr Haus gelassen. Dort haben wir gewartet, bis die Polizei kam."
Nach einer tödlichen Attacke auf einen Yorkshireterrier in Hemelingen, berichtete der Weser-Kurier im Januar, hat das Bremer Ordnungsamt zwei Kangals von ihrem Halter vorläufig getrennt.

Die Halter des Kangal in Hittfeld: "Jetzt reden wir"
Ein Anatolischer Hirtenhund in der Nachbarschaft bereitet ihnen seit Monaten Ärger: Anwohner der Straße Am Redder machen ihrem Unmut mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz Luft
Dieser Kangal lebt in der Siedlung Am Redder in Hittfeld
Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

Panorama

Aktuelle Zahlen vom 3. Dezember
Landkreis Harburg: Weiterer Corona-Toter - jetzt 41 Verstorbene

os. Winsen. Einen weiteren Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vermeldet der Landkreis Harburg am heutigen Donnerstag, 3. Dezember. Die Person wohnte nach WOCHENBLATT-Informationen in der Samtgemeinde Salzhausen. Damit steigt die Gesamtzahl der Personen, die im Landkreis Harburg mit oder an dem COVID-19-Virus verstorben sind, auf 41. Zudem nannte Landkreissprecher Andres Wulfes aktuell folgende Zahlen: Bislang wurden insgesamt 2.123 Corona-Fälle bestätigt (plus 30 im Vergleich zum...

Service

Inzidenzwert am 3.12.20 weiter knapp über 50
Corona: 130 akute Fälle im Landkreis Stade

jd. Stade. Inzidenzwert 50,4: Die Sieben-Tages-Inzidenz für den Landkreis Stade liegt am zweiten Tag in Folge nur ganz knapp über dem Grenzwert von 50 (Stand Donnerstag, 3. Dezember).  Damit steht die Corona-Ampel für den Landkreis Stade weiterhin auf Rot. Für einige Straßen und öffentliche Plätze gilt laut Allgemeinverfügung des Landkreises damit immer noch die Pflicht, eine Maske (Mund-Nasen-Schutz) zu tragen. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Landkreis Stade wird vom Land mit...

Panorama
"Er war immer ein liebevoller und aufmerksamer Vater": Anja Karlstetter und Arno Reglitzky bei einem Treffen in diesem Jahr
13 Bilder

Er ist der Prototyp des Machers
Arno Reglitzky feiert seinen 85. Geburtstag!

os. Buchholz. Wer ihn mit seiner Energie beim Lauftraining und in seinen vielen Ehrenämtern sieht, der mag es kaum glauben: Arno Reglitzky feiert am Donnerstag, 3. Dezember, seinen 85. Geburtstag! Durch sein jahrzehntelanges Engagement als Lokalpolitiker für die Freidemokraten, als Vorsitzender von Blau-Weiss Buchholz und als gefragter ADAC-Verkehrsexperte ist Reglitzky weit über seinen Wohnort Buchholz hinaus bekannt. Arno Reglitzky wurde am 3. Dezember 1935 als drittes von fünf...

Blaulicht
In diesem Parkhaus ereignete sich der Zwischenfall

Exhibitionist entblößte Geschlechtsteil und masturbierte
Mann zog im Stader Parkhaus blank / Das sagt die Polizei

jd. Stade. Was für eine unangenehme Situation: Eine Frau wird Opfer einer sexuellen Belästigung. Der Vorfall ereignete sich morgens in der Parkpalette am Stader Bahnhof. Die Frau macht das einzig Richtige und wählt den Notruf der Polizei. Doch als die Beamten eintreffen, hat sich der Täter schon aus dem Staub gemacht. Ihr sei ein Mann aufgefallen, der sich im Parkhaus zwischen den abgestellten Autos herumgetrieben habe, berichtete die Frau dem WOCHENBLATT. Sie hegte den Verdacht, dass es sich...

Panorama

Aktuelle Corona-Zahlen vom 4. Dezember
Inzidenzwert im Landkreis Harburg liegt bei glatt 60

lm. Winsen. Seit Ausbruch der Pandemie sind im Landkreis Harburg wurden insgesamt 2.153 Corona-Fälle bestätigt worden, ein Plus von 30 im Vergleich zum Vortag. Diese Zahlen nannte Landkreissprecher Andres Wulfes am Freitag, 4. Dezember. Die Zahl der Genesenen lag bei 1.882, ein Anstieg von 39. Zurzeit sind damit 230 Personen aktiv erkrankt. 615 Personen befinden sich in Quarantäne. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert sank auf 60,0 - nach 64,1 am Donnerstag. Die Corona-Zahlen der vergangenen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen